Category: Cycling

  • Der erste Platten

    Das Zelt ist am Morgen zumindest trockener als am Abend. Mitten im Wald ist es noch recht kühl, was mich ein wenig am aufstehen hindert. Doch die frischen Eier locken zu einem Rührei. Gedacht, getan und es schmeckt herrlich. Endlich kann ich die Bratpfanne einweihen.

    Selbstverständlich sind die Velokleider nicht getrocknet über Nacht, was doch Überwindung kostet zum anziehen. Der Schrecken hält zum Glück nur kurz, da die Kleider im Fahrtwind schnell trocknen und einem sowieso schnell warm ist auf dem Velo.

    Die Küste ruft jetzt immer stärker wo sie näher kommt. Auch der Wind eilt voraus mir entgegen. Ich komme trotzdem gut voran, jedenfalls bis das Hinterrad Luft verliert. Der Grund ist sofort sichtbar: ein Stahldraht hat seinen Weg bis in den Schlauch gesucht und gefunden. Das Loch ist schnell geflickt, weniger gefällt mir aber der Pneu selbst. Der ist komplett runtergefahren. Nach kurzer Recherche und Umplanung gibt es einen kleinen Umweg über einen Veloladen.

    Zuerst habe ich mal Hunger. Eine Pizzeria kreuzt meinen Weg und wartet mit einer Überraschung auf: sie backen die Pizzas nicht, das muss man selbst zuhause machen. Dann hat halt der Mac nebenan gerade einen Kunden gewonnen.

    Nach einem kleinen Irrweg beim Haus des Veloladenbesitzers, dessen Adresse das Navi als Laden markiert hat, finde ich den richtigen Laden. Der hat sogar Zeit ihn zu ersetzten, jedenfalls ab und zu wenn gerade kein Kunde vorbeikommt. Der Laden scheint zu brummen.

    Zum weiterfahren ist es leider schon etwas spät weil es kaum Übernachtungsmöglichkeiten gibt für 40km. Hier in Aberdeen gibt es genug davon, und etwas Entspannung tut auch gut.

    Distanz: 35km

  • Wald

    Erstaunlicherweise war mein Schlaf ganz gut! Nur einmal wurde ich von einem Konvoi um 5:00 geweckt. Die Ohrenstöpsel funktionieren gut, obwohl auch sie gegen das Gedröhne der Autos hier nicht viel ausrichten können. Ein Auto muss halt einfach gross, laut und stark sein, sonst leidet das amerikanische Ego.

    Durch die Nacht verziehen sich die letzten Wolken und machen den Sternen platz. Den Fischen gefällt das so gut, dass sie ab und zu Luftsprünge machen. Die klare Nacht erkenne ich am Morgen am Zelt: die Seite mit Himmelblick ist nass mit Tautropfen. Auf der Ostseite mit Bäumen ist alles trocken. Schade kommt die Sonne hier zu spät für mich.

    Auch nass ist das Zelt schnell zusammengepackt und schon geht’s los dem Meeresarm entlang mit den Olympischen Bergen im Hintergrund. Jetzt ist die Strasse sogar öfters am Wasser. So wie es aussieht, war die Entscheidung zu campieren ganz gut, ich sehe jedenfalls weit und breit kein Hotel.

    Irgendwie mühsam ist auch, dass nirgendwo ein Rastplatz oder zumindest ein Bänkli ist für Pausen. So esse ich die Melone halt an einem ausser Betrieb genommenen Bahnübergang. Ein Bauernmarkt versorgt mich mit frischem Gemüse und endlich vergesse ich mal nicht, dass ich schon lange Eier kaufen will um die Bratpfanne einzuweihen.

    Links und rechts ist nachdem ich das Wasser verlassen habe eigentlich nur noch Wald. Ab und zu kommt eine Einfahrt mit Briefkasten. Zahlreiche Schilder mit “NO TRESPASSING” und “PRIVATE PROPERTY” säumen den Weg. Sieht aus, als ob die Bewohner hier nicht gerne Besuch haben. Für Einbrecher sind die Schilder sicher praktisch, so wissen sie wo es etwas zu holen gibt und dass sie bewaffnet kommen müssen. Ok, die Trump Wahlwerbung neben den Schildern erklärt auch einiges.

    Die Wälder wechseln zu Baumplantagen wo alle Bäume genau dasselbe Alter haben. Manchmal ist das sogar angeschrieben und ich finde Tannen die genau so alt sind wie ich.

