Category: Switzerland

  • Sprudel

    Schon um 9:00 habe ich ein wichtiges Meeting, bei dem ich mit dem Handy teilnehmen kann. Das klappt gut, knabbert aber an meiner Frühstückszeit.
    Dann machen wir uns in die kühle Morgenluft dem See entlang. Ohne Elektromotor habe ich auch in kurzer Kleiung nicht kalt, aber mit Hilfsmotor ist Diana eher unentschlossen was sie anziehen soll.
    Die Fahrt geht in grossem Tempo voran, denn beide zieht es noch vor dem nächste Regen ins Sprudelbad. Das erreichen wir auch kurz nach dem Mittag.
    Ganz die Einzigen sind wir hier nicht, man muss teilweise recht lange anstehen um zu einem Sprudeldinglein zu kommen. Draussen unter den grossen Steinen schaffen wir es erstmals. Geduld haben wir aber genug, denn heute haben wir nichts anderes vor als Thermalbaden. Auch die Sauna wird besucht. Nach dieser liege ich sogar ins 17° kalte Wasser, damit ich mich im 39° Becken wieder aufwärmen kann. Die meisten Becken sind 34° warm, aber mir liegt das 36.5° Strudelbecken irgenwie besser, das ist genau perfekt warm!
    Wie gestern essen wir heute auch nur am selben Ort, in der Therme. Erstaunlicherweise ist es hier recht gut und günstig.
    Nach der Therme sind wir gut durchgesprudelt und bettreif.
    Das Hotel ist irgendwie wiederspenstig und will einfach nicht dort sein wo ich es vermute. Liegt aber auch an den falschen Angaben auf meiner Karte. Dafür gibt es eine komplette Ortsführung. Mit Dianas Hilfe finden wir es dann doch.

  • Wetterumplanungen

    Gestern Abend war der heutige Regen noch für den Morgen angesagt, und deshalb haben wir für heute einen späten Start geplant. Über Nacht hat sich leider der Wetterbericht geändert und nun ist der Morgen regenfrei, aber der Nachmittag nicht. Also koffeinieren wir Diana möglichst schnell auf und schauen ihre Müdigkeit in den Griff zu bekommen, denn sie hat nicht so gut geschlafen. Dann packen wir fertig und schaffen es ganz knapp auf den Zug. Da der Regen droht, fahren wir mit dem Zug sogar bis Ziegelbrücke. Das ist schade, denn eigentlich wollten wir schon ab Thalwil fahren. Aber so sollte es sogar reichen, dass ich ein mittelwichtiges 13:00 Geschäftsmeeting besuchen kann.
    Um 11:00 schwingen wir uns auf die Räder und folgen dem offiziellen Veloweg. Der Walensee ist schnell erreicht und der Veloweg führt schön dem See entlang. Aber nicht immer, denn ab und zu geht es steil den Berg hoch, insbesondere beim stillgelegten Restaurant.
    Dann sind wir schon beim Hotel. Einchecken wollen wir noch nicht, denn der Hunger ruft. Die Auswahl an Restaurants ist sehr bescheiden, aber ausreichend. Leider kommt das Essen erst 10min vor dem Meeting, und da es nur mittelwichtig ist, sage ich es lieber ab.
    Wir checken im Hotel ein und freuen uns eigentlich auf die SPA, doch die ist genau jetzt in Revision. Damit ist auch unser Plan für den Regen kaputt und so gehen wir ins Restaurant am Strand und warten kurz auf den Regen. Obwohl wir lange in einem Regenfreien Loch sind, kommt er so richtig. Die Luft wird so kalt, dass wir uns Wolldecken organisieren müssen.
    Als es ausgeregnet hat, gehen wir uns im Hotel umziehen und, mangels Optionen, wieder im selben Restaurant essen. Das ist ganz gut, aber recht teuer.
    Die Sonne lädt nun endlich wieder zum Spaziergang ein, da folgen wir doch gerne.

  • Langer Tag

    Früh am Morgen bekommen wir ein SMS von der Fluggesellschaft, dass der Flieger technische Probleme hatte und 1h zu spät zu seiner ersten Runde gestartet ist. Er wird 30min Verspätung haben. Also nehmen wir es ein wenig gemütlicher. Normalerweise werden Verspätungen ja immer grösser. Dann kommt wieder eine SMS, dass sie am aufholen sind und es pünktlich schaffen werden. Nun müssen wir uns sputen.

    Während im internationalen Bereich vom Flughafen Houston noch fast jeder eine Maske getragen hat und es hier auch Pflicht ist, sehen die Leute es beim nationalen Teil schon lockerer und die Quote liegt bei etwa 50%. Da wir als nicht TSA-Registrierte Personen ganz böse Leute sind, müssen wir nun durch Passkontrolle, Gepäckkontrolle und den Nacktscanner. Der ist zum Glück kaputt und wir kommen durch den normalen Metalldetektor.

