Category: Switzerland

  • Rückflug

    Gepackt haben wir grösstenteils schon gestern, und so sind wir heute schnell fertig. Ein Taxi bringt uns zum Flughafen, es ist der kleinste Flughafen, den wir bis jetzt gesehen haben: er hat nicht einmal ein Gebäude, sondern nur überdachte Sitzplätze. Es kommen immer mehr Leute und die Bänkli werden immer voller.

    5 Flugzeuge landen nun fast gleichzeitig. Mit ein wenig Chaos steigen die Leute nun ein. Das Gepäck kontrolliert niemand. Wir merken ein wenig später als andere, dass wir nun auch einsteigen können. Nur noch die mittleren Plätze sind frei, und so quetsche ich mich ganz nach vorne direkt hinter die Piloten. So kann ich schön zuschauen wie sie starten und fliegen. Lange ist der Flug nicht, nachdem wir die Bucht von Nicoya überqueren, sind wir auch schon fast in San Jose.

    Zeit haben wir nun genug, also fahren wir mit dem Taxi zu einem Restaurant am Pistenrand. Dieser Ort ist bei den Einheimischen extrem beliebt und viele kommen hierher um die Flugzeuge starten und landen zu sehen. Wir geniessen noch ein wenig die Wärme und Diana versichert sich, dass er ihrer Familie noch gut geht.

    Jetzt geht es endgültig weg von der Wärme. Wir nehmen ein Taxi zurück an den Flughafen und checken ein. Diana hat sich einen Rollstuhl-Service organisiert, und gleich beim Checkin nimmt sie ein Mitarbeiter in einen Rollstuhl und schiebt sie. Er begleitet sie durch die Sicherheitskontrolle und den Zoll, dabei nimmt er stets den Spezialdurchgang an den Schlangen vorbei. Der Zoll erklärt mir, dass ich nur hätte 30 Tage bleiben dürfen, so hat es der Zöllner bei der Einreise eingetragen. Offenbar gab es damals ein Kommunikationsproblem, denn 30 Tage waren zuwenig. Nächstes Mal müssen wir genau schauen was bei der Einreise eingeschrieben wird.

    In der Abflughalle verlässt uns der Mitarbeiter und nimmt den Rollstuhl wieder mit. Wir setzen uns in ein Restaurant und müssen erstmals in Costa Rica einen Impfnachweis zeigen. Den haben wir ja, und so können wir ohne Maske sitzen, die müssen wir danach noch genug lange tragen. Abwechslungsweise gehen wir shoppen und essen etwas.

    Der Flug geht zuerst nach Liberia und dann erst im die Schweiz. Wie sie das genau machen weiss ich nicht, aber obwohl der Umweg 2h kostet, kommen wir pünktlich an. Am Gate wartet auch gleich wieder ein Mitarbeiter mit Rollstuhl für Diana. Auch jetzt kommen wir überall schnell durch. Nur viel helfen tut das nicht, denn scheinbar ist die Ettikette “Priority” von meinem Rucksack abgefallen. Somit kommt Dianas Koffer als Erster, und mein Ruckasack als Letzter. Aber er kommt, nur das zählt.

    Meine Schwester holt uns am Flughafen ab, und auch meine Mutter kommt zur Begrüssung mit. Zuhause müssen wir erstmal die Heizung komplett aufdrehen, denn an Temperaturen unter 25° sind wir uns komplett nicht gewohnt.

  • Geduldig warten

    Mitten in der Nacht müssen wir schon auf, damit es noch reicht um den letzten Rest zu packen, frühstücken und die Wohnung halbwegs ordentlich zu hinterlassen. Kurz nach 6:00 fährt auch schon der Bus, und der Zug ist erstaunlich voll und ich denke: All die armen Leute, die schon so früh aufstehen mussten obwohl in ihrem Kanton ein Feiertag ist. Diana hat 1L Kaffee mitgenommen um zumindest halbwegs wach zu werden, und mein Magen schläft auch noch.

    2.5h vor Abflug sind wir am Flughafen wie vorgeschrieben, nur wäre später kein Problem gewesen: Wir warten jetzt hier wieder und essen noch den Rest vom frischen Essen unserer Küche. Man muss schon vor dem Boarding den Pass und den Costa Ricanischen QR Code zeigen, aber das Boarding geht dafür schnell.

