Category: Cycling

  • Manta, Manta

    Den Vulkan habe ich nun gesehen und nun kommt die andere Attraktion der grossen Insel an die Reihe. Dazu muss ich auf die andere Seite nach Kona. Zum Glück gibt es einen direkten Bus dorthin.

    Die Fahrt um die Insel ist sehr spannend, denn der Regen kommt vorwiegend von einer Seite, Nordosten. Also von dort wo ich war. Je weiter um die Insel ich komme, desto trockener wird die Landschaft. Auf Hawaii gibt es fast alle Klimazonen, je nachdem auf welcher Seite und wie hoch man ist. Sogar Schnee kann es auf den Gipfeln geben.

    In Kona hat es keine Jugis im Zentrum, also habe ich mir ein Hotel gebucht im Internet. Das Zimmer ist schön gross und eine gute Abwechslung zu den Unterkünften vorher.

    Nun muss ich mich aber ums Tätigkeitsprogramm kümmern, denn ich bin hier wo getaucht wird. Bei der Tauchbasis beginnt auch gleich der Stress, denn ich habe nur 45min Zeit um alles zu erledigen. Es klappt alles perfekt und schon bin ich auf dem Boot um zum Tauchplatz vor dem Flughafen zu fahren. Zuerst wird der Tauchplatz bei Tag erkundet. Das Riff ist recht schön, jedenfalls besser als die bei Waikiki auf O’Ahu. Viele Fische schwimmen unher. Auch Moränen sind unterwegs.
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    Die eigentliche Attraktion kommt im 2. Tauchgang in der Nacht. Die Taucher haben starke Lampen am Grund aufgestellt, die nach oben leuchten und dadurch Plankton anziehen. Das Plankton ist nicht so interessant und behindert eher die Sicht. Um uns von der ganzen Planktonplage zu befreien, gesellen sich etwa ein Dutzend grosse Staubsauger zu uns und machen sich in eleganten Kreisen daran, das Wasser zu filtern. Einen einzelnen Mantarochen zu fotografieren ist kaum machbar, denn es kommt immer wieder ein anderer ins Bild. Da wir selbst auch Lampen haben, schwimmen sie nur ganz knapp über unsere Köpfe. Dabei berühren sie uns ab und zu sogar mit ihrer eher rauhen Haut. Nach knapp einer Stunde machen wir den Spuk ein Ende und tauchen wieder auf. Dieser Tauchgang ist wirklich sehr eindrucksvoll und definitiv zu empfehlen. Auch die Schnorchler an der Oberfläche haben ihre Freude, denn auch zu ihnen gesellen sich ganz viele Rochen.

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  • Neues Land

    Wenn ich schon neben einem aktiven Vulkan bin, der gerade Lava ins Meer fliessen lässt, dann will ich das auch gerne aus der Nähe sehen. Zum Glück bin ich da nicht der Einzige im Hostel mit dieser Idee. Eine Französin und eine Chilenin haben ein Auto gemietet und möchten das Spektakel bei Sonnenuntergang sehen. Da schliesse ich mich natürlich gerne an!

    Zuerst schauen wir mal die Küste an. Ein Park nahe der Lavaküste ist ein beliebter Surfpunkt. Während die Frauen baden und heisse Quellen entdecken, schiesse ich Fotos von den Surfern. Schliesslich kommt ja Surfen von den Uhreinwohnern Hawaiis, da währe es eine Schande keine Fotos zu machen.
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    Die Küste selbst ist mehr oder weniger frische Lava, die steile Klippen bildet. Es ist spannend zu beobachten wie die Natur das neue Land erobert und die Wellen es wieder abtragen. Am Mittag sind wir an einem Strand, der erst vor etwa vor 10 Jahren entstanden ist. Vorher war hier 100m tiefes Meer. Zum baden ist der Strand leider nicht geeignet, denn grosse Steine und grosse Wellen sind eine schlechte Kombination.
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    In der Nähe hat es nur einen Strand, der auch ganz speziell ist, denn hier sind Badekleider nicht obligatorisch. Das erstaunt doch sehr, dass so etwas möglich ist in den USA. Da die Frauen schwimmen möchten gehen wir trotzdem hin. Der Strand ist wirklich schön mit brandschwarzem Sand. Besucht ist er auch ganz gut von mehr oder weniger angezogenen Leuten.

