Category: Costa Rica

  • Manzanillo

    Eine Bäckerei ist voll mit Einheimischen, die am frühstücken sind. Das müssen wir ausprobieren. Die Lage ist zwar nicht so schön, dafür ist das Essen sehr gut und günstig. Es gibt wie eigentlich immer und überall “Pinto Gallo”, also Reis mit schwarzen Bohnen. Dazu kommt dann was man so wählen möchte.

    Heute möchte ich einen E-Scooter mieten, die sehen noch ganz spassig aus. Diana möchte lieber am Strand bleiben. Also miete ich direkt neben dem Hotel einen. $20 für 6h ist nichtmal so schlecht. Der Scooter selbst ist ganz spannend:

    • Der Schlüssel hat einen Fake-Funk-Türöffner, damit er aussieht wie ein Autoschlüssel
    • Die Hinterbremse ist viel schwächer als die Vorderbremse
    • So richtig linear ist das Gas nicht, eher ruckig.
    • Nummernschild? Haben hier teilweise nichtmal Autos
    • Ich habe zwar einen Helm, aber auch für schwerere Motorräder tragen höchstens Touristen sowas
    • Zum hupen muss man links und rechts gleichzeitig drücken
    • Gas kann man auch mit dem Ständer draussen geben
    • Damit der am Lenker verbaute Blinkschalter was ausrichten könnte, müssten auch Blinklichter verbaut sein
    • Es gibt 3 Beschleunigungsstufen. Die 3. Stufe ist schon etwas schneller als die erste, doch der Hauptunterschied ist, dass der Tacho bei gleicher Geschwindigkeit mehr anzeigt

    Da die Wellen doch etwas zu hoch sind um gemütlich baden zu können, möchte Diana nun doch mitkommen. Leider ist der Scooter nicht ganz so komfortabel für 2: Der Sitz ist recht kurz und es gibt keine Rückenlehne für den Sozius. Zu zweit können wir trotzdem fahren.

    Das Gefährt ist mit etwa 25 km/h unterwegs auf der 1. Stufe. Schneller will ich auch gar nicht fahren, denn wir wollen die Fahrt geniessen und auch die Reichweite würde ev. knapp wenn ich Vollgas geben würde.

    In Manzanillo wird man gleich vom Ortsnamen in riesigen Buchstaben begrüsst. Sowas zieht Diana magisch an, und somit haben wir den ersten Fotostopp. Am Strand gibt es ein recht grosses Schiffswrack, welches von Wellen um- und durchspühlt wird. Offenbar gehört es hier zum guten Ton einer Ortschaft, dass ein Wrack am Strand liegt. Und es wirkt auch: viele Touristen klettern dran rum uns lassen sich fotografieren. Ab und zu werden sich auch von einer besonders grossen Welle gespühlt. Falls etwas passiert, steht nebenan auch gleich die Ambulanz bereit.

    Manzanillo

    Der Asphalt reicht nur noch bis in die Ortschaftsmitte. Trotzdem fahren wir noch über die Schlaglochpiste bis zum Eingang in den Nationalpark. Rein wollen wir aber nicht, dazu haben wir zuwenig Zeit und fahren zurück bis der Asphalt anfängt. Denn dort gibt es ein gutes Restaurant wo wir beide Fisch essen.

    Auf dem Weg zurück halten wir vor Puerto Viejo an einem langen Strand an mit einer kleinen Insel. Hier sind auch ganz viele Blattschneiderameisen unterwegs, wir finden den Baum, der von ihnen gerade abgeerntet wird und beobachten wie sie die Blätter runtertragen. Einige Ameisen tragen sogar 2 Stücke, andere nur ein kleines Stücklein. 2 Ameisen kämpfen sogar um ein Stück Blatt.

    Auch ganz spannend sie die Brücken der Hauptstrasse über die Flüsse: Sie sind nur einspurig befahrbar und verursachen regelmässig Stau.

    Wir fahren noch weiter zum schwarzen Strand. Der Sand ist komplett schwarz, aber glitzert in der Sonne. Das sieht recht speziell aus! Wir hätten gar nicht gedacht, dass es auch so schwarze Karibikstrände gibt.

    Nachdem ich den Scooter wieder abgegeben habe, gehe ich noch ein wenig schnorcheln. Das ist aber recht schwierig heute, da die Wellen sehr gross sind und dadurch viel Sand und Luft ins Wasser wirbeln und die über das Riff brechenden Wellen eine grosse Strömung machen. Mit den Flossen komme ich zwar dagegen an, aber Spass macht es nicht. Zusätzlich mühsam ist, dass genau dort wo es gut zum schwimmen ist, liegt nun ein Boot. Diana hält das aber nicht vom schwimmen ab.