    Im Regen steigen wir durch die schier endlose Wolkendecke bis wir endlich an der Sonne sind und einen Blick über das Wolkenmeer haben. Europa sehen wir nie, erst über dem Atlantik lichten sich die Wolken. Beide schauen mit nur wenigen Unterbrechungen zum Essen Filme, in den 12h Flugzeit schaffen beide 5 Filme. Vor und über der Karibik sehen wir endlich einige Inseln, wobei Haiti die mit Abstand grösste ist. Wir sehen auch viele, schöne Korallenriffe wo sich die Wellen brechen. Offenbar sind die Wellen auch in der Karibik recht gross momentan. Aber das werden wir schon bald sehen!

    Direkt am Ausgang des Flugzeugs ist der Gang nicht klimatisiert, und so bekommen wir eine kurze Vorahnung, dass wir nun in einem wärmeren Gebiet sind. Die Wärme ist aber gleich wieder weg und wird durch die Klimaanlage des Flughafens unterdrückt. Hier dürfen wir jetzt mal noch fast 2h warten auf die Einreise. Wir werden wohl nie herausfinden wieso Leute 10min haben können, denn wir sind in 1min durch.

    Am Bankomaten merke ich, dass sowohl das Geoblocking wie auch das Online-Unblocking meiner EC Karte gut funktioniert.

    Das kurze Stück Fussweg zum Taxi ausserhalb des Flughafens wärmt uns wieder ein Stück bis wir im kalten Taxi durch den normalen Abendstau quetschen und dabei den Sonnenuntergang sehen. Hier herrscht eindeutig Lateinamerikanisches Temperament auf den Strassen: jeder Meter wird benutzt, insbesondere von den vielen Motorrädern.

    Nach etwa 1h schaffen wir trotzdem die 18km zum Hotel, und es ist merklich kälter. Wir beziehen nun das Zimmer, ich mache mich auf die Suche nach 2 Äpfel, welche ich zu meinem Erstaunen auch im Restaurant bekomme. Die essen wir nun am Pool wo die Temperatur nun schon unter 20° zu sinken droht. San Jose ist eben noch relativ weit über dem Meer und entsprechend ist es noch nicht so richtig tropisch hier. So gehen wir nun schlafen und freuen uns auf einen warmen Tag morgen.

  • Nach Lugano

    Genug Locarno, heute fahren wir nach Lugano. Wir gehen einigermassen früh auf zum frühstücken und machen uns noch bei kühleren Temperaturen dem See entlang auf den Weg. Am Ende des Sees ist erstmal Kaffein tanken und sonnencremen angesagt. Dann ruft auch schon die Ebene mit den vielen autofreien Strässchen. Ab und zu muss eine Umleitung gefunden werden, aber das schaffen wir gut.
    Ein kleiner Pass will auch noch überwunden werden, dank den Motoren gelingt das problemlos. Die Temperatur ist aber schon recht hoch und bringt uns trotz Motor zum schwitzen.
    Oben angekommen brauchen wir eine kurze Pause, die wir nutzen um Diana das Elternhaus meines Schwagers zu zeigen. Wir müssen uns mal meiner Schwester anhängen wenn sie ins Tessin fahren.
    Weg von der befahrenen Strasse auf Feldwegen geht der Veloweg weiter. Nur ganz so gut befahrbar sind die Velowege nicht: einmal ist der Kies so tief, dass Diana auch im Schrittempo das Gleichgewicht verliert und umfällt. Ausser ein paar Kratzern passiert zum Glück nichts.
    Nun wollen wir aber so direkt wie möglich zum Hotel, deshalb verlassen wir den Uferweg an einer Kreuzung mit einem anderen Veloweg. Unter der Bahn durch führt dieser Veloweg über extrem steile Treppen. Mit viel Kraft bringe ich beide Velos durch.
    Um ums nicht mehr durch den Mittagsverkehr kämpfen zu müssen und um Dianas Bein zu schonen, nehmen wir nun den Zug durch die Vorstadt.
    Das Ziel ist ganz einfach: alles beim Hotel liegen lassen und in den See schwimmen gehen. Der erste Teil klappt gut, nur für den 2. Teil müssen wir recht weit gehen, denn die Lido Bar lässt die Leute nur mit Online Anmeldung auf nur italienischer Webseite rein, was uns zu dumm ist.
    Beim Flussdelta gibt es einen wunderschönen Badestrand, da lohnt sich der Fussmarsch. Danach wartet schon gleich eine Pizzeria im Zentrum auf uns und wir schauen noch ein wenig den hinteren Teil der Stadt an.
    Die Bahn auf den Monte San Salvatore fährt bis fast um Mittetnacht, das wollen wir nun ausnutzen. Zum Sonnenuntergang sind wir oben und geniessen den Rundumblick, der bis weit nach Italien reicht. Selbst das Gebirge vor Genua ist sichtbar, obwohl es etwa 140km weit weg ist. Dabei träumen wir auch ein wenig von Italien selbst.
    Je tiefer die Dämmerung ist, desto mehr sehen wir die Lichter der Stadt. Auch tief in der Po-Ebene sehen wir viele Lichter. Auf der Karte stellen sie sich als Mailand und den dazugehörigen Flughafen heraus.
    Um 22:30 nehmen wir die zweitletzte Bahn runter. Vorher fällt mir aber eine Wolke auf, die ich mir kaum erklären kann: eine sehr hohe Schleierwolke leuchtet auch über eine Stunde nach Sonnenuntergang noch bläulich-weiss im fast schwarzen Himmel. Wenn, dann sollte sie ja eigentlich dunkelrot leuchten
    42km