    Doch nun wollen wir das Highlight sehen von heute. Die Strasse zur Lava ist auf den letzten 7km nicht mit dem Auto befahrbar, aber es gibt Velos zum mieten. Wir nehmen je eins und fahren mit Rückenwind zum Ort des Geschehens. Dort angekommen suchen wir erst einmal das Loch im Lavatunnel wo man die Lava fliessen sehen kann. Dazu muss man direkt über der fliessenden Lava stehen. Die Hitze ist gewaltig.
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    Genau zum Sonnenuntergang sind wir unten am Meer und können die Lava beobachten wie sie ins Meer fliesst und eine gewaltige Dampfwolke erzeugt. Mit zunehmender Dunkelheit sieht man mehr und mehr von der Lava. Da wir den Wind im Rücken haben, ist die Sicht auch meistens frei. Doch wenn Wellen in die Lava schlagen entbrannt ein Kampf zwischen Wasser und Feuer. Lavastücke fliegen ins Meer hinaus und eine Dampfwolke verdeckt die Sicht.
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    Komplett im dunkeln fahren wir gehen den Wind zurück. Die Velolampen und meine Videolampe helfen, dass wir trotzdem auf der Strasse bleiben. Dabei überholen wir ganz viele Velofahrer, die ihr Gefährt lieber schieben. Wirklich begreifen können wir das nicht.

  • Organisationstag

    Heute gibt es viel zu erledigen, denn ich habe mein Veloziel erreicht und muss nun das Velo und die Campingausrüstung loswerden.

    Die Campingausrüstung will ich heim schicken, denn das Zelt und die Pfannen sind wirklich genial. Schlafsack und Matte nehme ich weiter mit, die können noch nützlich werden.

    Vor ein paar Tagen habe ich schon mal in einem UPS Store abgeklärt wie teuer das wird, etwa 14 Pfund zu verschicken. Sie meinten etwa $150. Ok, ist nicht billig, aber immer noch weniger als das Zeug neu zu kaufen.
    Heute im UPS Store wollen sie über $700 dafür, das Gewicht wäre 20 Pfund. Da fühlt man sich ganz leicht verarscht. So bringe ich halt alles zur Post und verschicke die dort gemessenen 16 Pfund für $80. Da hoffe ich mal, dass das Packet trotzdem ankommt.

    Nun das Velo. Wert hat es kaum mehr, so ziemlich alles ist abgenutzt und muss ersetzt werden. Deshalb entsorge ich es für $25 beim lokalen Gebrauchtvelohändler. So wird es hoffentlich noch viele Jahre herumpedalen können hier in San Diego.

    Im Internet gibt es auch noch ganz viel zum organisieren für die nächste Zeit, und auch das klappt wunderbar.

    Um alles zu feiern gehe ich noch ins Kino am Abend.

    Distanz: 20km
    Totale Distanz seit Vancouver: 3313km

  • Der Nebel ist zurück

    Heute habe ich noch einiges vor zu erledigen. Weit ist es nicht mehr nach San Diego, doch ich werde ein wenig kreuz und quer fahren. Als erstes will ich zum La Jolla Strand, denn der scheint sehr bekannt zu sein zum tauchen. Als ich dort ankomme, sind effektiv vile Taucher und Surfer unterwegs. Nach einem kurzen Besuch bei einer Tauchbasis ist klar, dass ich am Dienstag gehen werde.

