Category: Italy

  • Amalfiküste

    Das Frühstück war sehr Grosszügig und ich konnte mich richtig sattessen. Danach gieng es weiter der Küste entlang vorbei an von Müll übersähten Stränden und auf endlich mal wieder richtig schöne Strassen! Für kurze Zeit hatte ich sogar Rückenwind, aber das hat nicht viel gebracht bergauf. Die Dörfer wurden immer schöner und touristischer. Viele 4-Sternehotels kamen zum Vorschein als ich immee höher kletterte. Schlussendlich hatte ich die Halbinsel überquert und es gieng auf der anderen Seite wieder runter. Die Aussicht war wunderschön, das Meer mit den steilem Klippen und nichts überbaut!

    In Windeseile gieng es runter zum ersten Ort, von wo es dann wieder rauf gieng. So gieng es dann die ganze Küste lang weiter: Ortschaft, rauf, runter, Ortschaft. Was dem ganzen aber einen Dämpfer verpasste, waren wieder mal die Autos und Roller, welche sich in endlosen Kollonne durch die Kurven drängten und dabei eine Rauchspur hinterliessen. Wobei der Fahrstil zumindest besser wurde: während die Autos in Neapel noch wie die gepickten Affen fuhren, verhielten sie sich hier nur noch wie Affen.

    Speziell mühsam waren die Autobusse, welche kaum mit den Autos kreuzen konnten. Bergab war ich also viel schneller und es war immer ein Höhepunkt, wenn ich einen überholen konnte und danch bis unten keine Autos mehr knapp an mir vorbeischrammten, weil sie durch den Bus blockiert waren.

    Dies war auch ein Grund, wieso ich die ganze Küstenstrasse noch am Sonntag hinter mich bringen wollte: Am Montag kämen noch Lastwagen und Berufsverkehr dazu. Deshalb fuhr ich bis Salerno und wollte dort ein Hotel beziehen. Da ich aber keins fand, fuhr ich weiter und fand eins weiter südlich.

  • Abfall

    Das Frühstück war ziemlich mickerig für so ein Hotel, dafür habe ich aber ein schweizer Pärchen getroffen, welches Verwante besuchte. Das Gespräch war sehr interessant: diese Gegend ist bekannt für die halsbrecherischen Überholmanöver und die Abfallentsorgung auf die Strasse. Dies soll noch so bleiben bis Neapel, dann jedoch wieder besser werden.

    Weil Regen und tiefere Temperaturen vorausgesagt wurde, habe ich die langen Hosen angezogen anstatt der Velohosen. Der Regen blieb aber zum Glück aus.

    Die Strasse gieng durch mehrere Orte mit vorwiegend schwarzer Bevölkerung, als die Ortschaften aufhörten, standen zuerst schwarze, dann weisse Prostiruierte an der Strasse. In dem Viertel gab es auch einen 5-Sterne Heiratspalast. Ich fand die Gegensätze sehr interessant.

    Neapel selbst war eine dreckige und zerfallene Stadt. Die Strassen waren in sehr schlechtem Zustand, viele Autos verbeult und es lagen gar kaputte Autos und Roller am Strassenrand. Ich wollte nur so schnell wie möglich raus und in eine bessere Gegend.

    Das Ganze zog sich noch im die Länge, aber schlussendlich wurden die Strassen und Häuser wieder besser und ich fand sogar noch ein vernünftiges Hotel.

    Zum Abendessen geing ich ins Restaurant und war wieder mal der einzige Gast, obwohl ich erst um halb 8 reingieng.

  • Keine Verkehrsregeln mehr

    Es scheint, als ob Italien in 3 Teile aufgeteilt ist: Der Norden, welcher ähnlich ist wie das Tessin, dann die Mitte ab der Küste bis und mit Rom und nun der Süden. Die Landschaft ist zwar immer noch ähnlich, aber die Leute sind anders. Es gibt kaum mehr Supermärkte, fast keinen Tourismus mehr (Die Hotels, Campingplätze und Restaurants sind fast komplett leer), alles ist billiger, es gibt mehr verlassene Gebäude und der Fahrstil ist nochmals agressiver: es wird standardmässig bei doppelter Sicherheitslinie und Gegenverkehr überholt. Angehalten wird nur für Rotlichter. Der Strassenrand ist nochmals mehr übersäht mit Abfall. Auch überfahrene Tiere werden nicht weggeräumt.