  • Maggia

    Heute sind wir früher auf und wollen im Maggiathal sein bevor es regnet. Dafür gibt es auch einen Veloweg, der dem Fluss entlang führt. Die sind allgemeinn einfacher zum navigieren, da man einfach den Schildern entlang fahren kann und nicht immer anhalten muss um die Karte zu prüfen. Da es eine App zu den Velowegen gibt, weiss man trotzdem immer ob man noch drauf ist oder eben nicht.
    Genau diese App ist schon ganz praktisch, denn nachdem wir die Abzweigung verpasst haben und einem Seitenfluss gefolgt sind, merken wir mit einem Blick auf die Karte was passiert ist. So sind wir schnell wieder auf dem richtigen Weg, aber ein Kaffee am falschen Weg muss trotzdem noch besucht werden.
    Der nun wieder richtige Veloweg geht fast immer neben der Hauptstrasse und ist fast komplett autofrei. Auch viele, kleine Brücken sind da zum überqueren.
    Der Regen möchte uns gegen Mittag einen Besuch abstatten und kündigt sich mit Tröpfchen an. Das reicht uns genau bis ins Restaurant, wo wir den Regen genussvoll beim Mittagessen betrachen können. Wieder regenfrei kommen wir gut vorwärts und immer höher rauf. Ganz bis ans Ende wollen wir nicht, denn der nächste Regen kündigt sich auf der Wetterapp an. Wo sich das Thal aufteilt folgen wir dem rechten Teil weiter hoch, und diesmal wird’s steiler. Den ganzen Weg bin ich mit möglichst viel Unterstützung gefahren, denn ich möchte ausprobieren was der Ebike macht wenn der Akku leer ist. Und das finde ich nun raus: Ab 10% reduziert der Motor die Leistung und ab 6% stellt der Motor ganz ab, jedenfalls im Turbo den Berg hoch. Diana hat dann immer noch etwa halb voll und ist weit weg von leer.
    Unser Gefühl sagt uns nun, dass wir umdrehen sollten. So rasen wir die Strasse wieder runter bis zur Endstation des Buses nach Locarno. Der fährt auch gleich ab und hat perfekt Platz für unsere beiden Velos. Durch den Regen führt er uns direkt vors Hotel und wir kommen trocken heim. Vom Hotelfenster aus schauen wir zu wie das Gewitter vorüberzieht.
    Allzu weit wollen wir heute nicht gehen, also prüfen wir das Wildwest Steakhouse direkt unter dem Hotel. Das Essen ist sehr gut, und die Regenpause lädt zu einem Abendverdauungspaziergang.

