Category: Travel

  • Driftschnorcheln

    Nach einem langen und tiefen Schlaf in der geschützten Bucht fahren wir ein wenig weiter zur nächsten Insel. Es ist die mit Abstand kleinste Insel und wurde von diesem Boot als “Wild Card” Insel getauft. Der letzte Sturm hat sie auf wenige Meter schrumpfen lassen, und bald wird sie ganz weg sein.
    Wir machen nur einen kleines Fotoshooting dort und segeln gleich weiter zur nächsten Insel, der Barbecue Insel. Diesmal ist die Insel zu weit weg um direkt dorthin zu schwimmen, also gehen wir mit dem Beiboot. Die Insel ist komplett mit Gras und Palmen bedeckt und hat eine Sandbank vordran mit Volleyballfeld im Wasser.
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    Nun wird auf den Hängematten gelesen, auf der Wiese unter den Palmen geschlafen, Fussball oder Volleyball gespielt. Ich gehe mit zum Schnorcheln. Hier draussen ist ein Riff bis wenige Centimeter unter der Wasseroberfläche wo die Wellen darüber brechen. Zu diesem Riff gehen wir natürlich nicht, aber es erzeugt eine starke Strömung vom Meer her um die Insel. Man kann also auf der einen Seite ins Wasser springen und sich um die Insel treiben lassen. Eine Stelle ist besonders interessant, dort wo viele Palmen im Sand liegen. Unter den Palmen suchen kleine Fische Schutz, und sogar eine kleine Languste. Die Insel eignet sich auch um viele schöne Fotos zu schiessen. Ich finde sogar raus, wie ich die Tropfenbildung aussen auf der Unterwasserkamera verhindern kann wenn die aus dem Wasser ist: einfach gleich wie die Tauchermaske behandeln, dann bildet sich ein dünner Wasserfilm aussen und eben keine Tropfen.

    Ein riesiger Stapel Schwemmholz wurde für uns bereit gemacht und am Abend angezündet. Naja, jedenfalls versuchen wir es, denn mehr als die dürren Palmwedel brennt nicht. Das Holz ist schlicht zu nass um richtig zu brennen, und es wurde auch falsch gestspelt, denn um so einen grossen Haufen richtig in Brand zu setzten müssen in Eindrichtung kleine, dürre Äste entzündet werden, auf die dann mit dem Wind immer grössere Aste gelegt werden. Dann kann obendrauf das nasse Holz trocknen. Einen schon nassen Stapel anzuzünden funktioniert leider nicht.

    Zurück auf dem Schiff gibt es Languste zum Abendessen, ist nicht wirklich mein Ding, aber ich habe sie gegessen. Auch dass man alles mühsamst aufbrechen muss mag ich nicht.

  • 1000 kleine Inseln

    Nach einer mehr oder weniger schlaflosen Nacht kommen wir zu den San Blas Inseln. Fast allen an Board geht es unterdessen wieder gut, auch ich bin erstaunlich fit. Jetzt zwischen den Inseln ist das Meer auch weniger Rauh und die Fahrt dementsprechend gemütlicher.
    Einheimische kommen an Board um ihren Schmuck zu verkaufen, danach fahren wir noch ein wenig weiter und ankern im Wellenschatten zweier Inseln. Ich schnorchle direkt raus zur Insel, zu sehen gibt es aber nicht so viel im eher trüben Wasser.
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    Die Insel ist was man sich unter einer karibischen Trauminsel vorstellt: schöne, weisse Strände umgeben von Riffen, keine Mücken und die Insel selbst ist wenige 100m gross mit vielen Kokospalmen.
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    Viel mehr als Kokospalmen wächst hier auch nicht, aber auf der anderen Seite ist eine kleine Siedlung mit 3 Häusern.
    So ziemlich den ganzen Tag verbringen wir hier mit schwimmen, Volleyball und Yoga. Eine der Teilnehmerinnen ist Yogalehrerin und macht gleich mal eine Lektion. Ich beschäftige mich eher mit der Hängematte und dem Badestrand.
    Ganz beliebt ist hier die “Coco Loco”, eine geöffnete, frische Kokosnuss mit Rum verfeinert.
    An diesem Abend bleiben wir in der sicheren Bucht um dort zu übernachten. Ein wenig schwankt das Schiff schon, aber damit kommen alle gut zurecht. Wirklich lange wird trotzdem nicht gefeiert, denn alle sind müde und wollen früh in die Kojen.