    Allzu weit bin ich nicht mehr vom Pazifik entfernt, doch reicht es nicht mehr heute. Die Hotels sind gerade nicht mein Geschmack und das Navi zeigt einen State Park mit Camping fast auf dem Weg an, der sogar noch an einem kleinen See ist. Bingo! Am Fritag kann schon mal alles ausgebucht sein, mich stört das als Biker aber nicht. Es gibt extra für mich billige Campingplätze, und die sind meistens frei, da es kaum andere Biker/Hiker gibt.

    Mein Campingplatz ist mitten im Wald, weg von den anderen. Das stört mich wenig, so habe ich meine Ruhe und keinen Rauch in der Nase.

    Der Abend ist nun komplett verplant: Zelt aufstellen, kochen, essen, abwaschen, herumschauen, duschen, waschen, dessert futtern, Blog schreiben, schlafen.

    Gespannt bin ich auf morgen, ob das Zelt eher trocknet oder nässer wird. Mei Tipp ist auf trocknen, da ich mitten im Wald bin und die Wärme nicht abstrahlen kann.
    Distanz: 84km

  • Und nochmals tschüss, Seatle!

    Das Velo ist da und alles ist bereit zur Weiterreise. Um die Stadt zu umgehen nehme ich gleich die Fähre nach Bremerton. Interessanterweise ist die nicht gratis, so wie die letzte Fähre. Sobald ich von Seattle weg komme klart der Himmel auf und eine gute Mischung aus Woklen und Sonne kommt.
    Die Stadt ist schnell hinter mir und bald bin ich vom Wald umringt. Die Route geht kleineren Strassen entlang nach Südosten meinem Ettapenziel, dem Pazifik, entgegen. Am Nachmittag komme ich an einen grossen Supermarkt vorbei und gehe gleich mal einkaufen. Den Rucksack nehme ich vorsichtshalber mit und finde sogar alles, was ich suche: Rohschinken & Melone zum Mittagessen morgen, Pasta & Bolognese für sonstwann und Berren, Früchte & Beef Jerky für unterwegs. Hier in den USA sind sie mit den Cumulus & Co Karten noch einen Schritt weiter gegangen: jeder Artikel hat 2 Preise, einen mit und einen teureren ohne Karte. Praktischerweise scannt die Verkäuferin jeweils ihre Karte und ich bekomme auch ohne Karte den billigeren Preis.
    Unter den vielen möglichen Strecken entschliesse fahre ich dem Meeresarm entlang, da Wasser immer schön ist und die Stassen so wunderbar wenige Kreuzungen haben. So richtig schön ist es aber irgendwie nicht: das Ufer ist immer Privatbesitz die Strasse geht kaum direkt dem Ufer entlang.
    Aber es geht auch anders: ein State Park mit Camping ist direkt am Wasser. Essen habe ich genug, das Wetter scheint zu halten und der Ort ist gemütlich zum campieren. Die Velofahrer haben den Camping sogar ganz romantisch direkt am Meer. Leider auch genau neben der Strasse. Ich hoffe, dass mich diese Nacht nicht allzu viele Lastwagen akustisch überfahren im Zelt.
    0Q8A7480
    Distanz: 43km

  • Velotour durch Seattle

    Gut ausgeschlafen schaffe ich es noch was vom Frühstück zu ergattern und mache es mir danach gemütlich auf dem Sofa um zu schauen, wie ich die Fotos auf Flickr hochladen kann. So richtig funktioniert es noch nicht, aber das werde ich noch hinkriegen.
    Da ich in ein paar Tagen zum Yellowstone Park fliege, kann ich das Velo nicht mitnehenen und es braucht eine sichere Unterkunft hier in Seattle. Die Tochter einer Kollegin einer Kollegin hat sich bereit erklärt, es aufzunehmen. So mache ich mich auf den Weg zu ihr, und fahre den Velowegen entlang nach Norden. Zuerst der Bucht entlang, dann dem Schiffskanal entlang zum Lake Washington. Die Velowege sind wirklich genial: ich musste kaum mal anhalten, sie sind durchgängig dem Wasser, Schienen oder grossen Strassen entlang und falls mal eine Kreuzung kommt, hat man Vortritt.
    In einem Park höre ich laute Geräusche im Busch und finde eine Truppe, die wie Ritter gekleidet ist und den Schwertkampf übt. Ist wirklich lustig zum zuschauen.
    Angekommen erwartet mich noch eine schöne Überraschung: ich werde noch zum Abendessen eingeladen. Da kann ich natürlich schlecht nein sagen. Sie selbst geht ans Burning Man Festival, und ich bin sehr gespannt wie das so ist.
    Retour erwische ich gleich einen Express Bus und es reicht sogar nochmal für’s Kino: diesmal ist Star Trek Beyond an der Reihe. Irgendwie muss ich es ausnutzen, all die englischen Kinos in der Umgebung zu haben. In der Schweiz muss man da schon ziemlich suchen.
    Der Film selbst gefällt mir auch gut: viele schöne Bilder und die Story ist spannend und nicht wirklich linear.
    Distanz: 44km

