Category: Review

  • Rückblick Lateinamerika

    Eine Reise in Lateinamerika ist immer ein Abenteuer. Die Infrastruktur ist meistens nicht sehr gut ausgebaut. Das betrifft vor allem die Wasserversorgung und die Abwassersysteme, denn die Wasserversorgung bringt weder viel Druck (häufig kommt auch gar kein Wasser) noch ist das Wasser trinkbar. Wenn Kläranlagen existieren, dann sind die Leitungen trotzdem so klein, dass kein Toilettenpapier das WC herunter gespühlt werden darf. Ohne Kläranlage landet das Abwasser in einer Sickergrube. Ausnahmen zu dem sind einzig reichere Grossstädte wie Panama Stadt oder Medellin. Ok, auch in Panama Stadt fiel das Wasser aus.

    Die allgemeine Mentalität der Läute ist in allen lateinamerikanischen Ländern etwa ähnlich. Korruption, Kriminalität, riesiges Gefälle zwischen Arm und Reich, morade Infrastruktur und solche Dinge sind fast überall ein Problem. Natürlich immer mit grösserer oder kleinerer Ausprägung. Ein Spruch, den ich in Argentinien gehört habe, finde ich besonders gut: “Wir wurden leider von den falschen Leuten kolonialisiert”. Wenn man schaut wie es den Englisch sprechenden Ländern geht, dann liegt da sicher ein Funken Wahrheit drin. In Europa ist Spanien auch kein Paradebeispiel von Integrität und Arbeitstüchtigkeit.

    Bei den Reisen muss man dementsprechend auch Abstriche am Komfort machen, denn die Regel “Man bekommt was man bezahlt” gilt auch hier. Vieles ist günstiger, aber die Qualität ist auch tiefer. Ein Hotelzimmer gibt es schon ab 10 Franken, aber da ist dann halt nur ein Bett drin ohne andere Möbel. Mit Glück hat die Dusche heisses Wasser, mit Pech gibt es gar kein Wasser. Man sollte auch nicht teurere Dinge, die man nicht verlieren möchte, mitnehmen. Meine Organisation war da nicht ganz perfekt, denn für die Veloreise wollte ich teure Kameras und ein teures Handy mit auf die Reise nehmen. Die Kameras konnte ich an allen Langfingern vorbei schmuggeln, das Handy aber leider nicht. Für Lateinamerika hätte ich lieber das Alte gehabt.

    Das Essen ist nach meinem Geschmack in Mexiko am besten. Südamerika hat hier eine ganz andere Kultur, die essen lieber Süss statt scharf. Aber so richtig genial gute Gerichte hätte ich in Südamerika nicht gefunden. Da sind die Mexikaner ungeschlagen.

  • Rückblick Chile

    Sehr auffällig ist das hohe Preisniveau in Chile. Das Bier kostet teilweise mehr als in der Schweiz und ein Menü unter 10 Franken gibt es kaum. Es scheint also ein Land mit einem sehr grossen Gefälle zwischen Arm und Reich zu sein, denn die ganzen Strassenrandverkäufer und Ampelartisten sind trotzdem da. Badeferien in Chile sind auch keine gute Idee, ausser man ist resistent gegen kaltes Wasser.

    Die karge Wüstenlandschaft hat definitiv ihren Reiz, leider habe ich ausser einem kleinen Teil der Atacama Salzebene kaum was davon gesehen. Für weitere Erkundungen sind die Strassen aber in einem ganz guten Zustand. Das Bussystem ist typisch für Lateinamerika sehr gut ausgebaut. Nur Argentinien ist hier noch besser.

    Wirklich einfach zu verstehen sind die Chilenen auch nicht. Sie benutzen viele eigene Wörter, reden gerne schnell und die Aussprache ist auch nicht wirklich klar. Bolivianer und Peruaner sind da viel einfacher zu verstehen.

  • Rückblick Dragoman Tour

    Nach so viel selbst reisen sind meine Erwartungen an eine Tour natürlich hoch, denn ich weiss ja selbst was ich etwa machen würde.
    Die Erwartungen wurden leider nicht erfüllt, bei weitem nicht. Das fängt schon damit an, dass ich die Tour bei Intrepid gebucht habe um herauszufinden, dass sie von einer anderen Firma durchgeführt wird. Da bin ich mir schon mal verarscht vorgekommen.
    Eigentlich nicht vertretbar ist, dass es keinen Reiseleiter gibt. Die Crew besteht nur aus 2 neuen Fahrern ohne Ahnung von Land und Sprache. Dazu kommt ein peruanischer Reiseleiter als Übersetzer. Irgendwelche Informationen über die Länder oder Orte gibt es keine. Wir werden meist einfach von Stadt zu Stadt gekarrt um dann in den Städten selber lokale Tours zu buchen und bezahlen. Da komme ich mich definitiv auch verarscht vor, denn genau das kann ich auch selbst für einen Bruchteil des Preises mit viel mehr Komfort. Ich hätte mir definitiv einen erfahrenen Reiseleiter gewünscht, der uns auch zu den interessanten Orten abseits der Zivilisation bringen kann. Genau dafür wäre ja der Geländebus mit Zelten auch ausgestattet.