  • Aufs Schiff

    Um 9:00 ist der Treffpunkt für die Fahrt nach Kolumbien. Ich bin extra ein wenig früher im Restaurant um dort zu frühstücken. Frühstück gibt’s keins, also gehe ich anderswo essen und komme nach 9:00 wieder um niemanden zu treffen. Alle kommen nach 10:00, ausser die 3 Motorradfahrer, die haben ihre Gefährte schon aufs Segelschiff gebracht.
    Um 11:00 kommt der Kapitän und erklärt, dass wir um 17:00 aufs Boot gehen. Zumindest habe ich nun Leute zum reden und muss die Zeit nicht im Internet totschlagen.

    Wass mich genau erwartet weiss ich nicht wirklich, denn ich war noch nie auf einer mehrtägigen Segeltour. Dummerweise habe ich keine Tabletten gegen Seekrankheit dabei, die habe ich mir in der Schweiz nicht besorgt und hier in diesen Ländern sind Medikamente meistens schlechter. Aber mal schauen.

    Auf dem Boot wird erstmal gegessen, dann wird der Anker gelichtet und aufs offene Meer gesteuert. Es ist zwar ein Segelschiff, ohne Wind muss trotzdem der Motor ran. Alle versammeln sich an Deck, haben eine gute Zeit und trinken Bier. Ausser mir, ich weiss nicht wie mein Bauch auf eine Fahrt auf dem offenen Meer reagier in so einem kleinen Boot. Da drinke ich lieber kein Bier. Das zahlt sich auch aus, denn die Stimmung schwenkt relativ schnell um mit allgemein aufkommender Seekrankheit. Das Boot wankt in alle Richtungen recht stark. Teilweise taucht es vorne fast unter und die Motorräder an Deck werden geduscht. Und die Fische werden von fast allen gefüttert, ausser von mir und 2 anderen. Da bin ich doch stolz auf meinen Magen. Ok, ich schaue die ganze Zeit auf die Lichter an Land, das hilft dem Körper bei zu bringen, dass nicht er kaputt ist sondern er nur auf wackligem Grund ist. Viele haben Tabletten genommen, aber das war offensichtlich vergebens. Auch das mit dem auf die Lichter achten funktioniert nicht bei allen.
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    Schlafen funktioniert aber kaum bei diesem Geschüttel, aber zumindest kann ich eine Luke direkt bei meinem Kopf öffnen um an einigermassen frische Luft zu kommen. Leider sind die Auspuffe des Schiffsdiesels in der Mitte wo auch der Motor ist, und da kommen teilweise Abgase in die Kabinen.

  • Regentag

    So gegen Mittag mache ich mich auf ins Restaurant zum Mittagessen und zu warten bis die aufziehenden Gewitterwolken abgeregnet haben. Das zieht sich bis am späten Nachmittag hin. Es giesst wie aus Kübeln. Zum Glück kann ich morgen diesem Sauwetter entfliehen.
    Die Leute hier sind auch wenig kommunikativ, alle tippen am Handy oder Laptop rum. Also surfe ich halt auch lustlos rum und weiss gar nicht welche Seite ich noch aufrufen soll, denn alle Nachrichten sind gelesen und das Internet irgendwie langweilig. Irgendwann hört es auf, aber dann ist schon Abend.