    Als wir wieder zurück im Zimmer sind, fängt auch gleich der Regen an. Und pünktlich um 20:00 wird überall die Musik lauter und die Partys steigen.

  • Schwarzer Strand

    Direkt neben dem Hotel hat es ein kleines Kaffee im 2.Stock, wo es auch Frühstück gibt. Das probieren wir jetzt mal aus. Die Aussicht ist ganz gut, und das Essen auch. Aber so richtig viel gibt es auch nicht. Dazu müssen wir einen komplett einheimischen Frühstücksort finden, aber dafür haben wir morgen noch eine Chance. Ich bringe Diana 2 Caffees an den Strand und liege dann ein wenig im Hotelzimmer rum bis ich hungrig werde.

    Bei der Busstation hat es auch ein Restaurant direkt am Strand, das probieren wir heute aus. Wir möchten jetzt lieber am Abend weniger essen, dafür am Mittag mehr. Die letzten Tage konnte ich wegen zu vollem Bauch nicht so gut einschalfen. Das Restaurant ist ganz gut, aber auch etwa 50% teuerer als solche, die nicht am Strand sind. Die Wellen sind heute recht hoch, und wir beobachten wie ein kleiner Fisch aus dem Wasser an Land gespühlt wird. Ab und zu kommt wieder eine Welle und bringt ihn dem Wasser näher, doch er bewegt sich immer nur dann wenn es trocken um ihn ist, in der Welle könnte er sicher ins tiefe Wasser schwimmen, aber dann bewegt er sich nicht. Eine grosse Welle nimmt ihn schlussendlich wieder mit ins Meer.

    Wir spazieren noch etwas weiter bis zum Fluss. Hier ist vor einigen Jahren oder sogar Jahrzehnten etwas gestrandet. Es könnte ein Schiff oder ein grosses Floss sein. Jedenfalls liegt es in den Wellen und es wachsen sogar Bäume darauf. Beim zurückgehen sieht Diana eine Moräne im flachen Wasser, doch die lässt sich nicht an den Strand spühlen.

    Das Wrack möchte ich doch noch genauer anschauen und gehe nochmals mit den Fotokameras dorthin. Insbesondere in Infrarot sieht es ganz spannend aus. Hintendran sind Surfer, die es auch die Wellen angesehen haben.

    Infrarot

    Den Fluss habe ich schnell durchquert, und je weiter ich gehe, desto schwarzer wird der Strand. Auch die Wellen werden höher. Das hält nicht alle Leute vom baden ab. Die Wellen selbst sind mit etwa 1.5m auch nicht wirklich hoch und winzig nach Pazifikstandard, aber all die Bäume am Strand machen doch Angst, dass es auch welche im Wasser hat.

    Als ich zurück komme fängt es auch gleich an zu regnen. Trotzdem gehe ich noch schnell einkaufen, damit wir im Zimmer essen können.

  • Strand

    Erst als das Restaurant und insbesondere die Küche unter uns geschlossen wurde, hatten wir sogar ein halbwegs dunkles und nicht nach Essen riechendes Schlafzimmer und wir konnten einschlafen.
    Meinem Auge geht es schon viel besser, aber ich spüre immer noch was. Jetzt nehme ich mal lieber die Brille.
    Schon vor dem Frühstück ziehen wir aus und versuchen es uns im nächsten Hotel gemütlich zu machen. Da muss aber erstmal der vorherige Gast raus. Also lassen wir das Gepäck bei der Rezeption und gehen ins gleiche Lokal wie gestern am Strand. Die haben sogar noch meinen Hut, den ich gestern vergessen habe. Das Frühstück ist gut, aber mehr als ein Appetitanreger gibt es nicht. Da gehen wir lieber an den Strand und ich hole was im Supermarkt.
    Das Checkin funktioniert sogar mit Kreditkarte, andere Hotels wollten 8% Gebühren draufschlagen.

    Während Diana den Strand geniesst, mache ich eine kleine Trour durch die Ortschaft. Allzu viel hat es hier nicht, aber es ist ein gemütlcher, kleiner Ort. Das Einzige, was mich ernsthaft stört, sind die extrem dreckigen Strassen. Egal wo man hin möchte, die Schuhe sind dreckig. Selbst wenn die Strasse mal asphaltiert ist.

