Diana ist um 5:00 wach und wir haben abgemacht, dass wir in diesem Fall den Sonnenaufgang anschauen gehen. Sie weckt mich mit viel Geduld und kann mich aber schnell überzeugen jetzt aufzustehen während sie schon ganz viel Kaffee am vorbereiten ist.
Der Himmel ist leicht bewölkt, was uns einen ganz schönen Sonnenaufgang beschert. Sie geht genau über dem Rücken des Krokodils auf.
Wir geniessen den Anblick und schiessen ein paar Fotos bis die Sonne weit oben ist. Dann gehen wir ins Strandrestaurant und warten bis sie Frühstück servieren. Als Überbrückung haben wir mit einer 2l Flasche genug Kaffe.
Um 8:00 können wir endlich bestellen, und ich habe noch abgemacht mit einem Arbeitskollegen um mich etwas zu informieren was da so am laufen ist.
Gegen Mittag werden wir nach Cobano gebracht zum einkaufen. Genau neben einem Schuhladen gehen Dianas Schuhe endgültig kaputt. Nach relativ kurzer Zeit hat sie halbwegs passenden Ersatz gefunden.
Nach dem Grosseinkauf nehmen wir ein “Taxi” zurück, welches aber nicht als solches angeschrieben ist. Es ist ein fettes SUV, wie eigentlich alle Autos hier. Bei diesen Strassen ist das sogar halbwegs verständlich. Geld für Benzin scheint er aber kaum zu haben, er tankt am Anfang der Fahrt ein kleines Bisschen nach, so dass er es wieder zurück schafft.
Da Diana noch nicht schwimmen war, gehen wir kurz aufs Bänkli, und dann mache ich Poulet Cordonbleu zum Abendessen.
Category: Travel
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Sonnenaufgang
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Eintagsfliegen
Nach einem gemütlichen Frühstück packen wir Picknick und machen uns auf den weg zum Krabbelstrand wo wir schon vorgestern waren. Diesmal nehmen wir extra altes Brot mit um Krabbelpartys zu starten.
Die Einsiedlerkrebse fühlen sich sehr sicher geschützt in ihren Schneckenhäuschen und zeigen kaum eine Scheu. Sie laufen zwar weg oder verkriechen sich wenn man kommt, aber langsames Anschleichen ignorieren sie. Sobald man sich nicht mehr bewegt ist sowieso alles wieder gut und sie kommen hervor. Dabei kann ich mit der Makrokamera aus nur ein paar Zentimetern filmen und fotografieren wie sie genüsslich das Brot verspeisen. Das alte und bröcklige Toastbrot ist dabei viel schneller zerteilt und weg als der wegen nur Unterhitze im Backofen recht dicke Boden vom Vollkornbrot. Hier dauert die Party stundenlang.
Eine dieser Vollkornpartys bewegt sich langsam auf das Grundstück einer Krabbe, welche das ganze von nahem anschauen muss. Ich selbst muss jetzt diese Szene von nahem anschauen und setze mich mit Kamera direkt davor. Während die Einsiedlerkrebse nur ganz kurz irritiert sind und sofort wieder weiter Party machen, ist das Ganze der Krabbe sehr suspekt. Sie kommt einmal hervor um etwas Sand loszuwerden. Dann posiert sie still für ein Foto und verschwindet wieder. Dank dem dass die Kamera sich ohne Bewegungen und Geräusche bedienen lässt, kann ich auch alles filmen.
Beim Sonnenuntergang bekommen wir Besuch, und zwar massenhaft. Eintagsfliegen schwärmen hervor und wetteifern, wer zuerst Krabbenfutter wird. Wir gehen wieder zurück, werden aber auf dem Weg immer mehr eingekreist. Zurück am grossen Strand hat es zum Glück nicht mehr viele.
Eigentlich hätte ich gedacht, dass die Restaurants um 19:00 schiessen müssen. Um 19:15 werden wir trotzdem noch herzlich empfangen und sehr gut bekocht. -
Im Wald
Mitten in Nacht erwacht Diana auf dem Strandtuch im Wald. Es ist komplett dunkel, aber zum Glück trotzdem sehr bequem und auch nicht laut. Sie wundert sich wie wir auf die Idee gekommen sind im Wald zu übernachten und findet, dass es doch besser wäre in Hotel zurück zu gehen, denn es hat sicher viele stechwütige Insekten hier. Sie überprüft ob Andreas noch neben ihr liegt, und er ist tief schlafend da. Etwas beruhigt denkt sie, dass wir ja noch ein Bisschen im Wald bleiben können und schläft wieder ein. Der Schlaf ist aber etwas unruhig weil sie immer wieder aufwacht und denkt, dass wir doch wieder zurück ins Hotel müssen.
