Category: Travel

  • Anse Major Trail

    Ganz in der Nähe des Hotels gibt es einen kurzen Wanderweg zu zwei kleinen Stränden. Die Strasse ist uns zu gefährlich, deshalb nehmen wir den Bus bis zum Anfang des Weges. Laut Karte sind es weniger als 2 Kilometer.
    Ganz zum Anfang des Wanderweges fährt der Bus nicht. Unter der brennenden Sonne gehen wir über den schwarzen Asphalt. Da die Sonne ganz oben steht, gibt es minimalen Schatten, was bei dem ständigen rauf und runter doch sehr anstrengend ist.
    Endlich beginnt der Wanderweg selbst und wir hoffen auf einen kühlen Dschungelpfad, so wie es auf der Karte aussieht.
    Ganz so kühl geht es leidee nicht weiter, denn der Pfad führt über schwarzen Granit, mit immer wieder schönen Aussichten. Schatten gibt es dafür kaum. Einzig die Insel in der Ferne hat eine eigene Regenwolke.
    Neben der Temperatur ist auch der Weg recht anspruchsvoll: es geht rauf und runter über grosse Steine. So ganz könnte da unser Wasser nicht reichen für die Rückreise, also besser mal nicht zu viel trinken.
    Die Aussicht ist aber wunderschön, insbesondere als wir endlich beim Aussichtspunkt ankommen und den langersehnten Strand sehen. Und die Insel mit ihrer Regenwolke.
    Nun ist es fast geschafft und es geht durch den Dschungel runter. Ganz so einsam ist es hier aber nicht: der Strand ist recht beliebt sogar mit einem Boot vor Anker. Normalerweise mag ich das nicht, aber hier kann ich noch eine Flasche Wasser kaufen. Somit sind wir auch für einen Marsch zurück gut versorgt. Für den Rückweg fährt ab hier auch ein Wassertaxi, dann müssen wir uns für den Rückweg keine Gedanken mehr machen.
    Während über der Insel immer noch eine Regenwolke kreist, geniessen wir den kleinen Strand und richten uns im Schatten ein. Scharf beobachtet werden wir dabei von vielen, kleinen Krabben, die entweder schnell seitwärts rennen oder bockstill stehen. Und dabei immer genau zu uns starren.
    Nebendran liegt noch ein weiterer, ein Bisschen grösserer Strand. Aber der kleine reicht völlig.
    Mit dem Schnorchel erkunde ich noch die Unterwasserwelt und finde einige farbige Fische. Korallen gibt es kaum, und schon gar keine Schönen. Dafür sehe ich riesige Muscheln mit gezackten Öffnungen.
    Die Bootsfahrt zurück ist sehr schön und gemütlich. Ganz spannend ist es auch, den Weg vom Wasser aus zu sehen. Über der Insel liegt immer noch die ganz private Regenwolke. Zum Glück dort und nicht hier!
    Für den Abend ziehen wir uns hübsch an und schleichen uns ins Nachbarressort um im Restaurant dort zu dinieren. Es ist sehr schön gelegen an einem kleinen See, hat Livemusik, gemütliche 2er-Tische direkt am Teich und gutem Essen. Irgendwie gefällt es uns besser als die Restaurants in unserem Hotel.