    Zum Abendessen gehen wir in die Strandbar “Bavaria”. Weisswurst, Prezel und ein Maas haben Sie leider nicht, dafür ist das Essen nicht nur teuer (wie überall am Strand), sondern sogar gut und genug.

  • Puerto Viejo

    So ganz bequem war es nicht im engen Bett, also habe ich in der Nacht ein anderes Bett bezogen, damit wir uns nicht mehr gegenseitig stören. Dann konnten wir auch besser schlafen.
    Der Rest der Empanadas, welche uns gestern etwas schwer im Magen lagen, sind nun das perfekte Frühstück. Diana findet sogar Kaffee in der Lobby.
    Wir nehmen nun ein Tuktuk nach Puerto Viejo, wo es einen halbwegs geschützten Strand haben sollte.
    Ein Hotelzimmer finden wir schnell, doch Kaffee am Strand zu finden ist schwieriger. Aber machbar! Ein vegane Bar hat als einzige Strandbar schon offen und Diana bekommt doch noch Kaffee. Ich nehme ein Agua de Jamaica mit Ingwer. Vom Hibiskus merke ich wenig, dafür umso mehr vom Ingwer. Diana übernimmt es gerne.
    Jetzt ist erstmal Baden angesagt, denn der Strand hier hat einen schönen, wellenfreien “Pool”, da weiter draussen ein Korallenriff die Wellen abhält.
    Da ich nicht viel Bargeld mitgenommen habe, wird das Mittagessen etwas haushalterisch im Supermarkt gekauft, doch sogar für Lomo reicht es.
    Ein Korallenriff darf natürlich nicht ungeschnorchelt bleiben. Ich hole die Schnorchelsachen im Hotel und erkundige das Riff. Die GoPro im Unterwassergehäuse kann sich jetzt auch beweisen. So richtig schön ist das Riff nicht, es ist kaum tiefer aus 1.5m, die Wellen machen eine mittlere Strömung und die Sicht ist dementsprechend schlecht. Die GoPro belichtet mit 1/80s viel zu lange für Unterwasser, insbesondere beim schnorcheln verwickelt alles. Nächstes Mal muss ich sie besser einstellen.
    Das Hotel hat auch eine Pizzeria, und da kann ich nicht wiederstehen. Wir teilen uns eine Pizza, natürlich mit Schinken und Champignons, und einen Salat. Um die Stimmung am Strand noch etwas romantischer zu machen, gibt es auch eine Kerze auf den Tisch. Die wir regelmässig vor dem Wind schützen müssen.
    Bei mir hat sich scheinbar ein Sandkorn unter die linke Kontaktlinse geschmuggelt, vorallem beim herausnehmen kratzt es. Zum Glück muss ich in Der Nacht die Augen nicht offen halten, bis Morgen ist es sicher besser.

  • Wohnturm

    Während Diana sich nochmals massieren lässt, faulenze ich, packe dann den Rest, checke aus, lasse das Gepäck bei der Rezeption und gehe zu Birgittes Frühstück, wo ich auf Diana warte. Da es dort WLAN hat, telefoniere ich noch mit meiner Mutter, doch dann bestellte ich für beide Frühstück, damit das Essen fertig ist wenn Diana kommt.
    Dann nehmen wir gleich ein Taxi um das Gepäck abzuholen und fahren zum nächsten Hotel. Hier haben wir ein indigenes Haus gemietet mit 3 Stockwerken: unten Bad und Küche, in der Mitte 3 Betten und Hängematten und zuoberst ein romantisches Himmelbett mit weicher Matratze. Wände gibt es kaum hier, aber zumindest haben die Betten einen Mückenschutz. Der Weg zur Lobby ist eine Einzige Ameisenstrasse. Das merken wir aber erst, als unsere Füsse verstochen werden.
    Wir lassen das Gepäck da und nehmen Velos zum Strand. Der ist leider sehr wellig und hat viele Steine, so dass Diana recht enttäuscht ist, dass sie hier nicht baden kann.
    Ich fahre mit dem Velo noch alleine weiter und schaue ob ich einen badbaren Strand finde, doch die Wellen sind überall recht hoch.
    Diana gönnt sich eine Pina Colada, und wir wollen Empanadas mitnehmen, doch das Restaurant hat von der mehrseitigen Menukarte nur eine Handvoll Speisen da. Zumindest ist die Pina Colada sehr gut.
    Zurück im Hotel bestellen wir dann Empanadas und essen die in der Lobby.
    Mit einer dicken Decke gewärmt gesellen wir uns ganz romantisch ins Himmelbett mitten im Urwald.