    Weiter draussen im Meer treibt die altbekannte Nebelwand auf die Küste zu. Bei der Fahrt um die La Jolla Halbinsel tauche ich sogar in den Nebel ein. Der ist zum Glück nicht mehr so kühl wie weiter nördlich. Ich bin aber schnell wieder daussen und suche meinen Weg möglichst der Küste entlang ins Stadtzentrum. Ein wunderschöner Veloweg unrundet eine Lagune mit ruhigem Wasser und Sandstrand. Da der Veloweg in eine Sackgasse führt, muss ich das Velo eine Treppe hoch tragen und über die Brücke.

    Der nächste Stop ist bei einem Motorradhändler um zu schauen ob ich für die übrige Zeit nicht ein Motorrad mieten will. Für meinen Geschmack ist das doch zu teuer.

    Nun nehme ich den direkten Weg in die Stadt, natürlich dem Ufer entlang. Das Bett in der Jugi ist schon reserviert, also muss ich nur noch einchecken.

    Fürs Abendessen ziehe ich mit dem Zimmerkamerasen um die Häuser. Es gibt recht gute Fish & Chips im Irish Pub, mit Bier natürlich!

    Distanz: 61km

  • Camp Pendleton

    Wie meistens beim Camping bin ich recht früh wach, also starte ich den Tag auch recht früh. Nach nur wenigen Kilometern kommt die Marinebasis Camp Pendleton, die sich nun über rund 30km zieht. Für die Velofarer wurde eine alte Strasse erhalten, jedenfalls ein Teil davon. Nach etwa der Hälfte führt der Veloweg  durch ein Eingangstor direkt durch die Basis. Nur Velofahrer und eben Angehörige der Marine können hier durch. Die Basis ist ganz spannend, denn sie sieht fast aus wie eine normale Stadt. Auf den Strassen sind fast nur Zivilfahrzeuge unterwegs, die Wohnhäuser sehen ganz normal aus, wenn auch etwas zu einheitlich, und es gibt Spitäler, Einfaufszentren und Restaurants. Nur an den Schildern und dass hier geknallt und hubgeschraubt wird merke ich, dass es eben eine Militärbasis ist.
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    Nach der Basis befinde ich mich wieder in städtischem Gebiet. Da mache ich Mittagspause am Strand und schaue den Surfern zu. Übernachten will ich wieder im State Park, und genau da will ich jetzt möglichst schnell hin. Heute will ich länger baden gehen.

    Schon um 14:00 bin ich da und werde auch gleich enttäuscht, denn ich komme erst um 16:00 rein. Die Wartezeit verbringe ich halt am Strand ohne baden, meine Sachen will ich nicht so öffentlich unbeaufsichtigt lassen. Dafür schaue ich wieder den Surfern zu, und davon hat es hier ganz viele. Der Ort scheint sehr beliebt zu sein. Mit einem Surfer spreche ich noch eine Wile. Er meint, dass sich hier auch viele Profisurfer tummeln. Weiter nördlich gibt es keine Surfer wegen den Haifischen, und nicht wegen dem kalten Wasser.
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    Punkt 16:00 bin ich wieder beim vollen Campingplatz, wo ich jetzt dank dem Velo reinkomme. Jetzt schnell das Zelt aufstellen, alles reinwerfen und sofort zum Strand. Das Wasser wird fast mit jedem Kilometer nach Süden wärmer. Hier halte ich es schon recht lange aus. Schwimmen kann ich bei den Wellen nicht, aber Wellenreiten schon. Die eine oder andere Welle erwische ich richtig gut und rutsche schön auf dem Bauch mit der Welle an den Strand.

    Nach der verdienten Dusche muss ich unbedingt Fotos schiessen von den Surfern während dem Sonnenuntergang.
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    Distanz: 58km

  • Der lange Strand

    Nun ist schon Schluss mit Hollywood. Da ich gestern bis Long Beach gefahren bin, fahre ich einfach dort weiter. Auch heute habe ich keine Lust auf Stadtverkehr, also nehme ich wieder die Metro nach Long Beach. Ausschlafen, Frühstück mit Pancakes, packen und Metro fahren dauert alles seine Zeit, so dass ich erst gehen Mittag da bin. Mit dem Frühstück brauche ich zum Glück kein Mittagessen, was wiederum Zeit spart.