    Dianas Eindrücke

    Heute steht ein Trail auf dem Plan. Er soll uns durch den Urwald zu einem schönen Strand führen. Klingt sehr verlockend- so wir packen genug Wasser und etwas zum Essen mit und fahren los- der Bus ist sogar super pünktlich! Es ist Mittagszeit und die tropische Sonne steht ganz hoch. Am Anfang laufen wir lange durch das Dorf auf einem schmalen, asphaltierten Weg wo immer wieder ein Auto vorbei fährt, und freuen uns schon auf den schattigen Urwald. Der asphaltierte Weg dauert aber etwas länger als wir uns vorgestellt haben, so dass wir beginnen zu denken: sind wir eigentlich bereits auf dem Trail? So langweilig kann es doch nicht sein, wir wollen ein bisschen Abenteuer! Und dieses lässt auf sich nicht warten, der Trail beginnt. Es ist ein schmaler, steiniger Weg mit unzähligen Kurven, steilen Auf- und Abstiegen und wunderschönen Aussichten. Auf der Insel gegenüber regnet es ohne Ende, als würde sie die Wolken magnetisch anziehen. Dadurch ist der Himmel über uns perfekt blau. Ziemlich bald stellt sich heraus dass das seine Nachteile hat, nämlich, dass es viel weniger Schatten als erwartet gibt. Unter der strahlenden tropischen Sonne schwitzt man immer mehr. Diana versucht die verlorengehende Flussigkeiten durch trinken auszugleichen und findet bald heraus, dass 1,5 L Wasser pro Person unter diesen Umständen viel zu wenig ist. Andreas dagegen entscheidet, das Wasser erst am Strand zu trinken. Aber wo ist der Strand? Der Weg, der eigentlich weniger als 2 km lang ist, wird immer herausfordernder, so dass man nicht so schnell weiter kommt und bei vielen instabilen Steinen die Wanderschuhe vermisst. Endlich ist der Aussichtspunkt da, von dem aus wir den ersehnten, wunderschönen Strand sehen können- so nahe ist er aber noch nicht. Zum Glück führt der Rest des Trails durch den schattigen Wald. Wir beginnen aber darüber nachzudenken wie wir es zurück schaffen- der Weg ist wirklich anstrengend, und das Wasser reicht nur knapp. Endlich ist der Strand da, zusammen mit den Antworten auf alle unsere Fragen: man kann nicht nur Wasser kaufen, sondern auch das Wassertaxi zum Hotel nehmen. Jetzt können wir uns sorglos entspannen, den fast leeren Strand geniessen und die vielen herzigen Kräbli fotografieren. Der Weg zurück mit dem Wassertaxi ist wunderschön. Nach so viel Anstrengung haben wir einen schönen Abend verdient! Nach einigen Entspannungsübungen ziehen wir zum ersten Mal auf den Seichellen unsere festlichen Kleider an, die wir mitgenommen haben ohne es miteinander abzumachen. So kann es nur in unseres Lieblingsrestaurant gehen (ja, 5 Tage sind lang genug um mittlerweile ein Lieblingsrestaurant gefunden zu haben) 🙂 Dort wird fein gegessen, getrunken und sogar zur live Musik ein bisschen getanzt. Jetzt führt uns ein unbekannter und unerwartet langer Weg durch die schöne Anlage des Nachbarhotels zu unserem Strand und Hotel, wo wir am Pool den Abend ausklingen lassen.

  • Victoria

    Ausgeruht haben wir uns nun genug, es lockt die Hauptstadt. Mit den Bussen kennen wir uns zuwenig aus, aber die Busstation sieht verheissungsvoll aus. Nach einiger Zeit kommt auch der Bus direkt zur zentralen Busstation in Viktoria.
    Eine Uferpromenade, das wäre schon was schönes. Aber leider sehen die Leute das ein wenig anders. Es gibt nur Strassen mit stinkendem Verkehr. Vom Fischerhafen zum Kreuzfahrthafen gibt’s kaum was schönes.
    Im Zentrum gibt es immerhin ein paar Shoppingmöglichkeiten und eine Strasse mit nur wenigen Autos. Hier muss also ein Fahrverbot sein.
    Zurück nehmen wir einen anderen Bus, der um die Insel rum fährt. Natürlich an vielen Stränden vorbei, wo wir auch aussteigen. Leider ist dieser hier zu steinig, aber hinter dem Hügeli liegt laut Google Maps noch ein schöner Strand.
    Der ist sogar wunderschön. So schön, dass hier sogar 2 Pärchen heiraten möchten. Wir schiessen fleissig Föteli von den Steinen und beobachten dann die Trauung. Da das Brautpaar kaum Gäste mitgebracht hat, bekommen wir auch ein Stück vom Kuchen!
    Die Busstation zu finden ist nicht ganz einfach, also gehen wir wieder zurück wo wir zuletzt eine gesehen haben.
    Die Fahrt um die Insel ist ganz spannend, auch der Fahrstil vom Bus: der ist binär (Vollgas oder Vollbremsung). Die armen Bremsen.
    Zurück im Hotel sind wir ganz erstaunt, dass das Hochzeitspaar auch hier übernachtet