  • Seattle

    Die Nacht am Strand war gemütlich und auch recht warm. Das Zelt blieb auch schön trocken und hat nicht beschlagen, was sonst eher selten ist. Gestört haben nur all die Motoren von Flugzeugen, Schiffen und Autos, die sich in der Nacht rumtrieben und man sogar mit Ohrenstöpseln hört.
    Pünktilich zum Sonnenaufgang stehe ich auf und fotografiere ihn. Leider ist Mt. Reinier nicht klarer zu sehen als gestern, aber zumindest ist die Luft ruhiger und die Bilder mit dem Teleobjektiv sind weniger verzerrt als gestern Abend.
    0Q8A6444
    Da ich genug Zeit habe, nehme ich es gemütlich und putze das Zelt vor dem Abbauen. Bis zur Fähre ist es nicht weit, und die ist sogar gratis für Velofahrer und nicht motorisierte Passagiere.
    In Seattle gibt’s erst mal das Standardprogramn: Einchecken, alles einräumen, duschen und dann wieder raus zum Abendessen. Burger & Bier an der Uferpromenade tönt doch mal gut. Da ich gerade Lust habe, mache ich noch bei der Nachtfahrt des Touristenschiffs mit durch den Hafenbereich.
    Bei der Rückkehr zur Jugi fällt mir auf, dass auf den Strassen eigentlich kaum Leben herrscht, wie das sonst in europäischen Städten am Freitag Abend so ist. Eher findet man Obdachlose. Naja, das wird dann sicher viel besser, wenn Donald Trump Präsident ist.
    IMG_5043

    Distanz: 15km

  • Entspannen

    Für heute habe ich mir einen richtig gemütlichen Tag geplant mit entspannen am Strand und nur wenig Velo fahren. Gemütlich mache ich mich auf den Weg Richtung Fay Bainbridge Park und bin pünktlich zum Mittagessen da. Es gibt hier sogar einen “hiker & biker” campingplatz für nur $7 und die Plätze sind am Meer mit Sternenhimmel. Das wird sicher eine schöne Nacht hier. Auch interessant ist, dass der Campingplatz tagsüber ein ganz normaler Park ist, wo die Leute herkommen zum spazieren und zum schwimmen. Es gibt sogar ganz kälteresistente, die ohne Neopren ins Wasser gehen.
    Aber zuerst gibt es mal das Mittagessen: Cherry Tomaten, Erdbeeren und Beef Cherky. Nach ausgiebigen Ruhepausen mit guter Musik in den Ohren am Strand erkunde ich den Ort ein Bisschen. Die verrotenden Baumstämme sind sehr interessant. Aber schon um 15:00 kommt der Hunger und ich habe leider nichts zum naschen da. Aber der Strand hat was: Brombeeren. Irgendwann bekomme ich noch eine Vergiftung, so viel wie ich davon esse. Ich weiss wirklich nicht, wieso die sonst niemand pflückt.
    Zum Abendessen koche ich erstmals etwas selber, und als Geschenk dafür liegt eine Gaskartusche auf dem Tisch. Ist irgendwie lustig: ich habe so lange gesucht für eine, und nun liegt einfach eine hier. Ich denke, da musste jemand mit dem Flugzeug heim und konnte sie nicht mitnehmen. Egal: sie reicht genau für 2 Portionen Pasta (habe hunger!) und wärmt das Abwaschwasser halb auf. Danach ist sie leer.
    Auch den Abend mache ich mir gemütlich. Für die nächsten Tage habe ich mir ein Bett in einer Jugendherberge in Seattle gesichert.
    Als sich endlich alle Autos verdrückt haben, versuche ich noch die Sterne in Infrarot zu fotografieren. Das klappt erstaunlich gut, da ja mit Seattle eine riesige Lichtquelle da ist und man von blossem Auge kaum die Milchstrasse sieht.DSC01293