    Long Beach hat wunderschöne Velowege dem Strand entlang, die ich natürlich gerne brauche. Ab und zu will ein Hafen umfaheren werden, was mich auf normale Strassen zwingt. Die Veloroute ist hier leider nicht mehr so gut angeschrieben, ab und zu muss ich im Navi nachschauen.

    Die US Air Force versucht auf einmal meine Aufmerksamkeit zu bekommen mit einer Flugshow über dem Wasser. Etwa 5 Flugzeuge machen eine Vorführung und zwingen mich dazu viele Fotos zu machen. Scheinbar ist morgen ein grosser Surfwettbewerb hier und ich habe die Probe der Vorführung gesehen. Stände werden auch fleissig aufgebaut.
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    Auch der längste Strand ist mal zuende und wird von hügeligen Klippen abgelöst. Hier wird auch das Fahrgefühl ein ganz anderes. Nun bin ich wieder eingequetscht zwischen stehenden und fahrenden Autos und pedale rauf und runter von Ampel zu Ampel.

    Das Klima hier ist massiv anders als vor Santa Barbara: es wachsen viele Palmen, ist über 30° C warm und die Luft ist mit etwa 10% Luftfeuchtigkeit staubtrocken. Verglichen mit den 15°C und >100% ist das schon etwas ganz anderes.

    Etwa um 4 Uhr gönne ich mir einen Besuch im Reataurant und verdrücke einen Salat. Etwas gesundes muss auch ab und zu sein, denn die Menuauswahl beschränkt sich in vielen Restaurants auf Burger, Tacos und Fish&Chips. Von alldem habe ich irgendwie genug gesehen, vor allem auch weil ausser vielleicht die Burger alles in anderen Ländern besser ist als hier.
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    Mein Ziel für heute ist ein State Park mit Campingplatz. Leider schaffe ich es erst nach Sonnenuntergang, aber ein kurzes Bad im Pazifik lasse ich mir trotzdem nicht nehmen. Der ist mittlerweile irgend etwas zwischen warm und kalt. Da die Faktoren alleine, dunkel, hohe Wellen, Brille und Strömung nach grosser Vorsicht schreien, gehe ich nur ganz kurz rein wo ich noch gut stehen kann und sofort wieder raus.

    Distanz: 76km

  • Ein Sommertag

    Da ich schon lange nicht mehr am Strand war, will ich heute ein gemütliche Strandfahrt mit dem Velo machen. Das Velo kann ich problemlos in die Metro nehmen, damit ist der Plan auch schon geschmiedet: mit der Metro nach Santa Monica, dann mit dem Velo nach Long Beach und wieder zurück mit der Metro.

    Die Stosszeit lasse ich mal aus, es reicht wenn ich später gehe. Nicht gerechnet habe ich, dass die Standzeit dem Velo nicht gefallen hat. Ein Platten vorne will geflickt werden. Scheinbar habe ich vorgestern etwas spitzes überfahren und schaue den Pneu an. Ein Dorn kann ich entfernen, doch der gieng nicht bis zum Schlauch. Das Loch im Schlauch selbst ist kaum zu übersehen, es ist an der Innenseite. Scheinbar ist der Schlauch wegen dem hohen Druck dort aufgerissen, wo die Speichen angemacht sind. Den Druck habe ich immer am Limit mit 85psi oder eben 6.5 Bar. Nachdem ich es geflickt habe, pumpe ich es nicht mehr ganz so hoch auf. Vorne ist weniger Belastung und da reicht auch weniger Druck für einen tiefen Rollwiderstand.