Einmal als beim aufwachen merkt sie, dass Andreas aufgestanden ist und sein Handy leuchtet. Sie ist froh, dass er auf ist und nach einem Weg zurück ins Hotel sucht.
Sie orientiert sich nun und merkt, dass wir schon zurück im Hotelzimmer sind und wundert sich wie und wann wir denn zurück gekommen sind. Sie hat keine Erinnerung vom Rückweg. Jetzt kann sie aber endlich ruhig schlafen.
Am Morgen erwacht sie und erzählt Andreas von ihrem Traum, findet aber auch sehr viele, neue Mückenstichen an den Beinen.
Das Mittagessen geniessen wir wieder im Strandrestaurant. Dann setzen wir uns gemütlich aufs Bänkli beim Kanadier und merken richtig, wie müde wir beide heute sind. Zu zweit kann man es sich schon sehr gemütlich machen. Jetzt ist es auch deutlich kühler als noch vor einigen Wochen, tagsüber ist es nur noch knapp über 30°, aber bei 90% Luftfeuchtigkeit.
Gegen Abend regnet es so richtig. -
Krabbelparty
Auch heute telefoniere ich noch vor dem Frühstück, aber mit einem Arbeitskollegen.
Ab und zu interessiert es mich schon was bei der Arbeit läuft.
Nach dem Frühstück machen wir uns auf den Weg zum Einsiedlerkrebse-Strand. Dort schwimmt es sich zwar nicht gut, aber dafür liegt es sich umso besser und ungestörter. Denn hierhin kommt die Polizei sicher nicht.
In den Büschen hinter uns krabbelt es nur so. Sobald wir uns nur noch wenig bewegen, kommen die Einsiedlerkrebse hervor und umkreisen uns. Ganz spannend ist es zu sehen wie verschieden mutig die Krabbeltiere sind: wenn man sie nimmt, kommen einige sofort aus dem Häuschen und andere verkriechen sich und schauen gar nicht aus dem Schneckenhaus.
Die harten und etwas angebrannten Stücke vom Vollkornbrot schenkt Diana den Krebsen. Diese feiern eine riesige Krabbelparty damit. Während sie ein die Züpfe gleich zerrwissen und jeder mit einem Stück abhaut, ist der Rand vom Vollkornbrot zu stabil dafür. Alle drängen sich darauf und formen eine grosse Kugel. Diese hält sicher eine Stunde an bis sie das Stück Brot gegessen haben. Wir haben viel Spass beim filmen und zuschauen.
Gegen Abend machen wir uns auf den Weg zurück, aber natürlich mit einer Badepause beim Bänkli.
Zum Abendessen braten wir Costa Ricanische Chorizo, welche ganz ähnlich wie Cervelat schmecken. -
Kolibritanz
Noch vor dem Frühstück rufen wir das Reisebüro an um über den Rückflug zu reden. Es gibt einen am 3. Juni über Frankfurt, der sehr spannend tönt und wir sofort buchen würden. Der Haken dabei ist nur, dass er mit grosser Wahrscheinlichkeit auch gestrichen wird, also warten wir mindestens eine Woche mit buchen.
Mittagessen möchten wir mal wieder im Restaurant, und das direkt am Strand ist wunderbar. Neben dem Tisch ist eine Futterstation für Kolibris. Diese fliegen wie wild umher und jagen einander. Dabei fliegen sie immer sehr schnell an einen anderen Ort und bleiben dort wieder still in der Luft stehen. Obwohl es bei der Futterstation eigentlich einen Stab zum darauf stehen hat, flattern die Flügel eigentlich immer. Leider habe ich keine Kamera dabei zum filmen.
Während Diana schwimmen geht, kehre ich gemütlich ins Hotel zurück.