  • Durch den Wald

    Der Tag beginnt mit dem Frühstück: es gibt Bagles, Muffins, Donuts, Toastbrot und Corn Flakes. Geschirr dazu gibt’s keins, nur Wegwerfzuegs aus Papier und Plastik. Naja, ich bin halt in einem Land mit Wegwerfkultur. Die Kleider sind natürlich noch nicht trocken, aber da kenne ich einen Trick: einfach zum Velofahren anziehen! Der Fahrtwind, die Körpertemperatur und die Sonne trocknen sie im nu. Da gleich ein Supermarkt am Weg ist, kann ich sogar den Essensvorrat auffüllen, damit ich auch mal was kochen kann.
    DSC01287
    Als die Kleider trocken sind und es mir heiss wird, mache ich gleich die Mittagspause und esse die Pizza vom Vorabend.
    Das Velo hat irgendwie keine Freude an dem Ganzen unbeschliesst, sich hinzulegen. Dank den neuen Satteltaschen ist aber die Gangschaltung diesmal sicher. Aus irgendeinem Grund gehe ich meinem sonstigem Motto “wenn etwas auf den Boden fällt, einfach dort lassen. So kann es nicht weiter fallen und dreckig ist es sowieso schon” nicht nach und stelle es wieder auf, diesmal ein Bisschen anders. Und es fällt wieder. Insgesamt 4x! Ich hätte es wirklich beim 1. Mal liegen lassen sollen. Wäre gesünder gewesen für’s Velo und Gepäck. Ist aber trotzdem nichts passiert und ich fahre weiter Richtung Seattle durch den Wald.
    Die Strasse führt zwar meistens der Küste entlang, aber davon sehe ich nichts. Nur Wald, und recht häufig kleine Hügel, bei denen es steil hoch und runter geht, so dass ich das Velo hoch schieben muss und mit >50km/h runter flitze. Ein wenig flacher wäre schon nicht schlecht. Auch die Qualität der Strasse ist sehr unterschiedlich: manchmal ist der Velostreifen sehr schmal, manchmal breit. Häufig ist der Belag sehr grobkörnig und bremst stark, teilweise aber auch recht glatt und mit wenig Wiederstand. Auch der Verkher ist teilweise stark, teilweise kaum da. Was man aber gut merkt, ist dass es kaum Diesel gibt. Irgendwie freut das meine Nase und Lunge.
    0Q8A6329
    Ganz lustig finde ich das Ortsschild von Port Ludlow: “Ein Dorf im Wald an der Bucht” ist sehr treffend, da ich ausser Wald und eine Tankstelle nichts vom Dorf sehe. Auch die “Schiessfreie Zone” steigert doch das Sicherheitsgefühl. Eine autofreie Zone würde mir noch viel besser gefallen!
    DSC01290
    Über eine schwimmende Brücke fahre ich auf eine andere Insel in den Wald, so dass nicht mal ein Foto der Brücke möglich ist.
    Da meine Beine doch schon recht müde sind, gönne ich ihnen ein Hotel mit riesigem Zimmer, Pool und SPA. Die Hotels hier sind recht gut ausgebucht, und auch nicht gerade billig. Aber dafür gibt’s was für den Preis! Und sie haben die schnellste Internetleitung mit bis zu 1-2MByte/s up- und download.
    0Q8A6330
    Distanz: 57km

  • Und wieder retour

    Nach dem Aufstehen mache ich eine spannende Tour durch den Campingplatz: es grasen Rehe, ein schmaler Weg führt zur Küste und oberhalb gibt es eine Festung aus dem 2. Weltkrieg.
    Kelpwald in Ultraviolet
    0Q8A6304
    Da ich mit dem halb kaputten Velo nicht in die Wildnis fahren will und die Zeit sowieso recht knapp ist um den ganzen Park zu unrunden, beschliesse ich umzudrehen und erstmals das Velo flicken zu lassen. Das heisst auch, Abschied zu nehmen von Carol und Mike. Zuvor schaue ich aber noch den Strand an und mache mich dann auf direktem Weg auf nach Port Angeles. Der Veloladen hat offen und kann mir sogleich ein neues Schaltkabel installieren. Zur Sicherheit neheme ich noch ein Reservekabel mit.
    Nun will ich aber die Zeit fürs Tauchen nutzen und da es in Port Angeles nichts gibt, nehme ich den Bus zurück nach Port Townsend. Die Busfahrer sind alle sehr nett und lassen mich mit allem Gepäck und dem Anhänger in den Bus rein. Für das Velo gibt es einen Halter vorne am Bus.
    In Port Townsend mache ich mich im ersten Tauchladen über die Tauchmöglichkeiten schlau, aber so wie es aussieht muss ich nach Seattle gehen. Also gibt’s mal wieder ein Hotel und morgen wird weitergeradelt.
    DSC01270
    Zum Abendessen teste ich die lokale Pizzeria aus: die Pizzas sind nicht schlecht, aber sehr sättigend. Nach etwas mehr als der Hälfte einer mittelgrossen Pizza ist schluss. Den Rest gibt’s dann morgen Mittag. Recht vielen Leuten sieht man die riesigen Portionen auch an: die Mehrheit sieht zwar normal aus, aber ich sehe doch recht häufig Personen, die den einen oder anderen Zentner zu viel auf den Rippen haben.
    Da ich heute im Hotel übernachte ist Wasch-, Lade und Internettag. Alle Kleider werden gewaschen, die Akkus aufgeladen, die Karten heruntergeladen und die Fotos gesichert. Leider bleibt auch heute keine Zeit um die Fotos auf Flickr hochzuladen.
    Distanz: 35km

