{"id":1044,"date":"2017-01-10T21:22:54","date_gmt":"2017-01-10T20:22:54","guid":{"rendered":"https:\/\/busco.playas.ch\/?p=1044"},"modified":"2017-01-10T21:22:54","modified_gmt":"2017-01-10T20:22:54","slug":"die-hasslichste-stadt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/busco.playas.ch\/?p=1044","title":{"rendered":"Die h\u00e4sslichste Stadt"},"content":{"rendered":"<p>Es wird Zeit in h\u00f6here Gegenden aufzusteigen, denn im Moment bin ich nur auf 2&#8217;500m \u00fcber Meer. Eisenbahn f\u00e4hrt von hier leider auch keine, also wieder der Bus. Mein Ziel ist Puno, aber laut Internet gibt es nur einen Nachtbus dorthin. Also fahre ich nach Juliaca, da gibt es einen gem\u00fctlichen Tagesbus.<\/p>\n<p>Kurz nach Abfahrt steigt ein &#8220;Verk\u00e4ufer&#8221; ein und versucht mit ewig langem Geschwafel seine gratis-Lehrb\u00fccher f\u00fcr Kinder in Mathematik, Englisch und Spanisch loszuwerden. Die ersten paar Minuten h\u00f6re ich noch zu, aber dann wird es mir zu langweilig.<\/p>\n<p>Arequipa ist die Staustadt schlichthin, der Bus braucht \u00fcber eine Stunde um dem Chaos zu entkommen. Die angegebene Mindestgeschwindigkeit von 45km\/h wird dabei immer unterschritten und liegt zwischen 0 und 5km\/h. Ist mir sogar lieber, als wenn der Bus mit 45 durch die Strassen pfl\u00fcgt.<\/p>\n<p>\u00dcber wundersch\u00f6ne T\u00f6ffstrassen wird jetzt H\u00f6he gewonnen. Die Landschaft wird jetzt auch ein wenig gr\u00fcner und wir verabschieden uns von der W\u00fcste. Auf 4&#8217;500 m \u00fc. M. erreichen wir eine Hochebene. Der Luftdruck liegt hier noch bei 590mBar und man merkt irgendwie schon, dass weniger Luft in die Lungen kommt. Mit der Zeit bekomme ich auch ganz wenig Kopfweh, aber ich bin mir nicht sicher, ob das am Luftdruck oder zuwenig trinken liegt. Da ich lieber nicht auf die Toilette will, trinke ich auch nichts und futtere das feine Riesenpopcorn, dass hier \u00fcberall verkauft wird. Der Schnee ist nicht mehr viel h\u00f6her, etwa 500-1000m \u00fcber der Ebene liegt er.<\/p>\n<p>Dann geht&#8217;s wieder ein wenig runter. Auf etwa 4000m scheint die Baumgrenze zu sein. Nach einer wundersch\u00f6nen Aussicht auf einen See geht&#8217;s in die Stadt rein. Viele Strassen sind nicht geteert, was mit dem vorherigen Regen und den Pf\u00fctzen in einer Schlammschlacht ausartet. Die Hauser stehen alle im Rohbau da ohne jeglichen Verputz und mit ohen herausradenden Betoneisen, damit man noch ein Stockwerk anh\u00e4ngen k\u00f6nnte. Bei all dem Schlamm, Dreck und den h\u00e4sslichen H\u00e4usern hat Juliaca den Titel &#8220;H\u00e4sslichste Stadt, die ich bis jetzt gesehen habe&#8221; redlich verdient!<\/p>\n<p>Obwohl die Stadt h\u00e4sslich ist, habe ich keine Lust um weiter zu fahren. Eine Unterkunft ist schnell gefunden, ganz viel Wasser getrunken und nun muss der Hunger gestillt werden. Nach nur Popcorn und Panetone brauche ich was fruchtiges. Ein Restaurant hat Fruchtsal\u00e4te, ist aber komplett besetzt. Nach einer Runde um die H\u00e4user ist es zwar leer, aber geschlossen. Beim Busbahnhof finde ich sogar ein wenig versteckt meinen Fruchtsalat f\u00fcr einen Franken. Was mir auff\u00e4llt sind die peruanischen Hochlandfrauen: sie scheinen ihr ganzes Leben lang zu wachsen, zuerst in die H\u00f6he, dann in die Breite. Es ist extrem auff\u00e4llig, dass die jungen Frauen alle schlank sind und die \u00e4lteren \u00fcbergewichtig. Vielleicht liegt es auch daran, dass die K\u00fcchenchefin zuhause auch bestimmt wer wie viel isst. Und da kommt sie selbst nie zu kurz. Bei den M\u00e4nnern ist es viel weniger auff\u00e4llig.<\/p>\n<p>Die Unterkunft ist nicht geheizt und etwa 14\u00b0 kalt. Draussen gibt&#8217;s am Abend ausser einer Schlammschlacht nichts zu tun. Also gehe ich fr\u00fch ins warme Bett und schaue noch ein wenig fern. Dabei bin ich erstaunt wie viel ich bei den spanischen Sendern verstehe! Da das Kopfweg nicht weg ist, schalte ich aber schnell wieder ab um zu schlafen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es wird Zeit in h\u00f6here Gegenden aufzusteigen, denn im Moment bin ich nur auf 2&#8217;500m \u00fcber Meer. Eisenbahn f\u00e4hrt von hier leider auch keine, also wieder der Bus. Mein Ziel ist Puno, aber laut Internet gibt es nur einen Nachtbus dorthin. Also fahre ich nach Juliaca, da gibt es einen gem\u00fctlichen Tagesbus. 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