Costa Rica hat num den Öffnungsplan vorgestellt, und ab diesem Wochenende gehen viele Nationalparks wieder auf. Das wollen wir uns nicht entgehen lassen! -
Zecken
Heute Morgen fällt mir auf, dass etwas an meinem Bein hängt, und bei näherer Betrachtung stellt es sich als Zecke heraus. Leider hat Diana noch nie eine entfernt, also fragen wir auch meine Mutter. Mit ihrer Tipps schafft es Diana sie zu entfernen und wir können endlich frühstücken.
Allzu viel haben wir heute nicht vor, aber das Minimalprogramm muss sein: aufs Bänkli beim Kanadier. Nur diesmal ist es besetzt und wir setzen uns nebendran. Ganz so gemütlich ist es nicht, also gehen wir zum Strandrestaurant, welches geschlossen ist, und setzen uns dorthin zum essen.
Zurück im Hotel suchen wir uns gegenseitig nochmals nach Zecken ab und leider wird Diana fündig: zwei ganz kleine sind an meinem rechten Bein. Auch diese kann sie entfernen, muss aber die kleinen Köpfe mit der Nadel separat rausnehmen. Jetzt müssen wir uns wirklich jeden Abend nach Zecken absuchen, die Biester gibt es jetzt scheinbar in riesigen Mengen hier. Diana hat zum Glück keine. -
Wellenreiten
Beide haben letzte Nacht nicht so gut geschlafen. Ist aber kein Problem, denn wir haben genug Kaffee und Cola um dem entgegen zu wirken.
Am Morgen bei Ebbe überqueren wir den Panikfluss um uns auf der anderen Seite unter die Mangroven zu setzten. Besonders inreressieren mich dabei die grösseren Wellen hier, denn ich war schon länger nicht mehr wellenreiten. Einige erwische ich gut, aber leider sind die Meisten zu klein. Interessanterweise sind sie nur etwa 20m weiter rechts höher und brechen über eine grössere Distanz. Das macht sie aber schwerer zu reiten.
Die Sonne findet nun immer mehr Lücken zwischen den Wolken und wir suchen ein schattiges Plätzchen, welches wir beim Bänkli vor dem Kanadier finden.
Uns fällt auch auf, dass die Restaurants auch heute offen sind. Das nutzen wir gleich aus und gehen in eins zum Abendessen. Das Lomito ist vorzüglich! -
Fischervögel
Heute ist wieder Springflut und wir gehen aufs Bänkli beim Kanadier. Hier spielt sich ein ganz besoderes Schauspiel ab: kleine Fischli kommen schwarmweise nahe an den Strand, was so ziemlich alles anzieht was Fisch mag. Die Leute kommen mit verschiedenen Netzen und Angelruten. Einige treiben sogar die Schwärme mit einem Fischerboot in ein Netz, welches von zwei Fischern gehalten wird. In noch viel grössereren Zahlen sind die Vögel da. Riesige Schwärme von Pelikanen und Fregattvöglen sind da. Während die Pelikane auf dem Wasser schwimmen, kreisen die Fregattvöglel in der Luft und schnappen knapp über die Oberfläche fliegend die Fischli von der Oberfläche. Ich selbst gehe auch in die Fischli schwimmen und werde sogeleich von Fregattvöglen umkreise, welche die Fischli neben mir aus dem Wasser schnappen. Die Pelikane machen ganz vorbildlich Social Distancing zu mir und halten immer schön 5m Abstand zu mir. Ab und zu liegt ein Fischli fast bewegungslos an der Oberfläche, so dass selbst ich es fangen kann. Scheinbar geht es innerhalb der Schwärme sehr wild zu, so dass ab und zu ein Fischli verletzt wird oder komplett erschöpft ist. An der Oberfläche müssen sie sich aber keine Sorgen machen, hier schauen die Vögel gut zu ihnen. Fregattvögel sind zwar sehr wendige Flieger, aber zu dumm um zu erkennen wenn man ihnen ein Fischli zuwirft. Möwen würden es in der Luft fangen, sie jedoch machen keinen Wank.
Zurück im Hotel ist der Pizzaofen schon am einheizen, der Teig aufgegangen und er Sangria eingezogen. Diesmal starte ich mit Pizza machen früher, damit die Chefin noch vor 19:00 zuhause ist, denn ab dann ist Fahrverbot.