  • Nachhause

    Frühstück gibt’s keins hier, so fahre ich früh aber gemütlich los Richtung Schweiz. Der Weg führt über enge, kurvige Strassen, die teilweise nicht im besten Zustand sind. Es ist noch so früh, dass noch kaum ein Laden offen ist.
    Kurz vor der Grenze öffnet ein Lidel damit nicht ohne Frühstück und Parmaschinken einreisen muss. Das Benzin reicht auch wie abgemessen bis in die Schweiz, denn hier ist es günstiger.
    Ich wusste gar nicht, dass das Tessin nicht der einzige Teil der Schweiz ist, der Italienisch spricht.
    Mit einer wunderschönen Aussicht und dee Sonne im Rücken fahre ich den Bernina Pass hoch. Fast aller Schnee ist schon geschmolzen.
    Als nächstes möchte mich das Navi auf eine Fähre schicken, was ich komisch finde und das ablehne. Also über den Albula Pass, nur ist der noch nicht offen. Demnach halt über den Flüela Pass. Hier hat es schon mehr Schnee, aber auch nicht soo viel. Dieser Pass führt mich auch gleich bei einer ehemaligen Arbeitskollegin vorbei, die mich zum Mittagessen einlädt.
    Ab hier nehme ich die Autobahn um bei meiner Schwester kurz vorbei zu schauen und von hier aus ist es nicht mehr weit nachhause.

  • In die Alpen

    Wie erwartet stürzt sich das Altersheim gleich zur Eröffnung auf das Frühstücksbuffet. Ich komme ein wenig später als der Andrang weg ist.
    Heute ist das Motto auf dem schnellsten Weg in die Alpen. Also über die Autobahn. Die 2 Grenzen sind schnell überquert und schon bin ich in Italien.
    Der ganze Schwerverkehr rollt hier über die Autobahn, die rechte Spur ist voll. Als die auf einmal stehen zeichnet sich ein Unfall ab. Wenig später steht auch die linke Spur und ich kann den Benzinverbrauch im Stau messen: 10l/100km. Ein mit Wein beladener Lieferwagen verliert Ladung und blockiert die rechte Spur.
    Mit 3 Spuren fangen auch die Elefantenrennen an, ich fahre aber witerhin unter 120km/h weil ich Zeit habe, das Motorrad ab 120km/h viel mehr dröhnt und ich erst wieder in der Schweiz tanken will.
    Beim Iseosee gibt’s eine gemütliche Pause. Der See hat einen recht hohen Pegel heute, man sieht dass es viel geregnet hat. Die Wolken und der starke Wind lassen jegliche Lust zum campieren schnell vergehen.
    Ich fahre noch ein Stück weiter Richtung Schweiz und übernachte noch in Italien. Das Hotel hat alles, was man sich so wünscht: günstige Preise, Garage fürs Motorrad und eine Pizzeria.

