Regen

Das Frühstück ist eher so naja, mit in Plastik verpackten Geipfeli und ein bisschen Tost. Laut Wetterbericht bleibt es heute trocken, aber scheinbar hat des Wetter den Bericht nicht gelesen: kurz nach der Abfahrt fängt es an zu regenen und wird immer stärker. Aber das ist eine ganz gute Gelegenheit, die Regenausrüstung zu testen. Und sie funktioniert sehr gut: auch bei starkem Regen wird nichts nass. Problematisch wird es einzig, wenn die Steigung zu gross wird und ich zu schwitzen beginne. Und so geschieht es prompt auch. Aber der Hügel ist zum Glück nicht allzu hoch, oben lässt sogar der Regen nach und ich kann ein Foto schiessen. Auf der anderen Seite runter geht’s dann schnell und es kommt sogar die Sonne hervor über Santander. Da ich den Wetterbericht von dort studiert habe, kann es sogar sein, dass er recht hat.
Ein grosser Vorteil, wenn man auf der Pilgerroute unterwegs ist, ist die gute Infrastruktur. Dank Extrafähren muss ich 10km weniger Weg machen und komme schnell vorwärts. Auch die Rastplätze, Velowege und Beschilderungen sind hilfreich.
Auf den Fähren komme ich noch kurz ins Gespräch mit anderen: sie wandern den Jakobsweg jeweils 1 Woche im Jahr. Das ist demnach die Erklärung wieso die Pilgerer nicht schlanker sind. Auch die zwei Frauen, welche ich gestern überholt habe, sind auf derselben Fähre. Sie machen den ganzen Weg von Orleans bis Santiago, auch in etwa 50km Etappen wie ich.
Der Nachmittag ist dafür recht sonnig und die Kleider trocknen schnell. Eigentlich wollte ich in Santander übernachten, aber da ich mit den Fähren so viel Vorsprung gemacht habe, fahre ich noch 20km weiter. Leider gibt’s keine Strasse direkt der Küste entlang.