Mit der Erfahrung von letztem Wochenende schaffe ich es nun auf Anhieb, dass keine Pizza mehr klebt und auch keine verbrennt! Auch die Form bringe ich immer besser hin und alle sind begeistert. So wie es aussieht habe ich nun den Job als Pizzaiolo hier. Heute sind auch mehr Leute gekommen, fast alle die hier arbeiten sind da und wir haben einen wunderschönen Abend mit Pizza und Sangria. -
Paniksee
Ganz nahe beim Hotel gibt es ein Schild am Waldrand “Prohibito botar basura”, es ist verboten Abfall zu deponieren. Wir sind immer vorbeigelaufen ohne es richtig zu beachten, doch irgendwann ist mir aufgefallen, dass dort ein Weg in den Wald geht.
Heute erkundigen wir diesen natürlich nicht kartografierten Weg. Er geht durch die Mangroven und den Sumpf in den Dschungel. Dank dem, dass die Sonne nicht so brennt und der Wald ja Schatten gibt, läuft es sich ganz angenehm. Wir kommen an den Panikfluss, welcher jetzt rückwärts läuft und zum See wird, da jetzt die Springflut kommt.
Viel weiter als ich gedacht habe geht der Weg dem Fluss entlang durch den Urwald. Die Sonne kommt immer stärker und heizt uns ein, so dass wir bei der Brücke umkehren und zurück an den Strand gehen um dort zu essen. Bei der Mündung des Paniksees haben viele Fischer ihre Netze ausgebreitet und fangen alles was jetzt in den See hochschwimmen will.
Der Himmel verdunkelt sich zusehends, und als wir schwimmen gehen, fängt es auch an zu regnen. Das stört uns nicht weiter, im Gegenteil: wir machen noch einen kleinen Regentanz am Strand. -
Wasserfall
Gleich nach dem Frühstück fährt uns die Besitzerin vom Hotel nach Montezuma zum Weg an den Wasserfall.
Bei etwa 1 Schild pro Meter ist es recht einfach den richtigen Weg zu finden. Er bringt uns zu einem kleinen See wo der Bach über einen schrägen Felsen reinplätschert. Das ist noch nicht der richtige Ort, also gehen wir weiter Flussaufwärts. Die Schilderdichte nimmt rapide ab, eins kommt noch und dann ist Schluss. In den Flipflops hüpfe ich über die Steine und Wuezeln. An einer Stelle müssen wir etwas an der Seite hochklettern weil ein Seeli die ganze Breite belegt. Dann sind wir auch schon am Zeil: der grosse Wasserfall, welcher ins Seeli untendran plätschert. Obwohl es nicht sehr anstrengend war und die Sonne verdeckt ist, merken wir die tropischen Temperaturen gut und sind recht ins schwizen gekommen.
Nach den obligatorischen Fotos lockt die Abkühlung im Seeli. Beide gehen rein und dank der wasserdichten Handyhülle gibt es sogar Selfies direkt vor dem Wasserfall.
Vor dem Rückmarsch kühlen wir uns nochmals richtig ab. Doch anstatt zurück zugehen entdeckt Diana die Treppe hoch zum 2. Wasserfall. Ich bin zwar etwas faul und habe bedenken, dass unser Wasser nicht reicht, werde aber überzeugt. Steil geht es immer höher bis wir wieder runter zum Bach kommen. Hier gibt es noch ein Seeli mit Wasserfall direkt über dem grossen Wasserfall. Hier planschen auch schon viele Einheimische.
Nach einigen Fotos steigen wir wieder runter und zurück zum Dörfli.
Montezuma ist ein kleines Backpackernest mit vielen Hostels, Hotels und Restaurants. Obwohl sie eigentlich nicht müssen, ist fast alles geschlossen, da fast alle Touristen weg sind. Diana ist so richtig hungrig nach der Wanderung, also plündern wir einen Supermarkt und essen bei einer Bushaltestelle.
Jetzt wo wir satt sind, schauen wir das Dörfli nochmals an. Die Strände sind auch hier gesperrt, und auch hier verstösst ab und zu jemand dagegen. Ich denke besonders die Einheimischen hier nehmen trotz Sperrung immer den direkten Weg über den Strand oder steigen so in den Boote ein und aus.
Der Supermarkt hier gefällt uns ganz gut, also kaufen wir gleich noch frisches Gemüse ein. Ein Taxi aus Tambor war hier gerade einkaufen und nimmt uns gleich zurück.
Da das Restaurant gleich an der Strasse wieder geöffnet ist, kehren wir dort ein. Fisch und Meeresfrüchte sind sehr fein.