  • An die Küste

    Da ich immer noch etwas vom Land sehen möchte, fahre ich auf den Landstrassen Richtung Zuhause.
    Mein Navi meldet sich auf einmal: Ich habe einen 30min schnelleren Weg gefunden! Möchtest du den nehmen? Ja? Ja? Bitte!
    Ok, dann halt. Nach 3km rechts abbiegen und nach einigen Kilometern wird die Strasse unbefestigt. Da ich von gestern noch genug habe von solchen Strassen, denke ich schon übers umdrehen nach, fahre trotzdem noch ein Stück weiter. Siehe da: schon ist wieder Asphalt.
    Bis jetzt waren die Strassen immer gut in Bosnien, das nächste Stück ist jetzt aber ein rechtes Flickwerk. Doch es kommt besser.
    Zum Mittagessen koche ich mir an einem Ort mit schöner Aussicht eine abgelaufene Suppe. Diesmal schmecke ich das aber nicht.
    Übernachten möchte ich gerne am Meer, also ziele ich nun auf den auf den Norden der Adria mit Rijeka.
    Nach Kroatien komme ich genau bei Plitvice, hätte ich das gewusst, dann hätte ich mir den Abstecher vorher sparen können.
    Hier rennt ein Eichhörnchen auf die Strasse so schnell es kann um einen Föhrenzapfen in Sicherheit zu bringen. Ich kann nicht mehr ausweichen; unter dem Vorderrad zerknirscht der Zapfen und unter dem Hinterrad etwas weicheres. Manchmal bringt Schildkrötentempo einfach mehr Sicherheit.
    Während es in Bosnien immer wieder Blitzkästen gab und die Polizei präsent war, ist hier in Kroatien das Raserparadies. Das nutzen die Einheimischen auch aus. Ich habe andere Pläne: ich will 700km mit einer Tankfüllung schaffen, das ist genau bis an die Küste wo es viele Tankstellen hat. Um den Verbrauch witerhin bei etwa 4.3l/100km fahre ich mit 80km/h weiter und lasse mich fleissig überholen.
    Nach etwa 720km und mit einer Reserve von 20km fülle ich 31l auf.
    An der Küste zeigen sich nun die verschiedenen Charakteren der Fahrer: vor mir fährt ein Deutscher, der immer gemütlich im die Kurven gurkt. Von hinten möchte ein Lieferwagen uns beide am liebsten anschieben. Im 6. Gang will ich den Deutschen überholen, schaffe ich es nicht weil er jetzt Vollgas gibt. Also schalte ich bei der nächsten Gelegenheit halt runter. Der Lieferwagen hinter mir macht dasselbe und überholt auch mit bei einer Kreuzung.
    Nach einer Pizza ziehe ich in ein günstiges Hotel am Meer, welches sich als internationales Halbpensions-Altersheim  entpuppt. Ist nicht weiter schlimm, denn das garantiert ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und ich habe sicher Ruhe in der Nacht. Jetzt gehe ich eine Runde schwimmen.