    54km

  • Verzasca

    Gleich zum Frühstück kommen schlechte Nachrichten aus der Heimat: die wurde komplett verhagelt und auch unseren Balkonpflanzen geht es nicht gut. Es wird also leider keine frischen Erdbeeren geben bei unserer Rückkehr.
    Hier ist das Wetter besser und wir machen uns auf den Weg ins Vercascathal. Zerst kaufen wir Kirschen, dann fahren wir dem See entlang und in Tenero dann den Berg hoch. Vor etwa 20 Jahren war ich hier schonmal mit dem Velo hoch, aber mit dem Ebike geht es viel angenehmer!
    Die Staumauer ist schon sehr imposant anzuschauen, aber das Bungee Jumping brauche ich definitiv nicht.
    Jetzt wird die Strasse weniger Steil und geht dem See entlang bis die Vercasca edlich wieder zum Fluss wird. Direkt vor der bekannten Römerbrücke halten wir an, merken dass es Zeit zum Essen ist und gehen direkt ins Restaurant nebendran.
    Die Römerbrücke ist zwar ganz schön, aber extrem überlaufen. So machen wir uns auf den Weg tiefer ins Thal. Meine Motivation ist es, den Akku nicht tauschen zu müssen, deshalb fahre ich mit nur wenig Unterstützung. Diana wählt die Unerstützung je nach Laune, aber ihr Velo ist auch viel effizienter und sie braucht viel weniger Akku. Sie läuft also nicht Gefahr, dass ihr Akku leer wird.
    An vielen Autos vorbei finden wir schlussendlich das Ende der Strasse in einem hübschen, kleinen Dorf. Das würden wir gerne besser erkunden, aber der Wetterbericht macht Druck, dass wir schnell zurück müssen.
    Also kommt jetzt die grosse Abfahrt, zwischen 30 und 55km/h sausen wir wieder den Berg runter. Ohne Regen schaffen wir es bis Locarno zurück und wollen das mit Kirschenessen am See krönen. Nur genau dann fängt es an und wir kehren ins Hotel zurück. Mit 8% Akku komme ich an, Diana hat noch 42% übgig. Fairerweise muss ich sagen, dass mein Akku 400Wh hat und Dianas 500Wh. Jetzt hört es auch gleich wieder auf zu regnen, also lassen wir Velos und Gepäck hier undd gehen mit Schirm und Kirschen wieder an den See. Diesmal lassen wir uns den Spass nicht mehr verderben und essen die Kirschen unter dem Schirm.
    Diana möchte gerne eine Weisse Pizza ausprobieren. Das kann ich voll und ganz verstehen, also essen wir wieder in der selben Pizzeria wie gestern.

    69km

  • Tibetanische Brücke im tropischen Regenwald

    Dianas Nacht war leider nicht so gut, sie konnte zwar die Chemikalie nicht mehr riechen, aber die Allergie kam trotzdem. Die Tabletten und der Spray halfen zwar, aber viel schlafen konnte sie nicht. Auch ich hatte Mühe mit schlafen weil das Bett nicht sehr bequem war.
    Schlecht ausgeruht gehen wir früh frühstücken, packen alles zu den Velos und nehmen den Bus zur Talstation. Dann nehmen wir die Bahn eine Station hoch und landen in Curzutt, wo wir uns nun durch denen tropisch Dschungel den Berg hoch kämpfen. Man merkt richtig wie hoch die Luftfeuchtigkeit ist und wie wir schwitzen. Es erinnert uns gleich an einen Regenwald in Costa Rica. Auch die dichte Vegetation versetzt uns dorthin.
    Eine kleine Fotopause bei einer Kirche und eine Massagepause später sehen wir die Brücke. Nach dem Abstieg sind wir auch schon da und können die 270m fotografierend überqueren. Das Gefühl ist schon wunderbar soweit oben!
    Auf der anderen Seite lassen wir die Drohne steigen und fotografieren die Brücke aus anderen Winkeln. Diana wird auf der Brücke von oben abgelichtet.
    Zurück auf der anderen Seite essen wir endlich die Kirschen, die wir hochgebracht haben. Andere Leute waren schon ein wenig neidisch auf die feinen Kirschen.
    Der Rückweg ist gerade so lange, dass wir wieder Hunger bekommen und noch oben zu Mittag essen können. Aber erst nachdem wir die Kirche auch mit der Drohne festgehalten haben. Die Kirche scheint Leute schon seit Jahrhunderten anzuziehen, einige verewigten sich in den Wänden schon um 1750.
    Zurück in Bellinzona machen wir uns bereit zum Velofahren und verlassen die Stadt Richtung See. Die Ebene ist wunderschön zum Velofahren, es hat einen reinen Veloweg , der gut ausgebaut ist.
    Regen kommt bei uns keiner und wir schaffen es trocken nach Locarno. Das Lieblingshotel ist leider ausgebucht, aber wir finden noch eins mit wohlriechender Bettwäsche.
    Die wohlverdiente Pizza gibt’s dann am See, sogar mir Tiramisu.
    Diana Nase und meiner Hand geht es nun wieder gut. Wenn wir beide nächste Nacht gut schlafen, sind wir wieder richtig fit!