  • Port Angeles

    Die Sonne kommt heute wieder mit voller Kraft hoch und trocknet das Zelt. Wir nehmen es trotzdem gemütlich und fahren erst gegen Mittag los. Mike nutzt die Zeit um die Übernachtungsmöglichkeiten zu erkunden, da wir in weniger besiedelte Orte gehen.9 In Port Angeles finden wir sogar alles was wir brauchen: einen Velomech, Gaskartuschen für die Gaskocher und eine Tasche für meinen Gepäckträger, da der Platz in meinem Rucksack zu knapp ist für grosse Essensportionen.
    Im Veloladen kaufe ich mir sogar noch einen Reserveschlauch für den Anhänger und pumpe die Räder auf 4.5 Bar. Der Druck war vorher einiges Tiefer, und nun rollt alles wunderbar.
    Nach einem ausgiebigen Mittagessen fahren wir weiter durch die Wälder und über Brücken. Jetzt kommen wir so richtig in die Natur. Das gefällt meiner frisch reparierten Gangschaltung nicht wirklich, und das hintere Schaltkabel reisst. Ich kann also nur noch im 8. Gang fahren und werde irgendwie sauer über die Technik. Zum Glück geht es meistens flach weiter und ich kann ohne grössere Probleme zum Campingplatz fahren.
    Dort angekommen kann ich das Kabel sogar behilfsmässig reparieren indem ich den abgerissenen Teil wieder anschraube und die Justierung an den Anschlag bringen. So funktipnieren immerhin 7 von 8 Gängen, und vor allem auch der tiefste.
    Der Campingplatz ist direkt am Meer und es wird sicher schön hier zu übernachten.
    0Q8A6281
    Distanz: 46km

  • Olympia Discovery Trail

    Gegen den Morgen ziehen Wolken auf und nicht die wärmende Sonne. Da wir das Grunstück um 9:00 verlassen müssen, frühstücken packen alle schon früh. Sie haben Muffins organisiert. Die Experten können mir sogar zeigen, wie ich mein Velo mit Anhänger hinstellen kann, ohne dass es umfällt. Das Zelt ist schnell zusammengepackt und wir ziehen nach einer kleinen Einkaufstour weiter. Die riesigen Packungen sind schon krass: ich kann kaum was kaufen, weil es einfach viel zu viel wäre. Aber eine Gaskartusche für meinen Kocher kann ich leider nirgendwo finden.
    Wegen der Bewölkung ist es heute viel kälter als die letzten Tage. Während der Fahrt ist es genau richtig um kaum zu schwitzen, aber bei den Pausen kühlt man schon stark ab.
    0Q8A6261
    Weiter geht es durch Wälder, entlang der Küste und schon bald dem Olympic Discovery Trail entlang, welcher paralell zum Highway 101 geht. Die Brombeeren am Wegrand sind sehr verführerisch und ich kann nicht wiederstehen.
    Da meine Gangschaltung vom umfallen ein bisschen verbogen ist, steuern wir einen Veloladen an. Dort angekommen merken wir erst, dass es ja Sonntag ist und er geschlossen ist.
    Der Gegenwind wird nun stärker und für mich ziemlich mühsam, da die Hälfte der Gänge nicht funktioniert. Aber meine Weggefährten finden auf “Warm showers” einen gratis-Platz zum campieren mit einer warmen Dusche. Als wir ankommen wird sogar Live-Musik gespielt. Das Land gehört einem pensionierten Amerikaner, der gerne Reisegeschichten hört und Leute beherbergt. Hier sind auch noch andere Reisende aus aller Welt. Wir bekommen sogar ein gratis Abendessen.
    Ich hätte mir nicht vorgestellt, dass ich an solchen Orten übernachten werde.
    Da es sehr schnell kalt wird, verdrücke ich mich früh ins Zelt im meinen warmen Schlafsack.
    Distanz: 69km