  • Durchs Niemandsland und auf ungewissem Pfad

    Da ich am Fuss des Passes übernachtet habe, beginnt die Fahrt gleich mit diesem Pass. Nach kurzer Fahrt verlasse ich den Kosovo und kurve nun durchs Niemandsland den Berg hoch. Erst auf der anderen Seite komme ich nach Montenegro rein. In diesem Land bin ich aber nicht lange, denn ich fahre gleich nach Serbien weiter. Immer den Hauptstrassen entlang. Die Gegend erinnert mich an die Schweiz mit den Bergen und die sanften Hügel an den Jura. Die Strassen sind mittelmässig gut, alle Schlaglöcher werden geflickt, doch so entsteht ein holpriger Flickenteppich. Der Abfall wird einfach einen Abhang runter geschüttet und angezündet.
    Erstmals seit Griechenland muss ich mal wieder tanken. Euros werden auch gerne genommen hier. Bei einem Stausee wartet ein Restaurant auf mich zum Mittagessen.
    Bei der Grenze nach Bosnien fängt es an zu regnen. Ein Soloturner hat Probleme über die Grenze zu kommen mit seinem Kleinbus, weil er keinen grünen Zettel von Versicherung hat. Hätte ich vor meiner Abreise nicht bei meiner Versicherung vorbeigeschaut, hätte ich dieselben Probleme. Denn ich wusste nicht, dass es diesen Zettel überhaupt gibt und ich den brauche.
    Hier in Bosnien sind die Strassen nun sehr gut. Auch im Regen habe ich guten Grip, was die Bremstests zeigen.
    Bei einem riesigen Fluss prüfe ich mal wieder den Ölstand, und muss nun doch eineiges nachgiessen. Die 1l-Flaschd ist nun fast leer. Seit Griechenland hat er also einiges gebraucht. Auf dem Fluss schwimmen hunderte von Plastikflaschen, was die Frage klärt wo der Abfall hier entsorgt wird.
    Ich folge wie immer meinem Navi und schliesse bei der Programmierung unbefestigte Wege aus. Doch nun werde ich einem kleinen Bach entlang auf einen Feldweg geführt. Ich überlege mir, ob ich umdrehen soll oder die laut Navi 60km durch diese Schlucht fahren soll. Etwas Abenteuer muss sein, ich habe das Motorrad dafür und einen Kurs gemacht. Also aufstehen, Enduro Modus rein und mit 40-50km/h den Pfützen und Steinen ausweichen. Die engen, unbeleuchteten Tunnels sind etwas beängstigend, aber mit allen Lichtern sieht man es gut. Die Trasse ist dort aber eine einzige Schmiere, ich komme trotzdem gut durch. Nach etwa 10km treffe ich auf eine Baustelle, wo mir ein Arbeiter sagt, dass ich nicht weiter komme weil die Brücke kaputt ist. Mich stört das nicht weiter, denn 20km über diesen Weg reichen mir völlig. Danach folge ich auf der Hauptstrasse den Schildern “Sarajevo” bis das Navi selbst kapiert, dass ich nicht durch die Schlucht will.
    Die Hauptstrasse führt durch eine andere Schlucht direkt in die Altstadt von Sarajevo rein. Die Stadt sieht ganz schön aus, wenn ich Zeit hätte, würde ich einen Tag verbringen hier. So fahre ich einfach geradeaus weiter ohne Probleme aus der Stadt heraus.
    Ausserhalb der Stadt suche ich ein Hotel zum übernachten.