  • Schwarzer Strand

    Am frühen Morgen trommelt Regen auf das Blechdach und spätestens der Affe, welcher seinen Unmut über den Regen rausschreit, weckt mich auf. Mit Ohrenstöpseln kann ich dann trotzdem weiterschlafen.
    Meine Wetterapp “Accuweather” zeigt mal wider sehr zuverlässig die Zukunft voraus: sie meint, der Tag wird schön und regenfrei. Das Wetter kennt die App offensichtlich nicht und regnet fröhlich weiter. Wir frühstücken was wir noch im Zimmer haben und fahren dann zur Masseurin wo Diana für eine ganze Stunde verwöhnt wird. Jetzt sind wir aber so richtig hungrig und auf der Suche nach jemanden, der uns füttert. Die Restaurants am Strand sind noch zu, aber empfehlen mir Brigitte’s Place, wo wir gerade vorbeigelaufen sind. Etwas versteckt ist da wirklich ein Restaurant, welches uns Frühstück macht. Es gibt sogar sehr guten Kaffee à discretion, das ist genau was Diana nun braucht. Auch das Frühstück ist genau was wir nun brauchen.

    Brigitte ist Schweizerin aus Interlaken und schon seit 40 Jahren hier. Sie hat ein Hotel mit Reitferien aufgebaut und erklärt uns, dass jetzt die Regenzeit auf der Karibikseite anfängt. Die Regenzeiten sind unterschiedlich zwischen der Karibik- und Pazifikseite. Hier kommt die Regenzeit und am Pazifik die Trockenzeit. Ihr Hotel mit den Bungalows läuft auch sehr gut, nun kommen vorwiegend Einheimische zu ihr.

    Als das Wetter etwas aufklart, gehen zum schwarzen Strand, der uns an den Pazifik erinnert. Es ist selten, dass Karibik und Pazifik so nahe zueinander sind! Wir spazieren dem Strand entlang zurück um dann auf halbem Weg gleich wieder in ein Restaurant einzukehren. Diesmal zum Mittagessen. Es gibt Frühlingsrollen für Diana und Steak für mich. Dies ist das erste internationale Restaurant für uns auf der Reise. Bis jetzt hatten wir nur einheimische Küche, die ist aber eben auch sehr gut!

    Nachdem wir wieder zurück im Hotel sind, fängt auch schon der Regen an. Da wir spät zu Mittag gegessen haben, reicht uns eine Mango als Abendessen.

  • Strand

    Als wir schon im Bett waren, kamen die Affen auf unser Blechdach und rannten rum. Diana wusste das nicht und hat sich die ganze Zeit gefragt, was ich da treibe, bis ich es ihr gesagt habe.
    Dianas Nacken ist heute nochmals verspannter als gestern, die 2 Matratzen hatten nicht die erhoffte Wirkung. Die Besitzerin des Hotels verspricht uns  die Matratzen zu wechseln, bessere Kissen hinzulegen und macht sogar einen Termin bei einer Masseurin für morgen. Zusätzlich macht sie das andere Bett bereit, so dass Diana das ganze Bett für sich hat. So haben hoffen wir auf eine bessere, nächste Nacht. Natürlich massiere ich Diana auch noch den Rücken und Nacken.
    Nach dem Frühstück gehen wir wieder an den Strand. Heute am Sonntag ist der recht voll, und so legen wir uns auf das Badetuch im Sand. Während ich döse, macht Diana eine Heldentat und wehrt einen Waschbär mit einem Stecken ab, der entweder mich knutschen oder Dianas fruchtfarbigen Schuhe klauen wollte. Nebenan ist ein unbeaufsichtigter Rucksack eines badenden Paares, das perfekte Verbrechen für einen Waschbären. Der wird sogleich in den Wald geschleppt, doch auch hier schreitet Diana ein und verjagt ihn! Etwas später kommt er wieder direkt auf Dianas Schuhe zu und knellt mich sogar etwas in die Hand als ich sie wegziehe. Das Essen haben wir etwas sicherer in den Bäumen aufgehängt. Die Affen sind da offensichtlich etwas weniger diebisch.
    Lustig ist es dafür anzusehen wie andere Leute mit den recht agressiven Tieren umgehen. Insbesondere Frauen sind da viel weniger mutig als Diana. Ich denke, in nicht mal so wenigen Fällen sind die Diebesaktionen erfolgreich.
    Die Bewölkung nimmt immer mehr zu, was mich nicht einmal so stört, denn dann brauche ich keine Sonnencreme. Wir verbringen die Zeit einfach mit Baden, liegen, quatschen und natürlich Papaya essen.
    Zu Abend essen wir wieder im Strandrestaurant und gehen wieder früh schlafen.