    Pünktlich hebt der Flieger ab und alle Personen an Board tragen eine Maske, denn auch hier ist es Pflicht. Zum atmen ist es so sogar besser, denn man inhaliert so viel feuchtere Luft und die Nase trocknet weniger aus. Mühsam ist nur, dass die Bänder hinter den Ohren schmerzen auf die Dauer. Aussicht gibt es keine gute, denn wir fliegen über dem Wolkenmeer. Dafür landen wir pünktlich

    Chicago ist einer der aktuellen Coroa-Hotspots. Wir sind also umso vorsichtiger und bestellen nur eine Pizza, die sicher steril ist. Ansonsten telefoniere ich fleissig zum Zeitvertrieb. Geschäfte sind die meisten geschlossen.

    Pünktlich heben wir wieder ab zum Sprung zurück nach Europa. Mit vielen Filmen verbringen wir die Zeit im Jumbo Jet nach Frankfurt und die 8h sind recht schnell durch. Der Service wurde auch umgestellt: jeder bekommt 1.5l Wasser und ab und zu etwas zum Essen. Ansonsten kommt das Personal nicht vorbei.

    Da wir in Deutschland nicht einreisen können, müssen wir bei der Passkontrolle das Weiterflugticket zeigen. Ansonsten gibt es keine Fragen. Auch in Frankfurt sind viele Geschäfte geschlossen, aber man merkt, dass die erste Welle hier am abfallen ist und die Leute alles wieder lockerer nehmen als in den USA. Masken werden hier weniger getragen.

    Der letzte Flug ist jetzt endlich nach Zürich. Es herrscht keine Maskenpflicht mehr, jedoch eine Empfehlung. Dieser gehen zum Glück alle nach. Wir sind in der einzigen Reihe mit 3 Personen, ansonsten war bis jetzt auf jedem Flug die mittlere Reihe frei, damit die Passagiere mehr Abstand haben. Da nebenan eine komplette Reihe frei ist, gehen wir dorthin und Diana hat auch hier wieder einen Fensterplatz. Alle Flüge waren zu meinem Erstaunen immer soweit ausgebucht wie möglich, also so, dass immer ein Gang oder ein freier Platz zwischen den Personen in einer Reihe ist. Somit waren die Flüge recht angenehm vom Platz her.

    Normalerweise gibt es bei Flügen aus Europa in die Schweiz keine Passkontrolle mehr. Da die Grenzen aktuell gesperrt sind, haben sie provisorisch eine beim Eingang der Gepäckausgabe eingerichtet.

    Da wir nach so einer Reise noch nicht Zug fahren möchten, holt uns ein Kollege mit dem Auto ab und bringt uns direkt heim. Hier wartet auch schon feines Schweizer Essen auf uns, denn eine Schwester war einkaufen und hat unseren Kühlschrank gefüllt.

    Die ganze Reise war sehr mühsam mit 4 Flügen und einer Übernachtung, jedoch denken wir, dass es auch in den nächsten Monaten keine direkten Flüge geben wird. Etwas erstaunt waren wir, dass nirgendwo Fieber gemessen wurde. Es gibt anscheinend eine Berufsgruppe, welche von Natur aus immun ist gegen das Virus: die Polizei. Jedenfalls habe ich selbst in den USA nie einen Polizisten eine Maske tragen sehen, wo sonst alle eine trugen. Und auch an die Abstandsregeln müssen sie sich deshalb nie halten.

  • Französische Velotour

    Am Morgen ist eine Stadtbesichtigung angesagt. Wir sehen einige, schöne Orte von Genf. Die Altstadt ist sehr hübsch und eben auf der anderen Seite des Sees als der Bahnhof. Hier war ich noch nie so richtig. Bei der Kathedrale steigen wir auf die Türme hoch und geniessen die Aussicht.
    Mit einem kleinen Shuttleboot fahren wir zurück zur Bahnhofsseite. Wärend alle anderen nun auf den Zug gehen, packe ich das Velöli aus und fahre wieder zurück auf die Südseite und dem See entlang nach Osten. Es gibt einen ganz schönen Veloweg dem See entlang und der Himmel wird immer wolkenfreier. Mein Ziel ist Frankreich, aber wo genau weiss ich noch nicht.
    Leider geht die Strasse nun immer weiter vom See weg, aber zumimdest hat es noch Velostreifen. Die Dörfer sind recht rustikal und ganz hübsch, nur dazwischen ist links und rechts alles abgegittert und man sieht kaum was vom See.
    Durch einen schon länger verlassenen Zollposten komme ich nach Frankreich. Nun gibt es sogar schöne Velowege neben der Strasse, welche aber immer wieder abrupt im einer engen Nebenstrasse mit vielen Autos enden.
    Zum Glück kann ich auf eine noch kleinere Nebenstrasse abbiegen und dem Verkehr etwas ausweichen. Die Strasse führt mich zu einem hübschen, kleinen, mittelalterlichen und sehr touristischen Dörfchen. Das ist perfekt für mich, denn hier gibt es einen Bankomaten, Restaurants, Eisdielen, Nuss- und Käsewürste und viele Fotosujets.
    Gut gestärkt mache ich mich weiter dem See entlang nach Osten. Der Himmel ist unterdessen strahlend blau und die Velowege verlieren sich immer mehr, bis ich schlussendlich auf einer 4-spurigen Hauptstrasse ohne Velostreifen bin. Je weiter man von Genf weg kommt, desto velofeindlicher wird alles. Einen extrem autofreundlichen Carrefor finde ich trotzdem um mein Abendessen und die eine oder andere Wurst zu kaufen.
    Dann will ich aber nachhause, denn schön ist die Velofahrt nicht mehr. Ich nehme den schnellsten Weg zum Hafen der nächsten Stadt und erwische genau pünktlich ein Schiff nach Lausanne. Velos sind zwar nicht erlaubt, aber mein zusammengeklapptes Velöli ist ja nur Gepäck. Dann fahre ich möglichst schnell den Hügel hoch und erwische sogar noch einen früheren Zug als gedacht. Der ist aber so rappelvoll, dass viele Leute schon stehen. Ich steige also wieder aus und nehme den eigentlich geplanten Zug 5min später. Der ist nicht mehr so voll und hat auch Platz fürs Velöli. Das habe ich nicht mehr komplett umgebaut um es tragen zu können, sondern nur den Sack darüber geworfen. So kann ich es zum Umsteigen in Bern ganz schnell wieder aufklappen.
    Nach ganz viemem Umsteige auf- und zuklappen bin ich trotzdem überzeugt, dass es so einfacher ist also das Velöli zu tragen.