  • Länderdurchquerungen

    Zum ersten Mal in Griechenland habe ich gutes Internet und konnte endlich über Nacht meine Fotos sichern.
    Bim recht guten Frühstück wird der Bauch gefüllt. Trotz Pfingstmontag haben die Läden offen, perfekt um das Mittagessen einzukaufen. Nach Mazedonien ist es nicht weit, nach einigen Minuten Wartezeit ist die Grenze passiert.
    Ein Baustellen- und verkehrslastigen Pass ist recht schnell überquert und ich komme in eine Stadt Bitola. Die kann ich nur mit einem Wort beschreiben: hässlich. Die Häuser sind alle im Rohbau, die Strassen dreckig, der Verkehr ist überall und stinkt extrem. Dazu will die Stadt auch nie enden, scheinbar werden die Häuser einfach an diese Strasse gebaut, denn weiter weg  von der Strasse ist nichts. Nach etwa 40km bin ich endlich raus aus der Besiedelung und fahre direkt zur Grenze zum Kosovo. Etwas schönes finde ich nicht in Mazedonien und bin froh noch vor dem Mittag an der Grenze zum Kosovo zu stehen.
    Hier gibt es gleich 2 Probleme: die schweiter ID wird nicht akzeptiert wil sie nicht biometrisch ist (das Reisebüro hat gesagt, ich komme mit der ID überall durch) und die Motorradversicherung ist nicht gültig (die Versicherung hat gesagt, ich komme überall hin, aber der Kosovo steht effektiv nicht auf der Liste ). Zum Glück ist das alles kein Problem, Grenzbeamte sagt auf deutsch, dass er mich trotzdem reilässt weil die Schweiz und der Kosovo gute Freunde sind. Das mit der Versicherung ist auch bekannt und für 10€ kann ich eine lösen.
    Vom Kosovo bin ich wiederum positiv überrascht: die Strassen sind recht gut (ein wenig rutschig mit Schlagloch ab und zu), die Dörfer hübsch und es wird sehr viel gebaut. Viele schöne, neue Hotels und andere Gebäude sind am entstehen. Ich stelle mir vor, dass vieles hier mit dem in der Schweiz oder Deutschland verdienten Geld gebaut wird.
    Direkt nach der Grenze wird gegessen.
    Das Navi ist auf Pässe programmiert, und die gibt es hier reichlich. Auf einem treffe ich ein österreichisches Paar, welches mit dem Motorrad in der Türkei war. Dort herrscht auch ein Bauboom. Österreichosche KFOR Fahrzeuge sind auch hier stationiert. Ein wenig weiter ist ein Trinkbrunnen wo wie Leute ihre Wasserflaschen auffüllen. Hier hält ein Wiener mit EU-Nummernschild ohne Länderangabe. Er ist von der EU-Verwaltung und bestätigt mir auch gleich, dass der Pass, den ich programmiert habe um den Kosovo zu verlassen, wunderschön ist. Eine brennende Frage kann ich auf der Strasse auch beantworten: Wie viel Motorenöl hat ein Auto? Die Antwort ist etwa 20km.
    Kurz vor dem besagten Pass will ich übernachten, da ich langsam hungrig werde und es nach Regen aussieht. Bei Regen sind die Strassen sicher noch viel rutschiger. Wie viel möchte ich lieber nicht herausfinden.
    Bei einem schönen, neuen Hotel halte ich an und werde sogleich begrüsst vom Kellner des Restaurants nebenan. Das Hotel ist zwar noch nicht fertig gebaut, aber schon beziehbar und hat wunderschöne Zimmer. Da niemand Deutsch oder Englisch spricht, ruft er den Chef an, der kann alles. Das Motorrad wird mit etwas Mühe im Keller deponiert.
    Im Restaurant esse ich auch gleich Rindamedailon für 7€. Das Internet ist auch gut genug um zu telefonieren.