  • Diebesbanden

    Die Matratze war so hart, dass mir der Arm eingeschlafen ist und Dianas Rücken und Schulter komplett verspannt wurde. Mitten in der Nacht haben wir die 2. Matratze auf die erste getan. Jetzt ist es zwar sehr hoch und wackelig wie auf einem Boot, aber weicher.

    Im Hotel gibt es kein Frühstück, aber ein paar Meter weiter im Dorf schon. Lustig ist dort ein Plakat des Costaricanischen Gesundheitsministerium, welches auf Hygieneregeln im Umgang mit COVID-19 umgeht. Es scheint in der Sprache „Betrunkener Pirat“ oder „bekiffter Jamaikaner“ geschrieben worden sein. Einige Sätze sind schlicht nur lustig, andere komplett unverständlich. Finde ich spannend, dass so offensichtlich schlechte Übersetzungen von einem nationalen Ministerium kommen. Das Essen ist dafür recht gut und lokale Küche.

    Wir machen uns danach auf den Weg in den Nationalpark. Eintritt müssen wir keinen bezahlen, aber eine Spende hätten sie schon sehr gerne. Durch den Regenwald verläuft der Weg parallel zum Strand. Da es um die Halbinsel ein Barriereriff hat, werden die Wellen nun immer kleiner. Nach etwa 1.6km stören sie Diana nicht mehr und wir lassen uns nieder auf einem Pickniktisch.

    Das Essen, welches wir dabei haben, stösst auf reges Interesse der lokalen Fauna. „Tiere nicht füttern“ ist schwerer gesagt als getan. Die Affen lassen sich von den Bäumen auf den Tisch fallen und die Waschbären schleichen sich ran um auf den Tisch zu klettern. Wenn sie in Gruppen kommen, dann lassen sie sich nur mit grösserer Aggression verjagen: Am besten hat es gewirkt ihnen nachzujagen und mit dem Tuch anzugreifen. Denn die vorgeschriebenen 3m Abstand halten sie sonst überhaupt nicht ein, das sind dann eher so 3mm, und einige versuchen es auch mit Aggressivität, in der Hoffnung den Besitzer des Essens so zu verjagen.

    Ich möchte Diana also nicht mit dem Essen alleine lassen und so geht erstmal sie schwimmen. Ich mache nur einen kleinen Ausflug dem Strand entlang und nehme das Essen mit.

    Endlich gibt’s mal wieder Papaya en la Playa. Mittagessen können wir sogar ohne tierische Belästigung.

    Diana findet sogar endlich eins ihrer Lieblingstiere: Eine Krabbe traut sich aus ihrem Loch um von Diana fotografiert zu werden! Jetzt gehe auch ich schwimmen, das Wasser ist so richtig angenehm warm. Allgemein sind die Temperaturen perfekt: Es ist für mich nie zu heiss oder zu kalt.

    Da der Park schon früh schliesst, gehen wir zuerst dem Strand und dann dem Weg entlang zurück und überqueren eine riesige Blattschneiderameisenstrasse.

    Abendessen gibt’s wieder am Strand, diesmal Mexikanisch für Diana und Cordon Bleu für mich. Beides ist sehr gut. Zum Abschluss sehen wir noch ein Faultier mit Jungem, welches über den Parkplatz läuft. Gaanz gemütlich.

    Auch heute gehen wie wieder früh schlafen, denn ausser sinnlos im Internet surfen kann man nichts machen hier.

  • Cahuita

    Auch heute sind wir wieder um 6:00 beim Frühstück. Diesmal gibt es kein Buffet, sondern Tellerservice. Das ist auch sehr gut, ich nehme Rührei mit Schinken und Diana Rührei mit Reis und Bohnen.

    Dann entspannen wir noch ein wenig und nehmen uns ein Taxi um den anderen Strand zu sehen. Der ist so richtig natürlich karibisch: voll mit Müll und Pflanzenresten. So wie Karibikstrände halt aussehen wenn niemand putzt. Im Gegensatz dazu haben Pazifikstrände übrigens eine automatische Putzfunktion: Ebbe und Flut. Das fehlt der Karibik.