    Die Fahrt gieng auch durch riesige Gemüsefelder, welche durch dunkelhäutige Feldarbeiter geerntet und gepflegt wurden.

    Da am Nachmittag Gegenwind aufkam und ich nicht brsonders Motiviert war, beschloss ich schon um 15:30 an einem Hotel anzufragen. Der Preis mit 45€ war mehr als O.K., also zog ich ein. Die Dusche war eine Überrschung: ein eigener Boiler stand da, welcher erst angieng, wenn die Schlüsselkarte im vorgesehenen Ort steckte. Also hiess es mal warten bis er warm war und ich duschen konnte.

    Danach schaute ich noch ums Haus und gieng an den Stand. Das Meer ist nicht wesentlich wärmer als weiter oben. Der Hotelpool war seit dem letzten Sommer ungepflegt und voll mit Algen. Nicht appetitlich, aber ich wollte ja auch nicht baden.

    Da es im Zimmer kein Internet Empfang gab, gieng ich in die Lobby um die weiteren Karten herunterzuladen und die Fotos zumindest teilweise zu backuppen.

    Im Hoteleigenen Restaurant gab es auch Abendessen mit Wifi Empfang, also schloss ich mich an.

  • Gegenwind

    Da ich schon um 7:00 wach wurde, habe ich früh angefangen zu packen und bin um halb 9 losgefahren. Schon von Anfang an machte sich Gegenwind bemerkbar, welcher sich dann den ganzen Tag hielt. Die Sonne vermochte nie richtig durch den Dunst scheinen, und auch der Himmel war nie richtig blau.

    Da es ein Feiertag ist, waren alle läden geschlossen und ich musste zum Frühstück auf die Reserve-Salami und die M&Ms zurückgreifen.

    Die Fahrt gieng entlang der Küste zwischen dem Meer und einer Lagune durch ein Naturschutzgebiet. Es waren also wieder dutzende Kilometer direkt am Strand zu fahren, bis sich ein kleiner Berg an der Küste erhob, an welchem ich vorbeizog.

    Zu Mittag habe ich am Stadtrand ein kleines Restaurant gefunden, wo ich draussen sitzen konnte. Obwohl es mit Pizzeriea angeschrieben war, servierten sie keine Pizzas. Nur im Sommer. Karte habe ich keine gesehen, jedoch bestellte ich mal einen gemischten Salat, Tomatenspaghetti und Mineralwasser. Es war sehr lecker und kostete nur 10€. Ich blieb jedoch der einzige Gast.

    Danach war der Naturpark vorbei und es wurde wieder städtischer. Terrancia macht sich gerade bereit für mehr Velofahrer: Am Strand entlang wurde die Strasse in eine Einbahnstrasse umgewandelt und mit der anderen Fahrspur wurde ein Veloweg gemacht.

    Hotels hätte es viele gehabt, nur war mein Tages-soll von 60km noch nicht durch. Nach 60km waren aber die Hotels durch, und ich entschied mich wieder zum campieren.

    Da ich am Mittag keine Pizza bekommen hatte, wollte ich aber eine zum Abendessen. Am Nachmittag hatte ich eine gesehen, welche ich besuchen wollte. Nach ein paar km Velofahrt stand ich aber vor einer verschlossenen Türe mit Aperto-Schild. Auch die 2 anderen Pizzerien, welche unterwegs angeschrieben waren, waren zu. Die am Strand war jedoch offen, und ich war wie schon am Mittag der einzige Gast. Die Pizza war trotzdem lecker und nur 8€ mit Mineralwasser.

  • Alle Wege führen nach Rom

    Ausser meiner: der führte an Rom vorbei. Ich hatte keine Lust auf Grosstadtverkehr, und so bin ich weiter der Küste entlang gefahren.

    Das Frühstück war leider etwas unter dem Durchschnitt, war aber trotzdem gut.

    Auch an diesem Tag war alles flach, und ich kam gut vorwärts. Da ich viele kleine Wege gefahren bin, hatte ich die Hoffnung auf eine ruhige Fahrt. Jedoch war der Verkehr immer sehr stark, und teilweise sind die Strassen sehr gefährlich weil die Autos auf den engen Strassen rasen und zum kreuzen nicht bremsen. Das wird dann häufig eher knapp.