  • Hundekino

    Die ganze Nacht durch hat’s geregnet. Bei einem dünnen Wellblechdach tönt das ganz heftig. So wirklich gut habe ich deshalb nicht geschlafen.
    Am Morgen regnet es immer noch weiter, hört aber dann zum Glück auf. Um welche Zeit weiss ich nicht, denn meine Uhr ist stehen geblieben. Die Uhr ist nicht das Einzige was nicht mehr läuft: Wasser hat’s auch keins mehr. Scheinbar haben die Regenfälle die Zuleitungen gekappt. Mit einer Punpe lässt sich zumindest noch die Zysterne leeren, so dass ich noch duschen kannn, und zwar kalt, selbstverständlich! Wobei kalt hier so um die 20° ist.
    Internet gibt’s sogar hier, viele Restaurants haben langsames Wifi. So kann ich den Blog immerhin updaten. Viel mehr als rumsitzen kann man hier beim bewölkten Wetter eh nicht machen. Es gäbe zwar einen Strand, aber dorthin muss man mit dem Boot fahren. Das macht kaum Sinn.
    In der Hängematte vor dem Haus mache ich es mir gemütlich und schaue den Hunden gegenüber zu. Eine Hündin ist zum ersten Mal in ihrem Leben läufig und hat sich beim Nachbar verkrochen. Das wirderum zieht alle Hunde der Nachbarschaft an, was einen riesigen Streit auslöst mit der armen Hündin in der Mitte, die gar nicht weiss was denn das alles soll. Erst als der Nachbar eingreift und alle bis auf seinen Hund weg jagt, steht der glückliche Gewinner fest, welcher sich auch gleich ans Werk macht. Nach getaner Arbeit bleibt er noch ein wenig und zieht dann ab. Die Anderen schleichen sich mit der Zeit wieder an, doch der Grösste behält die Überhand und verjagt alle. Nur hat sie keine Lust auf ihn und bleibt einfach liegen. Irgendwann verlässt ihn die Geduld und er bellt sie an, was sie gleich mit knurren beantwortet. Doch irgendwann lässt sie sich dich verführen und steht auf, so dass er auch ran kann. Wenn sie gedacht hat, dass nun Ruhe ist, dann hat sie sich geirrt. Er will immer noch mehr und sie hat keine Lust. Bei mir kam irgendwann Hunger auf, also habe ich das Ende nicht mehr geschaut.
    Die Hunde werden übrigens von den Geiern beobachtet, die Geier von den Katzen und ich beobachte alle. Geier hat es hier überall, mir ist erst auf dieser Reise aufgefallen, dass die riesigen schwarzen Vögel Geier sind und keine Raben.

    Der Hafen hier ist auch ein Schiffsfriedhof: viele Schiffswracks ligen im und am Wasser. Einige schauen noch knapp raus, von einem Segelboot sieht man nur noch die Masten und andere liegen zerschellt am Ufer. Wie viele komplett gesunken sind will ich gar nicht wissen. Das macht doch richtig Lust hier segeln zu gehen!
    Was ich so höre, ist hier vor einiger Zeit ein Sturm durchgefegt, und aufräumen liegt den Lateinamerikanern im allgemeinen nicht so im Blut. Mit den Jahrzehnten verrotten und verrosten die Dinger ja von selbst, keinen Grund da was zu bergen.
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    Am Abend werde ich von einem ganz kleinen Monster mit spitzen Zähnen angegegriffen.
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    Ah ja, ist ja lustig wie viel Text man zusammenbringt wenn man eigentlich nichts macht. Man hat einfach Zeit zum schrieben!

  • Portobelo

    Karibik ist heute angesagt. Es gibt viele Arten wie man an die andere Seite vom Kanal kommt. Z.B. mit dem Schiff, dem Zug oder dem Bus. Das Schiff wäre sicher am spannendsten, ist aber auch extrem teuer, fährt sehr früh und kommt spät an. Der Zug ist günstiger, dauert 45min, fährt aber nur 1x pro Tag um 7:15. Da müsste ich extrem früh aufstehen um viel zu früh dort zu sein. Also bleibt noch das am wenigsten spektakuläre, der Bus. Der fährt zumindest jede halbe Stunde und bringt mich fast nach Colón. Ganz dort hin will ich nicht, denn Colón eilt ein sehr, sehr schlechter Ruf voraus. Mein Ziel ist Portobelo, und dafür muss ich einmal umsteigen.

    Der 2. Bus ist nun sehr typisch für diese Gegend, ein alter, amerikanischer Schulbus. Fast komplett original, ausser mit rasantem Anstrich aussen. Weil die grossen Rucksäcke hinten rein kommen, steige ich auch gleich hinten ein. Die Sitze hier sind “Schleudersitze”, denn die Hinterachse ist fast in der Mitte des Buses und verstärkt jede Unebenheit.
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    In Portobelo finde ich auf Anhieb eine Jugi, auch wenn im Internet keine buchbar war. Hier bin ich schon zu weit weg von der Zivilisation und das Internet ist erst am kommen. Der Besitzer hilft mir auch gleich bei meinem eigentlichen Vorhaben: ich will ein Boot suchen, welches mich nach Kolumbien bringen kann. Meine Idee ist es in einer mehrtägigen Segelschiffahrt nach Südamerika zu kommen. Das ist hier scheinbar der normale Weg für Rucksacktouristen. Mal schauen, das wird sicher ein Abenteuer!
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  • Uferpromenade

    Eine kleine Stadtbesichtigung möchte ich noch machen bevor ich mich weiter auf den Weg mache. Die Sonne scheint wunderschön und ich möchte noch die ganze Uferpromenade sehen. Da heute Muttertag ist, sind viele Museen zu. Ist mir eh egal, Museen habe ich schon genügende gesehen.