    Danach fahren wir mit dem Bus nach Cahuita schön der Karibik entlang. Wie in tropischen Ländern üblich interessiert sich der Busfahrer nicht für Geschwindigkeitsbegrenzungen, wie mein GPS sagt.

    Cahuita selbst ist sehr klein, wir kommen zu Fuss zum Hotel. Es liegt gleich neben dem Nationalpark und wird von einer Holländerin verwaltet, die sogar Deutsch spricht. Da sie die Kreditkartengebühren von 8% an uns abwälzen möchte, mag sie lieber Bargeld. Der Bankomat ist aber sehr wählerisch und mag meine EC Karten nicht, erst die Travelcash Karte geht.

    Die anderen Gäste lerne ich auch kennen: Eine Kanadierin hat für die Reise ihr erstes Handy überhaupt gekauft und versucht nun eine lokale SIM-Karte in Betrieb zu nehmen. Das klappt zwar, aber sie hat keinen Empfang. Ich erkläre ihr, dass sie auch einfach ins WLAN verbinden kann und ihre kanadische SIM-Karte völlig reicht. Ausserhalb des Hotels möchte sie das Handy sowieso nicht brauchem.

    Zum Abendessen sind Diana und ich nicht sehr hungrig und bald schlafen möchten, teilen wir uns einen sehr feinen Fisch an Kokossauce am Strand.

  • Limon

    Da wir so früh schlafen giengen, sind wir jetzt natürlich auch früh auf. Pünktlich auf 6:00 gehen wir frühstücken und sind erstaunt, dass schon viele andere offenbar Jetlag haben und schon hungrig sind. Das Frühstücksbüffet ist nicht so gut, da es nur Toast und ein wenig Gebäck hat. Die Früchte und der heisse Teil mit Ragout, Reis mit Bohnen, gefüllter Peperoni und mit Speck ummantelten Bananen ist sehr fein. Allgemein hätte ich von einem riesigen Radisson Hotel mehr erwartet.

    Da Diana noch nicht so gut zu Fuss ist, wollen wir ein Taxi zum Busterminal nehmen. Doch wir müssten länger aufs Taxi warten als wir zu Fuss dorthin haben.

    Zeitlich geht alles perfekt auf und um 8:30 fährt der Bus los. Es ist schon recht warm jetzt, wärmer als wir San Jose in Erinnerung haben. Der Bus schlängelt sich nun der Talseite entlang die Berge herab, und es wird aber nur wenig wärmer jetzt. Sobald er auf der Ebene angekommen ist, fährt er schneller und hüpft nur so über die Geschwindigkeitshügel und durch die Schlaglöcher.

    Noch vor dem Mittag sind wir in Limon, wo wir erstmal ein Taxi zum Hotel nehmen. Und zwar keins der 20 Leute, die mich anhauen ob wir ein Taxi möchten. Ich bevorzuge offizielle Taxis. Das Hotel ist sogar ganz authentisch karibisch: Das Schloss zur Badezimmertür wurde mehrmals geflickt und und ist halb kaputt.

    Da es schon Mittagszeit ist, möchten wir am Strand essen. Nur hat niemand das Bedürfnis erkannt und so gibt es dort auch kein Restaurant. Nach mittellanger Suche finden wir einen gut getarnten Supermarkt und können doch noch am Strand essen.

    Jetzt möchte ich noch die Anzahlung für das Festtagshotel machen und dazu direkt bei der Bank einzahlen. Die riesige Schlage davor überzeugt mich, dass die Gebühren für einen Internationalen Zahlungsauftrag besser sind als zusammen mit den Costaricanos ihr offensichtliches Lieblingshobby zu betreiben und stundenlang Schlange zu stehen.

    Währenddessen sitzt Diana im Park am Strand und beobachtet die Leute. Eine Frau kommt mit einem neugeborenen Kätzchen, welches verwundert die Welt erkundet und mit einem Blatt spielt. Später kommt ein hungriger Bettler zu ihr mit einer ganz speziellen Diät: Er isst kein Brot, sondern nur Geld. Ein anderer Einheimischer erzählt ihr, dass er 5 Jahre in New York lebte, aber dann sein Visum nicht verlängert wurde.

    Wir schlendern noch ein wenig der Küste entlang und sehen grosse Buchstaben wie es sie in vielen Touristenorten gibt. Hier steht aber: „Das Beste an Limon sind seine Leute“. Das stimmt auch, denn die Stadt selbst ist nichts besonderes.

    Im Hotel essen wir noch was leichtes und gehen wieder früh schlafen.