    Allgemein ist mir heute aufgefallen, dass viele Autos massiv zu schnell unterwegs sind. Am Strassenrand sieht man auch ab und zu Kreuze von Unfallopfern. Meistens jung zwischen 20 und 30 Jahren.

    An einem extrem langen Strand bin ich heute entlang gefahren: er war sicher 40km lange.

    Da jetzt Feiertage kommen, habe ich einen Campingplatz gesucht. Das war aber gar nicht so leicht, und erst nach über 100km Fahrt habe ich einen gefunden. Die genauen Ortsangaben der Campingplätze waren teilweise sehr falsch bei Tomtom.

    Scheinbar macht sich aber das Training jetzt bemerkbar, und ich bin auch nach 100km noch recht fit.

    Am Campingplatz angekommen habe ich als erstes mal Pasta gekocht am Meer, dann das Zelt aufgestellt und geduscht.

  • Sonne pur

    Die Strategie mit dem Zelt ist perfekt aufgegangen. Die Morgensonne hat es ab etwa 6:00 Uhr beschienen und ab halb 8 wurde es ziemlich heiss. Da das Zelt aber gar nicht nass war, wars aber auch egal.

    Punkt halb 9 war ich im Laden als er öffnete und habe mir ein kleines Brot gekauft, welches im an Strand mit Nutella bestrich und gemütlich essen wollte. Die Ruhe weilte aber nicht allzu lange, ein Lastwagen kam um die Sonnenschirme abzuladen und hat mich zuparkiert.

    Um 9 gieng aber die Fahrt los, möglichst über einsahme Strassen, was mir meistens auch gelang. Die Gegend war komplett flach und dementsprechend wenig abwechslungsreich war die Fahrt. Zu Mittag gab’s mal wieder Pizza, und nach 70km habe ich beschlossen deierabend zu machen und in ein Hotel einzuziehen. Da fast alle Restaurants geschlossen waren, war die Wahl jenes beim Hotel. Ein riesiges Steak für 13€ war nicht schlecht!

    Auch waschen musste ich mal wieder, und es hat sogar einen Balkon zum trocknen!

    Morgen gibt’s dann mal wieder richtiges Frühstück und danach immer schön der Küste entlang richtung Sizilien.

  • Grüne Felder

    Da das B&B doch kein Frühstück servierte weil der Chef nach Rom musste, und ich keine Bäckerei in der Umgebung gefunden habe, gabs das Frühstück erst nach über 20km in der nächsten Ortschaft.

    Auch an diesem Tag ist Umwege fahren angesagt: auf der Autobahn sind zwar Velos nicht verboten, aber gemütlich ist es dort nicht wirklich. Deshalb habe ich möglichst Wege paralell zur Autobahn genommen, was auch meistens funktioniert hat. Nur über die grösseren Flüsse musste ich die Autobahn nehmen. Auch private Feldwege habe ich gefunden, welche mich an saftigen, grünen Kornfeldern vorbeiführten.

    Für mehr Übernachtungsmöglichkeiten bin ich dann wieder zum Strand gefahren, und auch weil von dort aus Wege nach Süden führen. Das Hotel hatte zu, aber ein Campingplatz ausserhalb der Ortschaft hat offen. Er hat sogar einen grossen Pool und einen schönen Strand. Diesmal habe ich das Zelt so aufgestellt, dass die Morgensonne es voll erwischen sollte. Mal schauen ob ich so früher ein trockenes Zelt habe!

  • Ausspannen

    Die Beine fühlten sich immer noch ein bisschen schwer an, und angesichts, dass der Strand hier so schön ist und das Zelt schon gestellt, habe ich mich entschlossen, noch einen Tag länger hier zu bleiben.

    Das Tagesprogramm war dementsprechend einfach: Entspannen, also die Beine schonen und der Sonne fern bleiben, damit die Haut entspannen kann. Es gab also Buch lesen im Zelt, Sauna mit Musik hören im Zelt, Fisch essen im Restaurant, und gegen Abend sogar noch einen kleinen Schwumm im eher kalten Meer. Hat lange gedauert, bis ich komplett drin war, und habe auch nur ein paar Züge geschwommen. Die Wassertemperatur war geschätzt 17 Grad.

    Am Abend giengs dann wieder früh schlafen, damit ich fit bin für den Sonntagsausflug morgen!

  • Reifenwechsel

    Gleich am Morgen war der Vorderreifen schon wieder fast platt. Das hat mich dazu bewegt, gleich beide Reifen und Schläuche auswechseln zu lassen. Zum Glück war neben dem Hotel gleich ein Veloladen, der die Arbeit prompt erledigte.