    Mit dem Velo schaffe ich es problemlos an den Strand. Dort warten ganz viele Kilometer neu aussehender Velowege direkt durch den Sand auf mich. Teilweise sind einige Fussgänger mit den Beschriftungen “Nur Velo” überfordert und blockieren den Weg. Das wird aber schnell besser. Für die Mittagspause wurde extra ein Bauernmarkt organisiert mit frischem Gemüse, Beeren und Früchten. Die Sonne wärmt heute besonders stark, was die Temperatur auf 30° bringt. Endlich mal ein schöner Sommertag! Der Smog ist auch ganz gut sichtbar über der Stadt als grauer Dunstschleier.

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    Auch der längste Strand ist mal zuende, doch die Küste noch lange nicht. Ich muss jetzt hoch und über den Klippen um eine Halbinsel. Danach bin ich schon fast in Long Beach, aber das Ganze zieht sich. Der ganze Hafen will noch umrundet werden während die Sonne am untergehen ist.
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    Distanz: 71km

  • Auf nach Hollywood

    Als ich um 7:00 erwache ist immer noch alles trocken. Der Wetterbericht meldet aber Regen ab 8:00. Da doch eine minimale Chance besteht, dass er recht hat, packe ich vor dem Frühstück. Aber natürlich hat er nicht recht, es ist nur neblig und einigermassen warm.
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    Die Veloroute ist sehr gut beschildert, so dass ich problemlos ohne Navi auskomme. Neben dem Highway 1, den ich doch noch nicht ganz hinter mir habe, ist extra für mich ein Veloweg direkt am Meer. Die Wellen sind teilweise so hoch, dass sie auf die Fahrbahn spritzen. Die Surfer freut das.
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    In Ventura haben die Leute 2 Beschäftigungen am Strand: surfen und Surfer fotografieren. Da ich ersteres nicht kann, mache ich halt letzteres. Der Standort verspricht gute Fotos, denn die Surfer kommen schön an mir vorbei.
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    Vorwärts komme ich heute sehr gut, um 14:00 habe ich schon über 60km auf dem Zähler. An anderen Tagen hatte ich da erst 20km drauf. Nicht nur der Rückenwind, sondern auch die wärmere Luft hilft mir schnell vorwärts zu kommen. Bei etwa 22° komme ich viel besser auf Touren als bei den 15° der letzten Wochen.

    Nach einem kurzen Ausflug weg vom Meer fahre ich an einer US Navy Basis vorbei, die sich auf Raketen spezialisiert hat. Direkt neben der Strasse ist ein Freiluftmuseum mit den Raketen und auch 2 Flugzeugen. Ist schon krass, was da alles entwickelt wurde.
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    Mein Plan ist es in Malibu zu übernachten, das wären dann immerhin knapp 90km heute. Malibu hat einen ganz schönen aber Strand, aber es ist komplett tote Hose hier, obwohl es Sonntag Nachmittag ist. Auch Unterkunft gibt es keine. Da ich nun wirklich Lust auf eine Pause habe, buche ich mir ein Bett für 4 Nächte in Hollywood. Santa Monica hätte mir zwar besser gefallen weil es am Weg ist, aber dort hat keine Jugi Platz für mein Velo. Nur genau eine in Hollywood hat auch Veloparkplätze.

    Jetzt muss ich nur noch die etwa 50km hinter mich bringen. Wenn ich so gut weiter komme wie bis jetzt, dann klappt das schon. Da ich ja länger belibe kann ich mich auch etwas überanstrengen.

    Sobald ich die Gemeindegrenze zu Los Angeles überschreite, ändert sich einiges für Velofahrer. Der Velostreifen wird nun offiziell zum Parkplatz gemacht, der auch rege genutzt wird. Somit bin ich eingequetscht zwischen stehenden und fahrenden Autos. Los Angeles wird also ihrem Ruf “LA ist scheisse” absolut gerecht. Santa Monica ist da schon besser, hier gibt es sogar einen guten Veloweg über den Strand. Aber allzu lange kann ich da nicht fahren, denn ich muss 20km ins Landesinnere nach Hollywood.