    21km

  • Wieder an die Wärme

    Das Frühstück ist mit Abstand das Beste bis jetzt: mit Rührei, Bündnerfleisch, Erdbeeren, Heidelbeeren und vielem mehr. Da essen wir uns erstmal satt. Dann braucht mein Handgelenk leider einen Verband, es schmerzt immer noch und es möchte nun geschont werden. Die Apotheke ist gleich nebenan und vor dem Packen verbindet Diana die Hand professionell.
    Nun lassen wir die vollbepackten Velos erstmal im Hotel und schauen die Stadt an. Das Schloss ist so schön, das Diana damit von allen Seiten fotografiert werden möchte. Dann gehen wir zum See runter um gemütlich dem Ufer entlang zu spazieren. Hier kommen wir durch ein ganz kleines Fischerdörfchen bis wir wie gerufen auf eine Badi mit Kaffee treffen. Hier wird Diana zuerst mit gutem Kaffee verwöhnt (der hier gar nicht so selbstverständlich ist) und dann kann sie auch noch baden gehen im nicht so warmen Wasser.
    Das Essen im asiatischen Restaurant hat Diana so gefallen, dass sie wieder dort essen möchte. Nur ist Montag und es ist geschlossen. Dann gehen wir halt zum Seerestaurant Fisch essen. Beide nehmen etwas mit Thon und sind überrascht, dass frischer Thunfisch gebraten wurde und eben nichts aus der Büchse kam. Da wir auch eher spät dran sind, haben wir einen Tisch direkt am See erwischt. Manchmal ist es ganz gut wenn ein Ort geschlossen ist, dann findet man was noch besseres.
    Wir schauen noch ein wenig die Altstadt an und holen dann die Velos. Das Wetter ist nur noch heute schön hier, dann kommt mehr Regen. Deshalb fahren wir nun ganz lange Zug, über Luzern ins Tessin. Das geht zum Glück nur mit 2 Zügen und einmal umsteigen. Im ersten Zug reservieren wir schonmal ein Hotel, dann müssen wir nicht lange suchen.
    Umsteigen geht gut und die reservierten Veloplätze sind genau da wo erwartet. Wir gehen aber dann weiter ins Restaurant zum Abendessen. Leider ist Hörndli mit Gehacktem ausgegangen, aber wir teilen uns Ravioli und eine kalte Platte.
    Beim Aussteigen müssen wir schnell sein, denn die Velos wollen abgehängt und rausgestellt werden mit Gepäck bevor der Zug weiterfährt. Auch das klappt wunderbar.
    Das Hotel ist direkt beim Bahnhof und wir checken schnell ein. Nur leider wartet für Diana ein beissender Geruch im Zimmer: Das Waschmittel enthält anscheinend dieselbe Chemikalie, die Diana schon am Dienstag zuvor eine Allergie ausgelöst hat. Sie sperrt die Duvets in den Schrank und wir besorgen viele Wolldecken um die Laken abzudecken. So kann sie den Geruch nicht mehr riechen.
    Bellinzona ist bei Nacht besonders schön, wir machen einen Spaziergang durch die Strassen und finden sogar eine gunkle Gasse zum Schloss hoch, wo wir die Aussicht auf die anderen Schlösser geniessen, die auch so schön beleuchtet sind.
    Der Verband an der Hand hilft sehr gut und es hat nichts mehr weh getan, obwohl ich ab und zu Velos rumtragen musste.
    400km(Zug)