  • Kurven à discretion

    Pünktlich zum Sonnenaufang wache ich auf und nutze die Gelegenheit für ein paar Fotos und einen Strandspaziergang. Eigentlich ist das Tor zum Strand noch zu, aber ich finde einen Schleichweg raus. Der Strand ist komplett aus grobem Kies und nicht mehr so touristisch. Viele Hunde hängen hier rum. Jetzt sehe ich sogar den gerade wolkenfreien Olymp. Doch das bleibt nicht lange so. Zum Frühstück gibt’s Tortilla mit Nutella.
    Nun möchte ich nach Meteora, aber bitte einen schönen Weg. Der Vorschlag vom Navi weinn ich explizit nach einer kurvenreichen Strasse suche, gefällt mir trotzdem nicht. Ich fahre lieber den Pass zum Olymp hoch und suche von dort weiter. Die Aussicht von dort ist Grandios und führt um den Olymp rum. Von dort aus über kleine, fast komplett autofreie Strassen fahre ich nach Meteora. Auf einmal sehe ich eine Schildkröte auf der Strasse. Ich wusste gar nicht, dass die auch in Europa heimisch sind. Ich halte an, vergewissere mich, dass sie lebt und bringe sie rüber. Danach sehe ich noch 3 weitere Schildkröten. Die lasse ich aber, es hat kaum Verkehr, man sieht sie gut und sie bewegen sich so langsam, dass man gut ausweichen kann.
    Meteora ist extrem sehenswert: überall steile Felsen mit Klölstern auf dem Gipfel. Der ganze Ort ist mir doch zu touristisch und so gehe ich nirgendwo rein und fahre weiter.
    Jetzt um die Mittagszeit bekomme ich Hunger. Ein gut besuchtes Restaurant verspricht gutes Essen. Ab und zu rennen 2 Kellner num und sind so gestresst, dass auch mal die Scherben fliegen. Die meiste Zeit sind sie verschwunden, was bei mir den Verdacht aufkommen lässt, dass sie auch noch kochen und Drinks zubereiten müssen. 30min lang schaue ich dem treiben unbeteiligt zu und beschliesse dann, dass es mindestens 2h dauert bis ich auch etwas zum futtern bekomme. Also esse ich ein paar Kekse und ziehe weiter. Da dies leider das letzte Restaurant war und der Weg mich durch die Wildnis führt, kommt Plan B zum Einsatz. Bei einem Picknicktisch an einem Fluss halte ich an und koche eine meiner seit 2 Jahren abgelaufenen Suppen. Die ist noch ganz gut, das Alter schmeckt man nur ein Bisschen.
    Nun zur Routenplanung: auf der Karte gibt es 2 grosse Seen beim Länderdreieck Albanien, Macedonien und Griechenland. Dort sieht es ganz schön aus, das Navi will mich aber penetrant durch Albanien führen. Dort will ich nicht durch, also fahre ich zum See auf an die Grenze zu Montenegro.
    Hier ist zwar die Grenze und einige Kilometer weiter sind auch Dörfer, nur führt kein Weg rüber. Das Navi hatte also recht. Scheinbar sind die beiden Länder keine besten Freunde. Also wieder zurück über die Berge und an einen Ort mit Grenzübergang fahren.
    In Florina bin ich kurz vor der Grenze und beschliesse, ein Hotel zu suchen. Ganz einfach ist das aber nicht, denn ich habe meine Ansprüche: es sollte ruhig sein, gemütlich, einen sicheren Platz für meine GS haben und Abendessen in der Nähe. Ein Schild von einem Hotel mit SPA erregt meine Aufmerhsamkeit, doch die Spur verliere ich wieder. Die Hotels in der Innenstadt gefallen mir nicht, und auf dem Land sind sie entweder geschlossen oder am verfallen. Zurück in der Stadt suche ich die andere Seite ab und finde am Stadtrand ein luxuriöses Hotel mit SPA. Normalerweise kosten solche Hotels weit über 100€, das hier aber nur 30 und noch 15 für 2h SPA. Deal.
    Essen haben sie zum Glück auch, denn draussen regnet es unterdessen. Danach bin ich abwechslungsweise im Jacuzi, der Sauna und im Schwimmbecken zu finden. Und alles für mich alleine.