    Um keine Zeit zu verlieren fahre ich direkt nach dem Navi durch die Stadt. Das braucht 100% Konzentration bei dem Stossverkehr. Die Ampeln sind definitiv nur für Autos ausgerichtet, wenn ich bei Gelb über eine Ampel fahre komme ich nicht rüber bevor die Autos quer anrollen. Das heisst also bei gelb scharf bremsen. Hilfreich sind da die Fussgängerampeln, denn die zeigen an wie lange es noch grün ist.

    Kurz bevor es richtig dunkel ist komme ich an. Nach einer kurzen Dusche esse ich etwas auf dem Hollywood Boulevard und schlendere noch ein wenig herum. Ist irgendwie schon krass, dass der Walk of fame eben eine riesige Strasse mit 2 Spuren pro Richtung ist. Aber eben, ein Amerikaner geht ja auch nicht zu fuss, sondern im Auto. Insbesondere in LA. Hier am liebsten in einem richtig lauten Sportwagen.

    Distanz: 135km

  • Highway 1 komplett

    Die Internetverbindung ist wirklich gut, denn alle 28GB an Fotos sind gesichert worden. Auch das Frühstück ist ganz O.K. zum Glück war ich nicht campieren, über Nacht hat es geregnet und nun ist alles nass. Es nieselt sogar noch ein wenig, hört aber schnell damit auf.

    Der offiziellen Veloroute entlang fahre ich weiter auf dem Highway 1. Ganz stetig rauf über einen Pass von 300m, bei der ich bei dem schwülen Wetter doch recht ins schwitzen komme, und einer schönen Abfahrt danach zum abkühlen. Da endet auch schon der berühmte Highway 1 mit 2 Schilern und geht wieder in den Highway 101 über. Auf  dem 101 kommt auch gleich eine Raststätte für meine Mittagspause.

    Nun bin ich wie schon weiter oben dem Highway 101 entlang am Meer unterwegs. Neben der Strasse sind nun auch die Amtrak Gleise. Bei einem Aussichtspunkt habe ich sogar Schwein und sehe den Zug. Der starke Rückenwind zusammen mit der flachen Strasse lässt mich richtig schnell vorwärts kommen, teilweise bis 30km/h. Bei dem Tempo schaffe ich es auch locker nach Santa Barbara, was aber auch ein grösseres Problem ist. Die Stadt ist wirklich schön, und der Meinung bin leider nicht nur ich. Alle Unterkünfte sind ausgebucht oder min. $220. Das Timing könnte also kaum schlechter sein.

    Da ich schonmal hier war lasse ich Santa Barbara links liegen und fahre einfach weiter. Aber ich will zumindest wissen, was aus der Jugi geworden ist, in der ich damals war. Die Taucht nicht mehr auf im Internet. Ja, sie ist wirklich geschlossen und es wird gebaut.

    Mein Ziel ist nun einen Campingplatz zu finden irgendwo auf dem Weg, obwohl der Wetterbericht immer noch Regen voraussagt. Aber die Sonne seit Mittag sagt mir eben was anderes.

    Zuerst kommt der Hunger dran und ich gönne mir eine Pizza in einer Pizzeria. Ich bin zwar verschwitzt, das ist mir aber egal. Energie für die Weiterfahrt ist wichtiger.

    Die Sonne ist schon unten beim ersten Geistercampingplatz, den mir das Navi zeigt. Die Daten sind leider teilweise schlecht. Nach einer richtigen Bonzengegend hat’s wieder Hotels, aber billiger sind sie nicht. So frage ich nochmals das Navi nach einem Campingplatz. Diesmal kommt der Jackpot: ein State Beach Campground. Die sind gut, günstig und vor allem haben sie immer Platz für mich, auch wenn sie komplett voll sind.