  • Jurapass

    Frühstücksbuffet wollen wir nicht, Kaffee und Gipfeli reichen. Nun geht es ab auf den Pass. Ich muss nun eine gute Position für meine rechte Hand finden, denn das Handgelenk tut immer noch weh. Ich sag’s doch: Hausarbeit ist gefährlich und sollte man wenn immer möglich der Gesundheit halber sein lassen. Es geht aber einigermassen und ich finde eine Position wo nichts weh tut.
    Die Sonne scheint und wir werden immer wieder von Motorrädern und Autos übeholt. Der Veloweg zweigt aber jetzt von der Hauptstrasse ab und die Schilder versprechen auch ein gutes Mittagessen.
    Ab und zu überholt uns aber doch ein Auto, was bei der engen Strasse recht mühsam ist. Noch mühsamer sind aber die Kühe auf der Strasse. Ich kann mich noch vorbeischleichen, aber Diana ist das ganze gar nicht geheuer. Ein Bauer merkt es aber und treibt die Kühe von ihr weg.
    Der Hunger ist schon gross, aber wir überschiessen das Restaurant. Zum Glück merken wir es noch genug früh und müssen nicht weit zurück fahren. Auf einer Alp wird deftig gekocht und wir verstehen kaum was auf der Karte. Mein Französisch reicht aber soweit, dass ich die Erklärungen verstehen und wir was ganz feines bekommen.
    Nicht bestellt haben wir die dunklen Wolken, gekommen sind sie trotzdem. Also wird in den Turbo geschaltet und wir sausen den Berg runter.
    Genau bei ersten Dorf und somit auch beim ersten Restaurant ist dann auch der Regen da. Das gibt uns Zeit zu planen. Sobald der Regen  durch ist, fahren wir weiter nach Nyon zum Wunschhotel. Der Weg runter mit der Aussicht auf Genfersee ist wunderschön. Das Hotel ist aber eher faul und öffnet erst um 18:00. Das ist uns viel zu spät, also bekommt das Nachbarhotel eine Chance, und die wird genommen.
    Vom Hotelzimmer aus schauen wir dem nächsten Gewitter zu. Danach passiert etwas kaum denkbares: ich muss Diana überreden in die Stadt zu gehen zum Essen. Das klappt und sie ist im Vietnamesischen Restaurant überglücklich, dass wir doch raus gegangen sind. Dem befürchteten Regen können wir immer ausweichen.
    45km

  • Das Tal der Zeit

    Gut gefrühstückt (aber mit nicht so gutem Kaffee) fahren wir dem Veloweg entlang dem Seende entgegen. Der Weg geht mal hoch und mal runter, mal durch den Wald und mal durch Wiesen. Am spannensten ist ein Naturschutzgebiet mit Vogelbeobachtungshäuschen, wo wir den Enten zuschauen.
    Nicht mehr viel weiter sind wir in Yverdon im Seebadrestaurant, wo wir auch schon vor 3 Jahren waren und wo Diana ihren wohlverdienten, guten Kaffee bekommt.
    Nach dem Schwimmen ist auch schon Mittagszeit, und da wir praktischerweise schon in einem Restaurant sind, nutzen wir das.
    Mit einer kleinen Verirrung in der Stadt finden wir den richtigen Weg und fahren über sanfte Hügel durch die Felder den Velorouten entlang. Immer höher und steiler kommen wir, da das Ziel ja im Jura ist. Dafür wird die Aussicht immer schöner. Hier merke ich jetzt auch so richtig, dass mein Ebike mehr Batterie braucht als Dianas, der stärkere und weniger effiziente Motor, die breiteren Pneus, das schwerere Gepäck und vorallem der schwerere Fahrer saugen den kleineren Akku doch recht schnell leer. Dafür habe ich vorgesorgt und für mich einen 2. Akku mitgenommen. Den wechsle ich jetzt bevor der erste komplett leer ist. So hat auch Diana noch ein wenig Reservebatterie übrig.
    Also unser Wasservorrat langsam zuende geht, kommen wir ins Dorf der vergifteten Brunnen: alle 4 Brunnen haben kein Trinkwasser. Das nächste Dorf ist da besser und beschenkt uns mit frischem Trinkwasser.
    Immer weiter den Jura rauf kommen wir schlussendlich nach Vallorbe an den Bahnhof, wo wir mit dem Zug weiterfahren möchten. Dieser fährt uns genau vor der Nase weg obwohl (oder eben weil) wir den Fahrplan nicht angeschaut haben. Also schauen wir das Dorf an und merken, dass das einzig spezielle der Direktzug nach Paris ist. Zumindest haben die Läden noch offen und wir bekommen Kirschen, die wir dann am Bahnhof geniessen bis 1h später endlich der nächste Zug fährt.
    In Le Pont hoffen wir auf ein Hotel am See, was sich aber wie im Internet gesehen als ausgebucht herausstellt. Beim nächten Hotel sagen sie mir dann, dass es in 2 Autominuten oder 10 Velominuten eins hat. Nach 30 Minuten sind wir dann dort. Zum Glück war der Typ vom Hotel nicht unterwegs, denn anscheinend fährt er immer mit 340km/h, sonst würde er die Strecke nicht in 2min schaffen.
    Das Hotel ist nicht schlecht, aber die Ortschaft gefällt uns nicht so. Es gibt hier nichts anzusehen und auch kein anderes Restaurant als das beim Hotel. Also essen wir da. Mein Essen ist gut, aber Dianas Fisch ist nicht ganz durch. Zumindest bringen sie uns dafür ein gratis-Dessert. Es ist eine Kombination aus 3 Desserten, die ganz per Zufall auf der Tageskarte vom Mittwoch, Donnerstag und Freitag stehen.
    Waschen ist nun auch angesagt, und es gibt wieder einiges zu tun. Leider etwas zu viel für mein Handgelenk, das schmerzt nun.