    Die Uferpromenade von Panama Stadt ist eine der schönsten weltweit. Sie ist mehrere Kilometer lang von Casco Viejo bis zum Bankenviertel auf der anderen Seite der Bucht. Neben einem Fussgängerweg mit viel Rasen und Palmen ringsum gibt es auch einen Veloweg und viele Sitzbänke. Sogar Fitnessgeräte stehen da. Die Promenade wird am späteren Nachmittag sehr gerne von den Einheimischen genutzt. Touristen sieht man weniger.
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    Auf der anderen Seite der Bucht finde ich ein Einkaufscenter. Das passt ganz gut, denn ich könnte noch mehr Kleider brauchen. Für $12 eine neue Hose ist nicht schlecht!

    Einen Nachteil hat die Promenade: das Meer selbst ist hässlich mit dreckigem und zurmülltem Wasser ohne Strand.

  • Kanalschleuse

    Irgendwann sollte man doch noch was unternehmen, auch wenn es Regenzeit ist. Das Wetter ist ja im Grunde recht berechenbar: schön am Morgen, gegen Mittag ziehen Wolken auf, am Nachmittag kommt irgendwann ein wirklich heftiges Gewitter, gegen Abend wird es wieder schön und die Nacht ist sternenklar.

    Eine kleiner Gruppe aus 2 Kanadiern, einer Deutschen und mir macht sich nun auf zur Kanalschleuse. Ganz in Backpackermanier mit dem ÖV. Zuerst also durch die Marktstrasse zur Metro, dann mit der Merto zur Albrook Station und von da aus mit dem Bus zu Miraflores. Das mit dem Bus will irgendwie nicht so, der fährt nur jede Stunde. Zu viert nehmen wir ein Taxi nachdem wir den Preis heruntergeredet haben.

    Während der Fahrt giesst es in Strömen. Die Fahrbahn ist sofort zentimeterhoch unter Wasser. Auch in den Feldern bilden sich Seen.

    Bei der Schleuse ist zum Glück ein Museum, so müssen wir nur zum Eingang rennen. Nach einem kurzen Film über den Kanal beobachten wir ein grosses Schiff, welches gerade durch die Schleuse fährt. Das Schiff ist genau so gross wie die Schleuse selbst, auf beiden Seiten sind nur Zentimeter Spielraum.
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    Das Museum selbst ist mittelmässig interessant, halt mit den eintsprechenden Werkzeugen und Schiffe, die zum Bau gebraucht wurden.

    Seit diesem Juni sind die neuen Schleusen in Betrieb, welche nun paralell zu den alten noch grössere Schiffe bewältigen können und so auch die Kapazität des Kanals vergrössern.
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    Zurück geht es mit dem eisigen Bus und der Metro. Nun wissen wir ja wann der Bus fährt.

    Bei Pizza und Bier wird noch lange gequatscht. Ist wirklich eine gemütliche Jugi.

  • Nochmals Regen

    Jupp, es gibt nichts schöneres als drinnen auf dem Sofa zu sitzen und zuzuschauen wie es draussen wie aus Kübeln giesst.

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    So schaffe ich es auch endlich die restlichen Kuba Fotos in den Blog hoch zu laden. Nach einigen Tagen ist auch das Backup der Kubafotos ins Internet fertig. Das dauert immer eine ganze Weile, bis die ganzen Gigabytes durch die Leitungen gerauscht sind.

    Apropos Leitungen: die fürs Wasser sind am Abend komplett leer. Das ganze Gebäude hat kein Wasser mehr bis am Morgen. Da werden die Gesichter teilweise schon länger. Ich kaufe mir halt eine 5l Flasche um die Pasta kochen zu können und zum trinken. Das Pastawasser gebe ich gleich den nächsten Köchen weiter.

  • Regen

    Der Tag heute ist sehr müde. Da kommt mir der Regen gerade recht, so kommt nicht mal das Gefühl auf irgendwo hin zu gehen.

    Dafür lerne ich noch einen Reisekollegen kennen, der mit mir den ganzen Abend bei einem Bier über alles mögliche quatscht. Er spendiert das Bier und ich das Abendessen.