    Natürlich gab es auch gute Momente, z.B. der von lokalen Leuten durchgeführte Ausflug über den Salzsee zu der Kakteeninsel oder der Bauernhof mit dem Reitsusflug. Die waren aber beide nicht von Dragoman durchgeführt worden.

    Die Landschaft der Anden selbst ist absolut spektakulär mit seinen Wüsten und Schneebergen. Wer hier gute Fotos schiessen will, muss jedoch individuell mit eigenem Fahrzeug unterwegs sein, denn anders sind die schönen Orte bei Sonnenauf- oder Untergang nicht erreichbar. Die Tour hat da leider auch nicht geholfen.

    Mit dem Internet ist das auch so eine Sache. Viele Leute speichern ihre Fotos in der Cloud, was die Leitungen natürlich glühen lässen würde. Was effektiv passiert ist, dass die allgemein lahme Verbindung sofort komplett unbrauchbar wird sobald sich die Gruppe im Netz anmeldet. Mei mir hat es z.B. über eine Woche gedauert bis ich die 100MB meiner abonnierten Zeitschrift fehlerfrei heruntergeladen hatte. Von Backup ist da schon gar keine Rede mehr.
    Natürlich kann Dragoman nichts für die Internetanbindung der Hotels, aber sie wäre eben ein sehr wichtiges Auswahlkriterium. Solche Unterkünfte mit schnellem Internet gibt es überall in den grösseren Städten und die sind nicht schwer zu finden.

    Das Fahrzeug “Mamasita 2” hat mir so mittelmässig gefallen. Einerseits ist es genial einen Offroadbus zu haben wo man fast überall hinkommt und alles dabei hat um einige Tage ohne Zivilisation auszukommen. Das haben wir aber kaum ausgenutzt und sind fast nur von Stadt zu Stadt gefahren. Für lange Fahrten sind die Sitze jedoch onbequem und viel zu eng. Vorallem für Leute mit langen Beinen sind lange Fahrten eine Qual.

  • Rückblick Argentinien

    Den Start hat Argentinien ordentlich verbockt mit 5h Wartezeit an der Grenze. Wer also von  Chile her nach Argentinien kommt, muss also mit Wartezeiten rechnen. Der Grund ist ganz einfach: die beiden Länder hassen und chikanieren sich gründlich.

    Abgesehen davon ist Argentinien das am höchsten entwickelte Land in Südamerika, das ich bis jetzt gesehen habe. Es fühlt sich alles etwa so an wie in Spanien. Das Spanisch hier ist aber wieder schwieriger zu verstehen als z.B. in Bolivien oder Peru. Es wird mehr genuschelt und Buchstaben verschlucht.

    Landschaftlich hat Argentinien auch einiges zu bieten, aber bei weitem nicht so viel wie Bolivien oder Chile. Wobei ich natürlich nur einen winzigen, flachen Teil von Argentinien gesehen habe.

    Interessant ist wie das Land zu seinem Namen gekommen ist: einer der Entdecker hat den Fluss in Buenos Aires “Silberfluss” getauft weil er so schön silbrig glänzte. Vom lateinischen Namen von Silber wurde dann Argentinien abgeleitet.

    Begeistert haben mich auch die Argentinier selbst, sie waren bis jetzt die nettesten Leute auf der Reise. Ein Verkäufer hat uns z.B. in ein anderes Geschäft geführt weil seins nicht hatte was wir gesucht haben. Auch sind sie extrem gesprächig und teilen gerne das Essen.

  • Rückblick Peru

    Allzu viel habe ich nicht gesehen von Peru, aber was ich gesehen habe hat mir meistens gefallen. Ausser einige Städte, die sind wirklich hässlich. Meistens ist das Kolonialzentrum das einzige schöne. Aber die Landschaft ist absolut genial. Auch die kleineren Dörfer sind viel sehenswerter als Städte. Mit dem Bus unterwegs zu sein ist deshalb eher schade, denn man sieht die wunderschöne Landschaft meistens nur durchs Busfenster und landet dann wieder in einer Stadt. Mir würde es hier auf einem Motorrad viel besser gefallen, denn das Schöne ist ja die ganze Landschaft und nicht einzelne Orte. Die Jahreszeit ist auch eher unglücklich gewählt, denn es ist Regensaison. Zwar regnet es nie richtig lange, aber die ganzen schönen Gipfel sind halt immer in den Wolken versteckt. Viel besser wäre August, September oder Oktober. Obwohl es dann Winter oder Frühling ist, sind die Temperaturen höher am Tag weil die Sonne immer scheint und der Himmel klar ist.