    72km

  • Waldwege

    Gut ausgeruht und alle wieder fit machen wir uns auf den Weg am See. Es gibt einen wunderschönen und vorallem autofreien Veloweg fast dem ganzen Bielersee entlang. Ab und zu machen wir eine Pause und geniessen den Ausblick.
    Nach dem Bielersee fahren wir durch das kleine, aber herzige Städtchen Le Landron und fahren dem Kanal entlang, wo wir beschliessen dem Südostufer des Neuenburgersees entlang zu fahren. Über die Brücke und wir kommen vom Kanton Neuenburg zurück nach Bern.
    Hier fängt auch die Irrfahrt an, ich glaube, dass man direkt dem Kanal entlang unter der Eisenbahnbrücke durch weiter kommt. Der Weg wird aber immer schmaler und die Karte meint, wir sollen umdrehen. Ein besserer Weg wäre schnell gefunden, ist aber gesperrt. Die Umleitung ist ein schmaler Pfad quer durch den Wald. Mir macht das nicht so viel aus, aber Diana gefällt es nicht so. Der Weg wird zum Glück immer breiter, jedoch gibt es immer wieder riesige Pfützen. Wir haben langsam genug von den Waldwegen und nehmen nun die Hauptstrasse.
    Der Hauptstrasse entlang geht es nun schnell, wir sind mit 26km/h unterwegs. Das Ziel ist nun ein Seebad. Auf das müssen wir uns noch ein wenig gedulden, wir müssen noch einige Kilometer durch den Kanton Waadt strampeln bis wir ein wunderschönes Seebad finden.
    Während Diana sich im Wasser abkühlt, habe ich richtig Hunger und esse den zuvor gekaufen Salat. Der Wetterbericht meint etwa eine Stunde lang, dass es in 15min anfängt zu regnen. Dann wird uns das Spiel zu dumm und wir fahren einfach los. Regen kommt zum Glück keiner.
    Dem normalen Veloweg entlang fahren wir weiter nach Estavayer-le-lac. Hier finden wir auch gleich das Hotel, in dem wir vor 3 Jahren schon mal waren, und sie haben sogar ein schönes Zimmer für uns frei, mit Whirlpool. Den brauchen wir sogleich, denn eine Dusche gibt es nicht.
    Auch das Restaurant von vor 3 Jahren finden wir gleich wieder, und essen wie damals wieder sehr gut. Nun haben wir aber noch eine Drohne dabei, mit der wir nun die Stadt und uns fotografieren.
    Am Hafen steht immer noch das verlassene Hafenhotel, welches langsam am zerfallen ist. Diana war vor vielen Jahren dort mit ihrer Mutter und Grossmutter. Sie hat sehr schöne Erinnerungen daran und findet es traurig, dass das Hotel nicht mehr in Betrieb ist.
    Sie lässt die Drohne nun hier fliegen und fotografiert den Hafen und den Sonnenuntergang. Jedoch mag der einzige Bewohner des Hotels die Drohne offenbar nicht: eine Möve steigt auf und versucht die Drohne immer wieder zu vertreiben. Es dauert eine Weile bis ich das realisiere und lande dann die Drohne wieder.
    Wir geniessen noch die warme Nacht am See bis wir von den Moskitos ins Hotelzimmer gejagt werden.

    62km