    Mit neuen Pneus giens weiter dem Strand entlang. Schon bald wurde die Küste aber steiniger und dafür die Aussicht und die Fotogelegenheiten besser. Schon nach 10km gab es den Mittagshalt mit wunderschöner Aussicht. Schon bald waren aber die Hügel zuende und das Land war wieder flach. Da meine Beine den richtigen Tritt nicht fanden und immer müde waren, bin ich dementsprechend langsahm gefahren und habe immer wieder Pausen gemacht. Dementsprechend wollte ich auch nicht weit fahren, sondern möglichst früh einen gemütlichen Campingplatz finden, möglichst an einem schönen Strand. Aber zumindest 50km sollten schon zu schaffen sein.

    Genau so kam es auch. Laut Karte war nach 50km eine kleine Ortschaft am Meer mit einem grossen Strand. Genau dorthin habe ich gesteuert und wurde nicht enttäuscht: der Strand ist wunderschön, sogar der schönste bis jetzt!

    Nach einem Strandspaziergang und Abendessen im einem komplett leeren Restaurant bin ich dann früh schlafen gegangen. Zur Abwechslung hört man hier am Zeltplatz mal keine Hubschrauber oder Autos, sondern nur das Meer.

  • Die Küste

    Naja, der Helikopter ist auch in der Nacht geflogen. Aber nicht soo spät.

    Manchnal lernt man nur duch Schaden. Ich hätte den Velopneu untersuchen sollen und rausfinden was das Loch verursacht hat. Auch der neue Schlauch hatte einen Platten, und ich musste ihn nochmals rausnehmen und reparieren. Es war ein Dorn, der ihn zerstochen hatte.

    Ab hier ist das Land absolut flach. Das heisst, gemütlich fahren und nichts mit hoch oder runter. Praktischerweise gibt es sogar Velowege, welche auch wirklich gut sind und durchgängig befahrbar. Man kommt also mit einem rechten Tempo voran und hat keine Autos, die einem mit Centimeter Abstand überholen.

    Heute ist mal wieder ein kompletter Sonnentag. Die Temperatur ist zwar nicht allzu hoch, aber die Sonne ist stark. Auch die Sonnencreme kommt da an den Anschlag. Faktor 30 scheint nicht ganz zu reichen, also suche ich morgen bessere! Sonnenbrand habe ich zwar nicht, aber die Haut ist am Anschlag.

    Da ich das Handy über Nacht nicht laden konnte, habe ich alle Navi und Trakking Software abgeschaltet und das Handy am Dynamo geladen. Das hat wirklich funktioniert, der Akku wurde von 70% auf 100% geladen. Das Problem ist einfach, dass keine Software laufen darf, da der Akku sonst schneller verbraucht wird als geladen. Die Navigation war aber heute kein Problem.

    Das Ziel Pisa habe ich am Nachmittag erreicht. Nur die Touristen haben mich erschreckt. Normalerweise bedeutet das volle Jugis und überteuerte Hotels. Viel mehr als der Turm scheint es auch nicht zu geben in der Stadt. Also ziehe ich eine Ortschaft weiter und versuche dort mein Glück.

    Livorno hat irgendetwas an sich, das meine interne Navigation durcheinander bringt. Schon beim reinfahren in die Stadt war ich auf dem falschen Weg und musste mit dem Navi querchecken. Als ich nach einigen Anläufen ein Hotel gefunden habe und ins Zentrum wollte, war ich schon wider auf dem falschen Weg. Aber man hat ja ein Navi dabei!

    Morgen gehts weiter Richtung Süden. Es sind noch einige Kilometer vor mir und ich muss noch Gas geben, damit ich es rechtzeitig nach Sizilien schaffe! Die Idee ist ja auch, dort noch Pause zu machen und ev. etwas zu tauchen.

    Das Backup der Fotos aufs Handy funktioniert wunderbar, ausser dass die 32GB CF zu viel Strom zieht und nicht funktioniert. Der Upload zur Owncloud funktioniert auch, ausser dass es sehr langsahm ist und die ganze Nacht dauert. Damit bei einem Fehler nicht gleich Schluss ist, muss ein 30min Scheduling eingestellt werden. Damit sollte es möglich sein, die ganzen Fotos zu backuppen!