  • Teamausflug nach Genf

    Da der Weg recht weit ist, müssen wir auch früh los. Und da ich gerne so lange wie möglich schlafe, stelle ich den Wecker nur 30min vor der Zugabfahrt. Gepackt habe ich schon am Vorabend.
    Mit dem kleinen Faltvelo fahre ich an den Bahnhof und nehme es mit. Das werde ich morgen noch brauchen! Im Zug kommen immer mehr Kollegen dazu, bis wir in Olten komplett sind. Im Zug vervollständige ich noch die Liste für’s Check-in im Hotel. Diese gebe ich gleich im Hotel ab und wir lassen unser Gepäck dort. Ganz unerwartet bekommen wir sogar je eine Zweitageskarte für den ÖV in Genf vom Hotel!
    Das Tram zum Cern erwischen wir pünktlich, und dort können wir auch gleich die Besucher-badges abholen. Um gleich mal ins Cern einzutauchen, essen wir hier in der Kantine zu Mittag.
    Als erstes gibt es eine Führung in den grössten Teilchendetektor der Welt: den ATLAS. Er ist etwa 15m hoch und 25m lang. Da der Teilchenbeschleuniger im Moment verbessert wird, können wir ihn von Nahe betrachten. Der Anblick ist gewaltig und beeindruckt alle.
    Als zweites habe ich eine standard-Cern Tour gebucht und wir lassen und überraschen. Wir schauen bei der Antimaterie-Fabrick rein. Hier steht ein Teilchen-Entschleuniger. Die Antimaterie-Teilchen, welche bei einer Kollision entstehen, sind sehr schnell und werden hier abgebremst. Dann werden Anti-Protonen mit Positronen vereint und es entsteht Anti-Wasserstoff. Dieser wird dann hier untersucht.
    Dann schauen wir noch im Datencenter rein. Alle Daten werden hier zwischengespeichert, und zwar schon immer auf Magnetbändern. Dann werden die Daten rund um die Welt verteilt und im Grid-Computing-Verfahren verarbeitet.
    An der Treppe wird leider gearbeitet, was und alle in den Lift zwingt. Der ist für 13 Leute ausgelegt, und wir sind 13. Passt. Und weil es so schön eng ist, beschliesst der Lift vor dem nächsten Stock stehen zu bleiben und keinen Wank mehr zu machen. Der Notruf funktioniert und jemand ist unterwegs. Da wir eher ungeduldiger Natur sind, zuehen wir die Türe mit den Händen auf und gehen raus, denn es fehlen nur 20cm zu unserem Ziel.
    Da das Cern sehr gross ist, sind wir mit einem Bus unterwegs. Das missbrauchen wir auch gleich und fragen den Chauffeur, ob er uns nicht gleich zum Weingut fährt. Er macht es gerne und nimmt auch die 50.- Trinkgeld gerne. Mehr würde er auch nehmen.
    Bei einem Software-Teamausflug darf eine Weinverkostung nicht fehlen. Wir probieren uns durch 4 Weissweine und 4 Rotweine. Die sind alle ganz gut, aber mit meinen bescheidenen Weinkenntnissen kann ich gerade mal Weisswein von Rotwein unterscheiden.
    Den Zug zurück erwischen wir genau perfekt. Die Liste für’s Check-in hat auch Wunder gewirkt, denn wir müssen nur noch die Schlüssel verteilen.
    Das Lokal fürs Abendessen ist sehr gut gewählt, denn das Essen ist genial. Ich habe das Menü 1 mit Lachssalat, Rindsmedaillon und einem richtig spannenden Dessert!