    Nach eiener schönen Dusche und Kleiderwaschen will ich den Strand sehen. Bei Vollmond sieht man alles wunderbar, und so wandle ich im Pyjama durch den Sand und lasse die Füsse von den Wellen umspühlen. Das Wasser ist hier tatsächlich viel wärmer als weiter oben. Es ist nur noch kalt, nicht mehr eiskalt! Das merke ich auch an der Lufttemperatur, die sinkt nach Sonnenuntergang nicht mehr so stark ab.

    Distanz: 105km

  • Allgemeiner Plattentag

    Laut Wetterbericht ist der Morgen bewölkt, gefolgt von Regen am Nachmittag. Die Sonne hat den Bericht scheinbar nicht gelesen und scheint einfach weiter.

    Gleich nach einigen Kilometern überholt mich ein älteres Paar mit dem Rennvelo, nur um wenig später einen Pneu zu flicken. Sie haben freude an meinem Anhänger, denn der kommt genau aus dieser Gegend.
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    Nach einem Hügel sehe ich wieder das Meer und die altbekannte Nebelwand weiter draussen. Allzu lange bleibe ich nicht am Meer, denn ich muss nochmals ins Innland. Doch zuerst wird mal gegessen. Die Ortschaft ist überfüllt mit Hot Rods, so wie es aussieht ist da ein Oldtimer Treffen im gange. So wirklich gefallen tun mir die Hot Rods nicht, also ziehe ich weiter ohne gross zu fotografieren.
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    Im Inland wird wieder viel Landwirtschaft betrieben. Bei der Sonne hier wachst scheinbar einiges, jedenfalls wenn genug Wasser vorhanden ist.
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    Auf einmal fühlt sich mein Vorderrad weich an, was auf einen kommenden Platten deutet. Ich fahre noch bis ich Platz zum reparieren habe und halte an. Da kommt auch schon die deutsche Velofahrerin, die ich schon bei den Ottern getroffen habe. Sie macht auch gleich Pause während ich den Pneu untersuche und den Schlauch repariere. Es war ein Dorn. Sie erzählt mir, dass sie heute auch schon einen Platten hatte wegen Dornen. Scheinbar ist heute allgemeiner Plattentag. Da sie kein Zelt dabei hat, macht sie Coachsurfing und lernt viele Leute kennen.

    Anstatt Regen kommt am Nachmittag auch Rückenwind auf. So komme ich ganz schnell ganz weit. Um 17:00 muss ich aber eine schwere Entscheidung treffen: entweder fahre ich nun 10km in die falsche Richtung oder 30km in die richtige Richtung um ein Hotel zu finden. Die Beine melden, dass 30 weitere Kilometer kein Problem sind, vor allem wenn sie dadurch 20km Umweg sparen können. Somit übernachte ich nicht wie eigentlich geplant in Santa Maria, sondern fahre weiter nach Lompec, wo die Strasse direkt durch die Hotelzohne führt.
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    Um die Zeit im Dunkeln zu reduzieren gebe ich nun Gas. Der Sonnenuntergang ist auch heute sehr lange und kitschig, auch wenn ich nicht direkt am Meer bin. Die Wolken werden etwa 10min nach Sonnenuntergang knallrot von unten beschienen, was aussieht als ob sie brennen. Auch lange danach leuchten sie noch.
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    Am Wochenende tendieren die Hotelpreise zu steigen, besonders wenn man erst um 19:00 ankommt und nehmen muss was übrig ist. Ich habe keine Lust lange zu suchen und verschaffe mir über Booking.com eine Übersicht. Das Motel 6 ist wieder das Billigste, hat aber sicher wieder kein brauchbares Internet. Deshalb gehe ich zum nächsten, das hat Internet und Wifi inclusive und ist kaum teurer. Das Wifi ist sogar richtig schnell, wenn ich Glück habe kann ich alle Fotos sichern hier durch die Nacht.

    Distanz: 86km