    Die Kultur ist auch ganz spannend, denn ich wusste z.B. nicht dass die Inkas hier nicht lange an der Macht waren, sondern noch ganz viele andere Kulturen vorher.

    Die extremen Höhen sind nicht wirklich ein Problem, aber man muss halt genug Zeit einrechnen um sich anzuklimatisieren.

  • Rückblick Kolumbien

    Die Vielseitigkeit Kolumbiens hat mich überrascht. Das Land hat fast alle Klimazonen, von tropischen Verhältnissen an der Karibik über Schnee in den Anden bis zu Wüsten. Die Kulturen sind auch ganz unterschiedlich von sehr offen, warmherzig aber arm an der Karibik zum eher kälteren Umgang im reicheren Hochland. Als Ferienziel ist Kolumbien noch nicht so bekannt, was von mir aus ein Fehler ist. Die Vielseitigkeit der aufstebenden Nation wird mich sicher wieder auf Entdeckungsreise ziehen. Gesehen habe ich nur einen ganz kleinen Teil, aber der hat mir definitiv gefallen!

  • Rückblick Segeltour

    Die Tour hinterlässt gemischte Gefühle. Mein Magen war zum Glück stabil genug und brauchte nicht mal Tabletten um nicht Seekrank zu werden. Bei anderen haben die Tabletten nichts gewirkt und sie breichten von schrecklichen Erlebnissen. Für Gefährdete ist diese Tour definitiv nicht empfehlenswert. Die etwa 36-stündige Fahrt auf dem offenen Meer kann da zu einem Horrortrip werden.

    Aber auch für mich war die Fahrt nicht so angenehm, auf offenem Meer, und das waren immerhin 3 von 5 Nächten, konnte ich schlecht schlafen. Der Motorenlärm, die Abgase, das Schaukeln des Bootes und die engen Platzverhältnisse sind nicht gerade bequem. Die Stimmung an Board wird auch für Gesunde zunehmend schlechter wenn alle sich übergeben müssen.

    Die Inseln wiederum haben mir ganz gut gefallen. Die Meisten sind noch komplett natürlich, was halt auch mit Plastikflaschen verschmutzte Strände mit sich bringt. Die Karibik ist halt leider eine riesige Mülldeponie. Schnorcheln war meistens nicht so der Hit, aber das letzte Riff war wirklich schön. Die Küche an Board war auch immer sehr gut und die Köchin hat definitiv meinen Respekt verdient bei diesen Bedingungen zu kochen.

    Dass an Board Süsswasser gespart werden muss ist irgendwie klar, jedenfalls wenn kein Salzwasser aufbereitet werden kann. Dass man über 5 Tage nicht richtig duschen kann ist wiederum nicht sehr praktisch. Man kann sich zwar an Deck mit ein wenig Wasser übergiessen, aber die intimeren Körperteile bleiben da aussen vor in der Öffentlichkeit. Mit richtig duschen und Haare waschen hat das auch nichts zu tun. Jedenfalls freut man sich auf eine gute Dusche an Land.

    Dass wir kaum richtig gesegelt sind ist auch schade, denn das wäre um einiges angenehmer gewesen in der Nacht ohne den Motor. Gegen den Wind kann der Zeitplan halt besser eingehalten werden mit dem Motor.

    Zusammenfassung: wer schnell Seekrank wird sollte diese Tour besser sein lassen. Für alle anderen ist es ein Erlebnis, von dem man später noch erzählen kann.

  • Rückblick Panama

    Panama ist einerseits ein ganz typisches Land in Lateinamerika, andererseits eben gar nicht. Den Unterschied macht der Kanal, er bringt Unmengen ins Land, was man insbesondere an Panama Stadt sieht. Dort steht sicher die schönste Skyline und Uferpromenade von Mittelamerika und kann sich auch weltweit gut schlagen.

    Die Armmut ist trotzdem da unter der Bevölkerung, auch wenn sie fast keine Steuern bezahlen müssen. Dieser Teil ist dann halt der typische für Lateinamerika. Es ist somit möglich die 1. und 2. Welt in einem Land zu sehen. Viele Teile von Panama sind immer noch komplett bewaldet und kaum bewohnt. Insbesondere die “Darien Lücke”, also die Grenze zu Kolumbien, ist doch extrem speziell, denn es führt keine Strasse durch dieses gefährliche Rebellengebiet. Dort durch muss man entweder mit dem Schiff oder mit dem Flugzeug, was so richtig mühsam wird wenn man ein Fahrzeug dabei hat.