  • Olymp

    Nun ist der südlichste Punkt meiner Reise erreicht, jetzt geht’s wieder nach Norden. Den Olymp würde ich gerne mal sehen, und so bin ich schnell wieder aus der Stadt raus. Viel schneller als ich gestern reingekommen bin. Bei der Distanz muss ich erst einmal auf die Autobahn, sonst komme ich nie an. Auch hier gilt: je näher zu Athen, desto mehr Verkehr hat es. Überholt wird von allen Seiten und manche Autofahrer scheinen mit etwas anderem beschäftigt zu sein als mit lenken, was unkontrollierte Bewegungen des Autos zur Folge hat. Die Mehrheit der Motorradfahrer hat einen Trick gefunden um dieses Risiko zu vermindern: sie fahren mit einer Geschwindikeit, bei der sie die Autos auf der Autobahn als stehende Objekte betrachten können. So kann also ein abgelenkter Autofahrer gar nicht den Weg eines griechischen Motorradfahrers abschneinden, denn der hat schon überholt bevor das Auto von der Spur abkommt.
    In der Nähe des Olymps verlasse ich die Autobahn um die Bergstrassen zu erkunden. Ein Schild zum Alten Kloster des Dionysos sieht vielversprechend aus und wird mit einer kurvigen Bergstrasse belohnt. Der Olymp selbst ist in den Wolken, und hier scheint es öfters zu regenen, denn ich fahre nun durch einen dichten Wald. Anstatt zum Kloster zu fahren erkundige ich zuerst das Ende der Strasse, denn es geht nicht mehr weit. Die schön asphaltierte Strasse verwandelt sich in eine schlaglochreiche Kiesstrasse, auf der ich gut üben kann. Im 2. Gang und Standgas komme ich problemlos durch.
    Viel Zu sehen gibt’s dort nicht, also bleibt noch das Kloster. Der Ort muss ohne Autos schon extrem abgeschieden sein. Das Kloster ist schön und wird gerade wieder aufgebaut nachdem es die Nazis im 2. Weltkrieg zerstört haben.
    Als ich mich auf den Rückweg machen will, tauchen zwei Frauen auf, die sich verirrt haben und nach einer Mitfahrgelegenheit in die nächste Stadt suchen. Die kann ich ihnen leider nicht bieten, aber ich offeriere sie einzeln 1km den Berg hoch zur Strasse zu fahren. Das nehmen sie gerne an und ich bringe sie vorsichtig die Serpentinen hoch. Hier haben sie bessere Chancen ein Auto zu erwischen.
    Für mich wird es auch Zeit ein Nachtlager zu suchen. Ein Campingplatz am Meer ist nicht weit, und nachdem ich die Receptionistin im Restaurant gefunden habe, kann ich sogar einchecken.
    Jetzt gibt’s noch viel zu tun: Zelt aufstellen, etwas essen, im nicht ganz so kalten Meer schwimmen gehen, die Kleider waschen, den Trockner in Betrieb nehmen und schauen, dass man keinen Elektroschock dabei bekommt. Scheinbar war hier ein Hobby-Elektriker am Werk, denn nach dem Münzeinwurf steht das Gehäuse des Trockners unter 230V Spannung. Zumindest läuft er.

  • Auf nach Athen

    Nach einiger Planung bleibt nicht mehr so viel Zeit, in einer Woche sollte ich schon zuhause sein. Athen will ich aber nocheinmal anschauen und sehen, was sich hier so verändert hat.
    Nach einiger Zeit meldet informier mich das Motorrad, dass der Ölstand tief ist. Den habe ich vorher mal kontrolliert und da war er noch gut. Leider habe ich das Öl vergessen mitzunehmen, so halte ich halt an der nächsten Tankstelle an und kaufe etwas. Die Bedienungsanleitung mit den kompatiblen Ölen habe ich zum Glück dabei. Der Stand ist immer noch im guten Bereich, aber ich fülle trotzdem etwas nach, damit die Anzeige verschwindet.
    Der schnellste Weg ist die Autobahn. Da man bezahlen muss, ist sie schön leer. Anscheinend haben griechische Tempomaten einen “Autobahn-Modus”, wo das Fahrzeug genau 120km/h fährt. Der wird fleissig benutzt, egal ob es 60er, 100er oder 130er Zohne ist. Alle paar dutzend Kilometer kommt eine Mautstation, wo ich 1-2€ bezahlen muss. Insgesamt aber unter 20€ total.
    Je näher Athen kommt, desto mehr Verkehr gibt es. Im Zentrum, wo ich eine Unterkunft für mich und mein Motorrad suchen will geht nicht mehr viel, was die Temperatur im Motor höher treibt.
    Nach einigen Versuchen finde ich das eine Unterkunft für uns beide. Die Gegend sieht zwar etwas heruntergekommen aus, aber das ist ganz normal hier. Die ganze Stadt ist so. Da ich nicht weit weg vom Zentrum bin, gehe ich zu Fuss dahin und schaue mir das an. Allzu viel hat sich nicht verändert, die alten Gebäude sind Ruinen und die Neuen auch.